Trabant

Trabant

Keine Automarke ist so eng mit der Geschichte der DDR verknüpft die des Trabants oder auch Trabi genannt. In den 1950er Jahren entwickelt, galt er als ein sparsamer Neuwagen, der ausreichend Gepäck und vier Erwachsenen Platz bot. Bis zum Ende seiner Produktion im Jahr 1991 wurde der Trabant 3.051.385 Mal gebaut. Im Jahr 2011 betrug die Zahl der in Deutschland registrierten Gebrauchtwagen vom Typ Trabant immer noch 33.726. Angetrieben wurden die Neuwagen und Gebrauchtwagen von einem Zweitaktmotor. Diese selbst schon in den 1960er-Jahren unzeitgemäße Motorisierung eines Neuwagens führte dazu, dass die Fahrzeuge fast ausschließlich in der DDR verkauft wurden. Dies lag vor allem an dem Mangel an Alternativen. Heute genießen Gebrauchtwagen der Automarke gerade im Osten Deutschlands einen Kultstatus. Produziert wurde der Trabi im VEB Automobilwerk Zwickau, VEB Sachsenring Automobilwerke Zwickau bzw. im Sachsenring Automobilwerke GmbH. ... mehr

Trabant Gebrauchtwagenangebote

  • Trabant 601 mit Zubehör und Ersatzteilen (3500 € VB)

    Gebrauchtwagen 09/1988 96.839 km 19 kw (26 PS) 3500,- EUR
    07549 Gera
    Benzin, Handschaltung
    0/0/0 l/100km Kraftstoffverbrauch (komb. / innerorts / außerorts)
    keine Angabe CO2-Emission kombiniert

Der Trabant und seine Anfänge

Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, wurden die Auto-Union-Werke in Ostdeutschland vom Staat übernommen. Bis in die 1950er Jahre sah die DDR-Führung es als nicht wichtig an, die Bevölkerung zu motorisieren. Doch dies änderte sich und so wurde beschlossen, einen Kleinwagen zu produzieren, der robust und preiswert ist. Vom Konzept her orientierte man sich dabei am Lloyd LP 300, einen im Bremen gebauten Neuwagen, der auch „Leukoplastbomber“ genannt wurde. Bis in die 1950er Jahre waren Kleinwagen keine vollwertigen Vier-Personenautos. Das sollte sich durch den Trabant ändern, denn er erfüllte alle Ansprüche, die man an ein „echtes“ Auto stellte. Da Tiefziehblech in der DDR sehr teuer war, wurde der Trabant so konstruiert, dass er aus einer selbstragenden Karosse aus Stahlblech bestand und mit baumwollverstärktem Phenoplast beplankt wurde. Das Material war stabil, wetterfest und leicht verfügbar. Allerdings war der Herstellungsprozess sehr zeitaufwendig, sodass die Produktion nicht großartig gesteigert werden konnte.

Die Technik des Trabants

Neuwagen und Gebrauchtwagen der Marke Tabant sind nicht nur wegen ihrer Außenhaut etwas Besonderes. Viele weitere technische Details waren in dieser Form nur bei den Neuwagen vom Typ Trabant zu finden. Beispielsweise war der Kühlergrill reine Zierde, denn die Luftkühlung erfolgte über einen vom Keilriemen angetriebenen Axiallüfter. Für den Winterbetrieb ließ sich das Luftansaugrohr um 180 Grad drehen, um die warme Luft über dem Auspuff anzusaugen. Weiterhin gab es im Neuwagen und Gebrauchtwagen keine Lüftung, sondern warme Luft wurde im Winter durch die Kühlung des Motors bereitgestellt. Auch besaßen die Neuwagen und Gebrauchtwagen der Automarke Trabant einen Benzinhahn. Mit diesem konnte man auswählen, ob der Tank geschlossen, offen oder die Reserve genutzt wurde. Das Schema der Schaltung für die einzelnen Gänge entsprach der in anderen Neuwagen-Modellen ebenfalls üblichen Anordnung, nur dass es um den Winkel von 90 Grad nach rechts gedreht war.

Der erste Trabant

Als im Jahr 1957 eine Nullserie bei AWZ erschien, war dieses Trabant genannte Auto vergleichbaren westlichen Kleinwagen vom Konzept her überlegen. So fasste der Kofferraum ein Volumen von 415 Litern, der Innenraum war großzügig und auch das Außendesign entsprach dem Zeitgeschmack. Weiterhin stellte der 500 Kubikzentimeter große Zweitakt-Motor eine Leistung von 13 PS – später 18 PS – bereit. Damit das Auto in Serie gehen konnte, fusionierten AWZ und Sachsenring. Im Zuge dessen entstand auch das Logo der Automarke, das geschwungene große „S“. Die Neuwagen-Modelle trugen den Namen Trabant 500 und wurden im Laufe der Jahre stetig weiterentwickelt, so wurden etwa zur Sicherheit der Passagiere in späteren Fahrzeugen Gurte eingebaut.

Der letzte Trabant

Zunächst schloss die Führung der DDR alle Weiterentwicklungsprojekte bezüglich eines moderneren Neuwagens aus – Stichwort Viertaktmotor. Doch Mitte der 1980er Jahre änderte sich dies. Von Volkswagen wurde eine Lizenz zum Bau des Viertaktmotors, welcher im Polo seine Arbeit verrichtete, erworben. Zunächst sollte dieser im Wartburg und dann im Trabant eingesetzt werden. Da die neuen Produktionsanlagen hierfür erhebliche finanzielle Mittel verschlangen, wurde das eigentliche Auto kaum geändert. Das Design war nur in Details überholt worden und auch sonst enttäuschte unter den Aspekten Komfort und Sicherheit das Auto die Kunden. Als dieser Neuwagen im Herbst 1989 vorgestellt wurde, brach die Nachfrage infolge der Wende nach den Fahrzeugen aus Zwickau ein. Die Käufer bevorzugten die westlichen Automarken, egal ob Neu- oder Gebrauchtwagen. So endete im Jahr 1991 die Produktion von Neuwagen der Marke aus Ostdeutschland.

Gebrauchtwagen vom Typ Trabant

Die Gebrauchtwagen vom Typ Trabi sind noch zahlreich zu finden. Oft stehen Gebrauchtwagen der Marke bei vielen Menschen in den fünf neuen Bundesländern in den Garagen. Vielerorts existieren zur Pflege und zur Traditionsbewahrung Vereine und Clubs, die sich liebevoll mit ihrem Trabi-Gebrauchtwagen aus der DDR beschäftigen. Auch sind große Veranstaltungen, bei denen sich Trabi-Freunde aus der ganz Europa treffen, nach wie vor ein willkommener Anlass, den Wagen aus der Garage zu holen und wie in alten DDR-Zeiten die Straßen damit unsicher zu machen.