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Präsentation BMW 7er – Der Chef sitzt hinten

Von Holger Zehden - St. Petersburg – Warum macht sich ein deutscher Autohersteller die Mühe, und karrt Fahrzeuge und internationale Presse bis nach Sankt Petersburg? Im Falle des modellgepflegten 7ers liegt die Antwort nicht auf der Hand, sondern im Fond der Luxus-Limousine. Denn besonders auf den Komfort in Selbigem hat sich BMW bei diesem Facelift konzentriert. Und im Gegensatz zum Selbstfahrer-Volk der deutschen, nimmt der übliche russische 7er Käufer eher hinten Platz. Im neuen BMW 7er hat er auch allen Grund dazu.

Die Inneren Werte

Selbst BMW Vorstand Dr. Klaus Draeger musste zugeben, dass sich die

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Optik des 7er mit seiner Modellpflege kaum verändert hat. Neu sind lediglich die optionalen LED-Scheinwerfer und leichte Korrekturen an den Stoßfängern. Die Überarbeitungen sind hauptsächlich technischer Natur und betreffen Komfort und Effizienz. Die gesamte Motorenpalette wurde überarbeitet. Neben einem leichten Zuwachs an Leistung will BMW vor allem die Verbräuche Aggregat-abhängig um bis zu 25 Prozent gesenkt haben. Volumen-Motor am deutschen Markt dürfte der 730d sein. Der 200 kW/272 PS starke Sechzylinder-Turbodiesel ist mit einem Normverbrauch von 5,6 Litern das sparsamste Aggregat seiner Klasse. Der 740d leistet mit zwei Turbos nun 230 kW/313 PS, Topdiesel ist der 750d TriTurbo mit 280 kW/381 PS aus dem BMW M550xd. Einstiegs Benziner ist der 740i mit 235 kW/320 PS starkem Reihen-6-Zylinder, der V8-Biturbo im 750i liefert 330 kW/450 PS. Topaggregat im BMW 7er ist ein V12-Biturbo mit 400 kW/544 PS. Der 7er Active Hybrid wird von nun an als Vollhybrid geliefert, der bis zu vier Kilometer rein elektrisch fahren kann. Zusätzlich werden ab sofort alle Aggregate im 7er – außer dem V12 – serienmäßig mit Start/Stopp Funktion ausgestattet.

Aufs wesentliche konzentrieren

Beim Sparen helfen soll zusätzlich der neue Eco-Pro Modus. Durch eine entsprechende Anpassung der Antriebssteuerung und einen effizienzoptimierten Betrieb der Nebenverbraucher unterstützt dieser Modus sparsames Fahren. Dabei zeigt

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der Bordcomputer an, um wie viele Kilometer sich dadurch die Reichweite erhöht hat. Das ganze wird im neuen, voll digitalen Armaturenbrett grafisch Blau hinterleuchtet. Letzteres stellt generell wohl eine der für den Fahrer deutlichste Änderung im neuen 7er dar. Im Comfort und Comfort Plus Modus, stellt das LCD-Display den bekannten BMW-Tacho dar, und zwar so plastisch, das zuerst überhaupt nicht auffällt, dass im neuen 7er keine konventionellen Armaturen verbaut wurden. Im Sportmodus wird der Arbeitsplatz in rotes Licht getaucht, die analogen Anzeigen werden durch eine große digitale Geschwindigkeitsanzeige ersetzt. Der Fahrer soll sich dadurch – je nach Fahrstil – auf das wesentlich konzentrieren können.

