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Test VW Polo BlueGT: Quadratur des Kreises mit 140-PS

Von Ingo Koecher – Mit dem Kürzel GT macht Volkswagen aus Durchschnittsmodellen einer Baureihe sportliche Derivate. Dabei versucht VW beim Polo BlueGT den Spagat zwischen Leistung und effizientem Verbrauch. So arbeitet unter der Haube des Kleinwagens ein neuer 1.4-Liter Turbobenziner mit 140-PS, der im Sparmodus zwei seiner vier Zylinder abschaltet.

Die Quadratur des Kreises

Es ist nichts anderes, als die Quadratur des Kreises, der sich Volkswagen mit dem Polo BlueGT stellt. Dazu verpflanzt der Hersteller einen 1.4-Liter Vierzylinder Benziner mit 103 kW/140 PS und Zylinderabschaltung ACT in den Polo, kombiniert das Ganze mit den Spritspartechnologien Start-Stopp und Rekuperation eines BlueMotion und positioniert den Neuen schließlich als Öko-Racer zwischen dem sparsamen 1.2-Liter BlueMotion-Modell mit 77

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kW/105 PS und dem leistungsstarken 1.2-Liter GTI mit 132 kW/180 PS. Am Ende ruft VW für den Polo BlueGT mit ACT Zylinderabschaltung ohne Extras 19.650 Euro auf.

Fahreindruck

Volkswagen liefert den Polo BlueGT serienmäßig mit manuellem 6-Gang-Schaltgetriebe oder automatisiertem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG. Dabei soll der Verbrauch im Mittel für den Handschalter 4,6 l/100 km, mit DSG 4,5 l/100 km betragen.

Soweit die Eckdaten: Beide fünftürigen Modelle hat auto.de Probe gefahren. Dabei wurde schnell klar, dass die Verbrauchsangaben selbst bei besonnener Fahrweise nicht zu erreichen sind. Vielmehr pegelte sich der Polo

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BlueGT mit Handschaltung bei überwiegender Autobahnfahrt nahe 5,4 l/100 km, ausgerüstet mit Automatik bei mehrheitlicher Überlandfahrt bei 6,1 l/100 km ein. Wird der Polo BlueGT jedoch als GT bewegt, steigt der Verbrauch schnell an. Dann geht der Poloisti dem Sparpotential des sportlichen Kleinwagens mit Zylinderabschaltung verlustig.

Wer sparsam fahren möchte, muss die Anzeige des Bordcomputers im Augen behalten. Entsprechend eingestellt lassen sich dort Ab- und Zuschaltung des zweiten und dritten Zylinders beobachten. Bei Geschwindigkeiten zwischen 40 km/h bis 130 km/h arbeitet das aktive Zylindermanagement ACT. Aktiv ist die Abschaltung des zweiten und dritten Zylinders zwischen 1.400 und 4.000 Umdrehungen pro Minute bei Drehmomenten zwischen 25 bis 100 Newtonmetern. Wird über das Gaspedal mehr Leistung abgerufen, werden

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die beiden inaktiven Zylinder aktiviert. Ab- und Zuschalten der Zylinder verläuft unmerklich. Das größte Sparpotential liefert das System auf der Autobahn mit Tempomat und einer Geschwindigkeit von 120 km/h.

Fazit

Mit dem Polo BlueGT liefert Volkswagen einen neuen 1.4-Liter Benziner mit Zylinderabschaltung. Der im spanischen Pamplona montierte Kleinwagen soll seinem Eigner sportlichen Charakter bieten und dabei einen sparsamen Verbrauch bescheren. Während die Motorisierung des 140 PS Turbobenziners kaum Fragen offen lässt, fällt der Spareffekt eher mager aus. Und sobald der Polo BlueGT nach GT-Manier bewegt wird, verliert er sich

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beinahe gänzlich.

Dennoch ist die Technologie der Zylinderabschaltung keine Fingerübung der VW-Ingenieure. Vielmehr ist sie ein weiterer Baustein, die BlueMotion Familie um ein zusätzliches Modell zu ergänzen. Und würde der Motor in einem Polo ohne sportlichen Anspruch verbaut, wäre der Spareffekt um einiges höher.

Aber auch innerhalb des Konzerns werden zukünftige Modelle vom Vierzylinder mit 1.4-Liter mit Zylinderabschaltung profitieren. Der erste dürfte der neue VW Golf VII sein. Folgen werden die kompakten Stufenhecklimousinen Skoda Rapid und Seat Toledo, die wie der Golf VII Weltpremiere auf dem Pariser Automobilsalon (29.09. – 14.10.2012) feiern.

