Bikes am Bodensee: Neuheiten und Trends der Fahrradmesse - Magazin von auto.de
Bambus oder Edelholz

Bikes am Bodensee: Neuheiten und Trends der Fahrradmesse

Es geht wieder rund am Bodensee. Die Eurobike 2016 in Friedrichshafen zeigt die Trends der Fahrradbranche und alles, was dazu gehört. Die Leitmesse der Bike-Industrie öffnet vom 31. August bis zum 4. September die Tore, an den ersten drei Tagen haben nur Fachbesucher Zutritt.

Revolutionäre Neuheiten werden 2016 nicht zu sehen sein. Gleichwohl tüfteln die Hersteller, verfeinern, optimieren und machen das Rad zum Technologie-Träger. Mit einer elektronisch gesteuerten Gangschaltung etwa. Oder mit einer Freisprechanlage, denn das Telefonieren ist nicht nur auf vier sondern auch auf zwei Rädern ausschließlich mit einer solchen erlaubt. Viele kleine und große Hilfsmittel machen den Radl-Alltag angenehmer, leichter und sicherer.

Ein Rucksack als Protektor: Vaude kombiniert und schafft Doppelnutzen.

Ein Rucksack als Protektor: Vaude kombiniert und schafft Doppelnutzen.
Copyright: VAUDE

So etwa der Rucksack von Vaude, der neben einem hinreichenden Transportvolumen gleichzeitig schützende Wirkung hat: Er ist als Rücken-Protektor ausgelegt und verringert bei einem Sturz die Gefahr von Verletzungen. Ans Fahrrad gehört eine Klingel, viele Radler scheuen jedoch das Zusatzgewicht und empfinden die Montage am Lenker als unästhetisch. Der australische Hersteller Oy zeigt eine winzige Konstruktion, die für ihr geringes Gewicht von nur 23 Gramm überraschend viel Lärm machen kann. Sie schmiegt sich als winzige Erhebung an die Lenkstange an, nur der kleine Auslösehebel ragt fünf Millimeter aus der schlanken Form hervor.

Passt fast noch in den Rucksack: Zusammengefaltetes Tern Elektron.

Passt fast noch in den Rucksack: Zusammengefaltetes Tern Elektron.
Copyright: Tern

Großes Thema in Friedrichshafen: der Transport. Immer mehr Kuriere sind in den Innenstädten unterwegs und längst befördern sie nicht mehr nur Dokumente. Auch die Pizza wird schon per Rad geliefert, der Klempner oder Installateur reist mit Muskelkraft auf zwei Rädern an, und manch ein Arzt tritt beim Haubesuch in die Pedale. Dabei wird der italienische Tomaten-Käse-Fladen in wasserdichten Thermoboxen transportiert, etwa in der Rack Box von Ortlieb für den Gepäckträger und 99,95 Euro. Elektrisch unterstützt kann der Handwerker mit dem Lasten-E-Bike Packster von Riese & Müller auf Tour gehen. Das ist zwar nicht ganz billig (ab 3.999 Euro), kann aber als für den professionellen Einsatz gedachte Langversion sogar eine Europalette aufladen. Frau Doktor schließlich kann sich mit dem Pedelec My Volta mit Bambusrahmen (ab 3.199 Euro) vom Kieler Unternehmen My Boo durchs Verkehrsgewusel bewegen. Der Rahmen wird von Hand in Ghana gefertigt. „Bambus eignet sich aufgrund seines geringen Gewichts und seiner Stabilität extrem gut als Material für Fahrradrahmen“, erklärt Firmengründer Jonas Stolzke. Zudem könne man die Räder als sehr nachhaltig bezeichnen, denn erstens wachse der Rohstoff sehr schnell nach und zweitens werden mit den Erlösen soziale Projekte in Ghana unterstützt.

my Volta: Die Fahrräder mit den in Ghana gefertigten Bambusrahmen gibt es bei my Boo jetzt auch als Pedelec.

my Volta: Die Fahrräder mit den in Ghana gefertigten Bambusrahmen gibt es bei my Boo jetzt auch als Pedelec.
Copyright: my boo

Der spanische Hersteller TBK setzt ebenfalls auf ungewöhnlichen Werkstoff. Seine drei handgefertigten Elektro-Fahrräder haben einen Holzrahmen. „Unsere Fahrräder sind das Ergebnis eines Fertigungsprozesses, der Handwerk und Technologie kombiniert und die Umwelt respektiert. Wir nutzen verschiedene Arten von Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern“ so die Spanier. Tern Elektron aus Taiwan zeigt das kompakteste E-Bike mit einem Bosch-Antrieb (etwa 2.500 Euro). Es lässt sich in weniger als zehn Sekunden auf das kompakteste Maß der Tern-Produktpalette zusammenfalten und kann dank der schlanken Maße von 86 x 68 x 36 Zentimeter nahezu überallhin mitgenommen werden. Die 300Wh Bosch-Batterie soll Reichweiten von mehr als 100 Kilometer ermöglichen.

Günstiger radelt es sich mit Muskelkraft, das neue Stadtrad Lane von Winora kostet 699 Euro und wird als schlichtes, schickes und funktionelles Rad beschrieben. Gunnar Fehlau, Leiter des pressedienst-fahrrad: „Ordentliche Räder fangen bei 500 Euro an; darunter gibt es nur Spielzeug.“Safe is sexy – oder auch sehen und gesehen werden. Neben einem überaus vielfältigen Sortiment an neuen Helmen zeigen die Hersteller auf der Eurobike neue Beleuchtungssysteme. So etwa Voxom die Akku-Frontleuchten „LV1“ und „LV2“ (79,95 Euro) mit wasserdichtem Aluminiumgehäuse und internem Akku, der per USB geladen wird. Die Leuchtstärken liegen bei 375 und 290 Lumen, die Ladezeiten zwischen vier und sechs Stunden.

Doch was nutzt das schönste Panzerschloss, wenn sich der Tunichtgut an Sattel oder Räder heranmacht? Abus stellt als Weltpremiere die Diebstahlsicherung Nut Fix für 29,95 Euro vor, bei denen ein interner Sperrmechanismus die Schwerkraft nutzt und die Mutter blockiert, wenn das Fahrrad senkrecht steht. Am 3. und 4. September ist die Eurobike mit den Festival Days auch für Privatpersonen geöffnet. Samstags von 9 bis 18 Uhr, am Sonntag von 9 bis 17 Uhr.

Die Tageskarte kostet 12 Euro, die Wochenendkarte 17 Euro. Der Tageseintrittspreis für Familien (2 Erwachsene plus Kind von 6-14 Jahren) liegt bei 28 Euro, die Wochenendkarte kostet 40 Euro. Weitere Informationen zu den Eurobike Festival Days und allen Veranstaltungen des Rahmenprogramms finden sich auf der offiziellen Webseite www.eurobike-festivaldays.de.

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