Lautloses gleiten – nicht nur im Hybrid

Eigentlich unnötig, denn der 7er hält, was BMW verspricht: Freude am Fahren. Da in Russland mit einem deutlich höheren Anteil an 7er Käufen

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mit Benzin-Motoren zu erwarten ist, standen in St. Petersburg ausschließlich 750i Benziner sowie die neuen Active Hybrid 7 Modelle – in Kurz und Langversion – zur Testfahrt bereit. Was sofort auffiel: Der Vorteil des lautlosen Dahingleitens beim Hybrid sticht beim 7er nicht. Zu gut ist die Oberklasse-Limousine gedämmt. Zumal sämtliche Aggregate mit dem Facelift das „Segeln“ lernen. Lässt man den 7er rollen, koppelt sich der Motor vom Antriebsstrang ab, wodurch das BMW-Flaggschiff erstaunlich weit rollt, ohne stark an Geschwindigkeit zu verlieren. Da zusätzlich sämtliche Nebenverbraucher – wie etwa die Klimaanlage – nur dann arbeiten, wenn sie gebraucht werden, konnte der Verbrauch des 7er laut Motoren Entwicklungschef Dr. Christian Schwarz um bis zu 25 Prozent gesenkt werden.

Komfort über (Quer-) Dynamik

Beim 450 PS starken V8 im 750i bedeutet das, dass sich die zwei Tonnen Limousine mit knapp unter zehn Litern (8,6 Normverbrauch) bewegen lässt. Es sei denn, man hat es eilig, oder möchte dem markigen Sound des kultivierten 8-Zylinders lauschen. Der untermalt den üppigen Vortrieb angemessen kernig, während die serienmäßigen Achtgang-Automatik den Drehmomentberg von 650 Nm geschmeidig auf die Hinterachse überträgt. Doch auch wenn sich der 750i –

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oder gar der 760i (544 PS) – in Leistungssphären der sportlichen M-Modelle bewegen, fehlt dem 7er dazu die Kurvendynamik. Die ab sofort serienmäßige Luftfederung der Hinterachse vermag zwar selbst schlechteste russische Straßen gut auszugleichen, die Gesetze der Schwer- und Fliehkraft kann sie dank zwei Tonnen Leergewicht jedoch nicht außer kraft setzen.

Der Chef sitzt hinten

Da sich BMW mit dem neuen 7er jedoch eher gen Osten orientiert, wo lieber von hinten gefahren lassen wird, dürfte das einem Großteil der Käuferschaft kaum auffallen. Der Komfort im Fond stand beim Facelift daher auch an oberster Stelle. Denn der typische Käufer einer Oberklasse in China versteht laut BMW nicht so ganz, warum der Fahrer häufig bequemer sitzt als der, der das Auto bezahlt hat. Aus diesem Grund wurden Federung, Dämmung und Sitzkomfort

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im Fond deutlich gesteigert. Neben mehr als üppiger Beinfreiheit hat BMW das Rear-Seat-Entertainment überarbeitet. Die frei schwebenden Displays an den Rückseiten der Vordersitze erinnern an moderne Tablet PCs. Über einen in der Mittelarmlehne integrierten iDrive-Controller lassen sich so Musik, Navi und Fahrzeug-Einstellungen bedienen. Auch das Surfen im Internet ist darüber möglich, doch stößt das Prinzip iDrive hier schnell an seine Grenzen.

Fazit

Mit der aktuellen Modellpflege macht BMW sein Flaggschiff fit für den anstehenden Angriff von Mercedes, und der wird hart. Denn während BMW gelungen nachbessert, kommen die Stuttgarter 2013 mit einer komplett neuen S-Klasse, die mit einer Armada modernster Assistenzsysteme die Spitzenstellung in der

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Oberklasse untermauern soll. Aktuell läuft es gut für den 7er, der in den vier Jahren vor der Modellpflege, bereits der erfolgreichste 7er aller Zeiten wurde. In die drei oder vier Jahre bis zur sechsten Generation, startet der 7er nun frisch gestärkt, mit luxuriösem inneren, hohem Fahrkomfort, überzeugenden Motoren und jedem Assistenz-System, das aktuell für Geld zu haben ist. Doch genau hier könnte sein Problem liegen. Denn auf den anvisierten Wachstumsmärkten, etwa in China, schaut der Oberklasse-Käufer weder aufs Geld noch all zu sehr auf den Verbrauch. Wichtig ist vielmehr, wer die neuste Technik zu bieten hat. Und in diesem Punkt wird die Mercedes S-Klasse 2013 definitiv die Nase vorn haben.

