Test Triumph Bonneville T100: ... und die Gier nach Glanz - Magazin von auto.de

Test Triumph Bonneville T100: … und die Gier nach Glanz

Von Ingo Koecher — Kreischende Südländer und tieffliegende Nippon-Racer lassen sie kalt: Mit der Bonneville T100 liefert Triumph ein Retro-Bike vom Feinsten. Klassischer als mit diesem Roadster lässt sich im 21. Jahrhundert kaum Motorrad fahren.

Die Engländerin ist schlicht. Und genau das ist es, was die Eleganz der Maschine ausmacht. Die Abluft aus den Brennkammern des wuchtig unter dem Tank sitzenden Parallel-Twins wird rechts und links zum Heck geführt. Das Triebwerk schöpft aus 865 ccm Hubraum 68 PS ein ebenso starkes Drehmoment. Das reicht, die 225 Kilogramm schwere Triumph Bonneville T100 flott zu bewegen.

Aber wer will das schon: Sie ist ein Cruiser par excellence. Da hängt nichts runter, da steht nichts ab. Die 2,23 Meter lange Engländerin hat einen Lenker, einen kräftigen Zweizylinder und eine in 77 Zentimeter Höhe liegende

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Sitzbank, auf der auch die Sozia angemessene Platzverhältnisse vorfindet. Und das, ohne anatomische bedenkliche Verrenkungen ausführen zu müssen.

Klassisch auch der Arbeitsplatz mit analogen Anzeigen für Geschwindigkeit links und Drehzahl rechts. Da wirkt das kleine digitale Display des Bordcomputers für Gesamtlaufleistung, Tageskilometer und Uhr geradezu modernistisch.

Gier nach Glanz

So richtig Lust auf Elsterglanz machen die beiden Räder mit ihren 36 Speichen vorn und 40 hinten. Die Führung des 19-Zoll-Vorderrads übernimmt die 41-mm-Telegabel mit 120 mm Eintauchtiefe. Das 17-Zoll-Hinterrad wird über eine Zweiarm-Stahlschwinge geführt. Komfort liefern verchromte Kayaba Stereo-Federbeine mit einstellbarer Federbasis und 106 mm Federweg.

Dank reichlich Chrom, lässt sich die Gier nach Glanz weiter steigern: So über die gefühlt meterlangen Krümmerrohre bis zum Peashooter-Schalldämpfer, die Zylinderrippen, den Vergaser, die Getriebeabdeckung, die

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beiden hinteren Federbeine und, nicht zu vergessen, die Spiegel, Scheinwerfer und Blinklichter. Ist die Triumph Bonneville T100 dann hochglänzend betriebsbereit, wird die Maschine über das seitlich am Frontscheinwerfer liegende Zündschloss gestartet. Kann man sich jetzt auch nicht mehr optisch am englischen Eisen ergötzen, entschädigt nach dem Starten der sonore Sound des luftgekühlten Zweizylinders.

Gang rein und los

Aufrechte Sitzposition und entspanntes Handling bietet die Bonneville T100. Leichtes Handling garantieren der Radstand von 1,5 Meter sowie der geringe Lenkkopfwinkel von 28 Grad. Im Zaum gehalten wir die Engländerin von einer 310-mm-Bremsscheibe vorn und einer 250er Scheibe hinten.

Wer mit der Bonneville T100 Größeres vorhat, kann nachrüsten. Für 399 Euro sind verschiedene Frontscheiben, für 475 Euro Seitentaschen (Classic Ledertaschen Kit 2x 18 Liter) lieferbar. Den Hauptständer gibt es für 209 Euro, einen abschließbaren Tankdeckel für 65 Euro. Zudem lässt sich die glatte Sitzbank gegen eine Gel-Variante für

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299 Euro, eine King & Queen Sitzbank (Sitzbank mit zwei Einzelsitzen) für 291 Euro oder eine Sport Einzelsitzbank für 239 Euro tauschen. Außerdem hat Triumph für 279 Euro und 291 Euro eine kurze und eine lange „Sissy Bar“ (Lehne für Sozia) im Programm.

Fazit

Egal ob der Triumphator nachrüstet oder nicht: Am Ende bleibt die Bonneville T100 ein Klassiker. Sie liefert beste Fahreigenschaften und reichlich Potenzial, die Maschine auch mal im Stillstand zu genießen. Das ist der Fall, sobald der Ehrgeiz beim Polieren angestachelt wird. Spaß macht die Engländerin in beiden Lebenswelten.

Datenblatt Triumph Bonneville T100
 
Länge/Breite/Höhe (m) 2,23/0,70/1,10
Radstand (m) 1,50
Sitzhöhe (m) 0,77
   
Gewicht, vollgetankt (kg) 225
Tankinhalt (l) 16
Rahmenbauart Stahl-Schleifenrahmen
Lenkkopfwinkel (o) 28
   
Motor Reihenzweizylinder, luftgekühlt
Hubraum (cm³) 865
Leistung (kW/PS) 50/68
max. Drehmoment (Nm bei U/min) 68 bei 5.800
Testverbrauch (l/100 km) 5,6
   
Kupplung Mehrscheiben Ölbad
Getriebe 5-Gang
Sekundärantrieb X-Ring-Kette
   
Radaufhängung  
Vorderrad Kayaba 41 mm Telegabel
Federweg (mm) 120
Hinterrad Kayaba Stereo-Federbeine mit einstellbarer Federbasis
Federweg (mm) 106
   
Bremsen  
vorn 310 mm Bremsscheibe, Nissin 2-Kolben Schwimmsattel
hinten 255 mm Bremsscheibe, Nissin 2-Kolben Schwimmsattel
   
Reifen  
vorn 100/90 R19
hinten 130/80 R17
   
Preis (Euro)  
Basismodell ab 8.990
   
   
Bewertung  
Auftritt 1,5
Cockpit 1,6
Fahrbetrieb 1,4
Verbrauch 2,0
   
Kosten pro Jahr1 (Euro)
Kraftstoffkosten2 831,60
Steuern 63,66
Wertverlust 1.348,50
Gesamtkosten pro Jahr 2.243,76
   
Testnote 1,6
   
1 Die Kosten pro Jahr setzen sich aus Kraftstoffkosten, Kfz-Steuer und errechnetem Wertverlust (15 Prozent p. a.) zusammen
2 Kraftstoffkosten bei 1,65 Euro/Liter Super und einer jährlichen Laufleistung von 9.000 Kilometern

 

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