Hannover: VW "Bulli" bekommt Dauerausstellung
Kultklassiker

Der Bulli bekommt seine längst überfällige Dauerausstellung

„Moosi“, „Henrik der Rote“ und „Samba“ sind nur drei der liebevollen Spitznamen, die die kultigen Ausstellungsstücke tragen. Sie und rund 100 weitere Exponate aus sechs Modellgenerationen sind Teil der Dauerausstellung „Bulli Klassik Tour“, die Volkswagen in Hannover, dem Standort des Nutzfahrzeugwerkes, zusammengestellt hat. Hinter den Preziosen stecken oft einzigartige, teils kuriose Geschichten. Erste Industrieroboter, Zeitzeugenvideos und historische Filmaufnahmen sorgen für eine lebendige Zeitreise in der Lagerstraße im Stadtteil Linden.

Weiß-rote Originallackierung sorgt für Nostalgie

Vor dem T1-Campingwagen (Baujahr 1962) mit Anhänger (Baujahr 1963): Werkleiter Udo Hitzmann, Betriebsratsvorsitzender Thomas Zwiebler und Hannovers Kulturdezernent Harald Härke (v. li.).V.l.n.r.: Udo Hitzmann, Thomas Zwiebler und Harald Härke.

Vor dem T1-Campingwagen (Baujahr 1962) mit Anhänger (Baujahr 1963): Werkleiter Udo Hitzmann, Betriebsratsvorsitzender Thomas Zwiebler und Hannovers Kulturdezernent Harald Härke (v. li.).V.l.n.r.: Udo Hitzmann, Thomas Zwiebler und Harald Härke.
Copyright: Auto-Medienportal.Net

„Weiß-rot war die erste Originallackierung des Samba-Bulli“, erinnert sich der 84-jährige Gerhard Mogwitz, als er mit einem gezielten Griff die rechte obere Ecke der Gummileiste von der Front löst. „Hierrunter haben wir früher die Chromschienen in der Karosserie verschraubt“, sagt der langjährige Mitarbeiter von Volkswagen Nutzfahrzeuge und deutet dabei auf eine darunter versteckte Schraube. Zum ersten Mal vorgestellt wurde das Sondermodell „Samba“ im April 1951 in Frankfurt, auf der ersten internationalen Automobilausstellung (IAA) nach dem zweiten Weltkrieg. Neben der zweifarbigen Lackierung und den Chromleisten, die die verschiedenfarbigen Bereiche trennen, wartete der Samba damals mit Chromradkappen und einem polierten VW-Emblem an der Front auf.

Der bei Gerhard Mogwitz und einer riesigen internationalen Fangemeinde beliebte Samba-Bus ist ein Beispiel für die Vielfalt der Ausstellung. Hinter jedem Fabrikat steckt eine ganz eigene Geschichte. Sei es durch die vielseitigen Einsatzzwecke, die herausragende wirtschaftliche Bedeutung für das Deutschland der Nachkriegszeit oder die liebevollen An- und Umbauten der Besitzer. Die neuinstallierte Dauerausstellung ist laut Udo Hitzmann, dem Leiter des Transporterwerks von VW in Hannover, gleichfalls „eine Hommage an unsere Mitarbeiter und lebhafter Treffpunkt für Liebhaber“. Die mehr als 60-jährige Erfolgsgeschichte wird der Öffentlichkeit in diesem Rahmen dauerhaft erlebbar gemacht und stetig um besondere Exponate erweitert.

Jeden Mittwoch, nach Voranmeldung

Dauerausstellung „Bulli Klassik Tour“: Das älteste Modell ist der blaue T1- Kastenwagen „Sofie“ aus dem ersten Produktionsjahr 1950.

Dauerausstellung „Bulli Klassik Tour“: Das älteste Modell ist der blaue T1- Kastenwagen „Sofie“ aus dem ersten Produktionsjahr 1950.
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Dass die „überfällige Dauerausstellung“ des Erfolgsmodells zum Publikumsmagneten wird, steht für Gerhard Mogwitz außer Frage. Viele der auf rund 7000 Quadratmetern Ausstellungsfläche geparkten Busse können für Hochzeiten, Oldtimerrallyes oder ähnliche Anlässe gemietet werden.

Zu besichtigen ist die Bulli-Parade jeden Mittwoch um 11 Uhr und um 14 Uhr. Eine Voranmledung ist notwendig. Tickets gibt es über das Veranstaltungsportal www.eventim.de und die Bestellhotline 01806/570070.

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