Datenblatt – BMW 7er
   
viertürige, fünfsitzige Limousine der Oberklasse
   
Länge/Breite/Höhe: 5.079 mm/1.902 mm/1.471 mm (Langversion: 5.219 mm/1902 mm/1.481 mm)
Radstand: 2.807 mm (Langversion: 3.210 mm)
   
Motoren:

Reihensechszylinder- und V8 Turbodiesel und Turbo-Benziner, V12-Turbo Benziner

   
Benzin: BMW 740i 3.0-Liter R6 TwinPower Turbo mit 235 kW/320 PS, 450 Nm Drehmoment
BMW 750i 4.4-Liter V8 TwinPower Turbo mit 330 kW/450 PS, 650 Nm Drehmoment
BMW 760i 6.0-Liter V12 TwinPower Turbo mit 400 kW/544 PS, 750 Nm Drehmoment

BMW ActiveHybrid 7 3.0 Liter R6 Twin Turo mit 235 kW/320 PS, 450 Nm Drehmoment plus 40 kW/55 PS E-Motor, Systemleistung 260 kW/354 PS

   
Diesel: BMW 730d 3.0-Liter R6 Turbodiesel mit 190 kW/258 PS, 560 Nm Drehmoment
BMW 740d 3.0-Liter R6 TwinPower Turbo mit 230 kW/313 PS, 630 Nm Drehmoment
BMW 750d 3.0-Liter R6 TriTurbo mit 280 kW/381 PS, 740 Nm Drehmoment
Beschleunigung 0-100 km/h: 4,6 – 6,1 s
Höchstgeschwindigkeit: 250 km/h
   
Test-Verbrauch BMW 750i): 9,8 l/100 km
Herstellerangaben: 8,6
CO2-Ausstoß: 148 – 303 g/km
Schadstoffklasse: Euro 5 und Euro 6
Energieeffizienzklasse: k.A.
   
Ausstattung
(Serie, Auswahl):
Acht Airbags, ABS, Dynamische Stabilitätskontrolle (DSC) inkl. Dynamische Brems-Control (DBC) und Dynamische Traktions-Control (DTC), 8-Gang-Automatikgetriebe Steptronic, Auto Start Stop Funktion (außer 760i), Ledersitze, elektrisch einstellbare Sitze für Fahrer und Beifahrer, Klimaautomatik, Tempomat, Ambientes Licht, Regensensor, Xenon-Licht, Radio Professional, Hinterachs-Luftfederung mit Niveauregulierung, elektromechanische Lenkung (außer xDrive-Modelle),
   
Gewichte/Zuladung  
Leergewicht: 1.825 -2.250kg
zul. Gesamtgewicht: 2.260 – 2.490 kg
Anhänglast gebremst: 2.100 kg
Anhänglast ungebremst: 750 kg
Kofferraumvolumen: 500 l
   
Preise  
Basismodell: ab 74.900 Euro
Topmodell: ab 147.900 Euro
***Basierend auf Berechnungen des bayerischen Landesamt für Umwelt
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Ein Kommentar
  • Gast auto.de

    Immer wieder diese Rechenfehler bei der Angaben zu technischen Daten: 200 kW entsprechen 272 PS und nicht 258. Außerdem gehört die Drehzahlangabe zwingend dazu. Naja, was will man auch von Redakteueren erwarten, die ansonsten über die Farbe der Sitzpolster zeilenlang lamentieren? Etwas mehr Sorgfalt bitte bei der Recherche zu technsichen Daten. Die Leserschaft ist so blöd nicht.