Datenblatt VW Polo BlueGT
   
drei- und fünftüriger, fünfsitziger Kleinwagen, Frontantrieb
   
Länge/Breite/Höhe: 4.064 mm/1.682 mm/1.462 mm
Radstand: 2.470 mm
   
Motor: Reihenvierzylinder TSI Turbobenziner mit ACT-Zylinderabschaltung, Direkteinspritzer
Hubraum: 1.395 ccm
Leistung: 103 kW/140 PS bei 5.600 Umdrehungen pro Minute
max. Drehmoment: 250 Newtonmeter bei 1.500-3.500 Umdrehungen pro Minute
Höchstgeschwindigkeit: 210 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h: 7,9 s
   
Verbräuche (Mittel)  
Test: 6-Gang-Schaltgetriebe SG6: 5,4 l/100 km
7-Gang-Automatik DSG7 6,1 l/100 km
Herstellerangabe: 6-Gang-Schaltgetriebe: 4,6 l/100 km
7-Gang-Automatik DSG 4,5 l/100 km
CO2-Ausstoß: 105 g/km
Schadstoffklasse: Euro 5
Effizienzlabel: SG6: B
DSG7: A
   
Ausstattung
(Serie, Auswahl):
Antiblockiersystem ABS, elektronisches Stabilitätsprogramm ESP, Berganfahrassistent, vier Airbags, Nebelscheinwerfer mit Tagfahrlicht, Isofix, Sportfahrwerk mit 15 mm Tieferlegung, Sportsitze, Lederlenkrad, Servolenkung, elektrische Fensterheber vorn, Funk-Zentralverriegelung
   
Gewichte/Zuladung  
Leergewicht: SG6: 1.212 kg
DSG7: 1.216 kg
zul. Gesamtgewicht: k. A.
Zuladung: k. A.
Anhängelast gebremst: k. A.
Anhängelast ungebremst: k. A.
zul. Stützlast: k. A.
zul. Dachlast: k. A.
Kofferraumvolumen: 242-882 l
   
Preis: ab 19.650 Euro (inkl. 19 Prozent MwSt.)
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6 Kommentare
  • Gast auto.de

    Ich hoffe stark, dass man die Start/Stop-Automatik auch deaktivieren kann bzw. dass diese "intelligent" ist.

    Warum? Ich fahre das Auto auf der Autobahn als GT und habe die letzte halbe Stunde die Höchstgeschwindigkeit ausgereizt. Kurz hinter der Abfahrt die erste rote Ampel. Motor aus – Turbo tot.

    Wenn dieses Szenario vermieden werden kann ist das mein nächstes Auto!

  • Gast auto.de

    Der Polo GTI hat einen 1.4 Motor, keinen 1.2er.

  • Gast auto.de

    Das Start/stop System ist intelligent genug um diese Situation zu erkennen und deaktiviert sich in diesem Fall von selbst.
    Gleiches gilt bei benötigter höhere Leistung für die Klimaanlage zum Runterkühlen.

  • Gast auto.de

    Was heißt GT. Der Polo mit vier Türen ist und wird nie ein GT. Auch wenn uns das VW glauben machen will. GT steht inder Tradition nicht für Viertürer. Wie lange der Motor dann hält steht auf einem anderen Blatt und wird wie immer am Kunden getestet.

  • Gast auto.de

    Dann nimmst du den Polo GT halt als 2-Türer. Du hast die Wahl.

    Und das der Motor am Kunden getestet wird (egal ob von VW oder von wem auch immer) ist natürich auch polemischer Unsinn. Jeder Hersteller fährt dutzende Motoren hundertausende Kilometer auf Prüfständen und sicher auch in "normalen" Straßenautos.

  • Gast auto.de

    Er ist konfigurierbar!

    Aber: Nur 3 Farben: Silber, weiß, schwarz. Die blauen Seitenwangen der Sitze passen zu keiner Farbe. Wenn schwarze Sitze, dann kein Xenon. Nehm ich das Panoramadach ist keine Klimaanlage lieferbar. Usw. Extreme Aufpreise.

    Die Differenz zum GTI bei vergleichbarer Ausstattung beträgt gerade mal rund 500 €.

    So wird das nichts!