Kia Niro Hybrid: Erfrischend normal
Kia Niro Hybrid

Kia Niro Hybrid: Erfrischend normal

Eingefleischte Benziner- und Dieselfans machen öfter mal den Fehler, zu starr an Vorurteilen gegenüber anderen Antriebskonzepten festzuhalten. Etwa, indem sie alle Hybrid-Autos in die Schublade für gewöhnungsbedürftiges Design und die von vielen als nervig empfundene stufenlose Automatik stecken. Dabei trifft beides für den Kia Niro Hybrid gar nicht zu. Denn er ist erfrischend normal geformt. Und die Schaltarbeit erledigt ein sehr kooperatives Doppelkupplungsgetriebe.

Keiner für die Autobahn

mid Groß-Gerau - Dank geschickt platzierter Kanten und Kurven wirkt der Kia Niro frisch und modern.

Dank geschickt platzierter Kanten und Kurven wirkt der Kia Niro frisch und modern.
Copyright: Kia

Als gelungene Mischung aus Kombi mit leichten SUV-Zutaten rollt der Niro an, der 4,36 Meter lange Fünfsitzer mit dem 373 Liter großen Kofferraum ist ein Crossover im besten Sinne. Der leicht erhöhte Einstieg sorgt für Übersicht, die Dimensionen sind gut überschaubar. Und dank der Kia-Tigernase und ein paar geschickt platzierter Kanten und Wölbungen in der Karosserie wirkt er frisch und munter.

Eine Bemerkung zum Antrieb des Hybriden gleich im Voraus: Wer vorhat, oft und schnell lange Strecken auf der Autobahn zurückzulegen, ist mit diesem Niro nicht gut bedient. Einmal, weil er schon bei 162 km/h abgeregelt wird. Und zweitens, weil langes Schnellfahren nicht seinem Konzept entspricht und für einen unangenehm hohen Verbrauch sorgt – acht Liter je 100 Kilometer sind dabei schnell verbrannt. Das ist bitter.

Überzeugende Fahreigenschaften

mid Groß-Gerau - Der Niro verbindet Elemente eines Kombi mit denen eines SUV.

Der Niro verbindet Elemente eines Kombi mit denen eines SUV.
Copyright: Kia

Niro Hybrid-adäquates Fahren findet hauptsächlich in der Stadt statt, in diesem Umfeld kann er zeigen, dass die Kombination aus 1,6-Liter-Benziner mit 77 kW/105 PS und E-Motor mit 32 kW/44 PS ein erhebliches Sparpotenzial zu bieten hat. Die Tatsache, dass der Verbrenner gleich beim Losfahren elektrische Unterstützung bekommt, sorgt für einen flinken Ampelstart und entspanntes Einfädeln am Beschleunigungsstreifen. Kein Wunder: Das maximale Drehmoment von immerhin 265 Newtonmeter steht quasi ab Leerlaufdrehzahl, nämlich schon ab 1.000 U/min, parat.

Wer in der Stadt entspannt mitschwimmt und oft den E-Motor zum Einsatz bringt, kommt problemlos mit einem Verbrauch von um die fünf Liter aus, das ist für einen ausgewachsenen Kompakt-Crossover ein guter Wert. Im Schnitt erreicht der Niro Hybrid einen Testverbrauch von knapp sechs Liter je 100 Kilometer. Überzeugend sind die Fahreigenschaften des Testwagens: Das leicht straff ausgelegte Fahrwerk und die direkte Lenkung ergeben zusammen mit den langstreckentauglichen Sitzen eine Kombination, die auch mal zu einer flotten Kurvenkombination passt.

Wer preislich drauflegt, kann bei Kia Luxus bekommen

mid Groß-Gerau - Die Bedienung des Kia Niro ist vergleichsweise simpel, das DSG-Getriebe arbeitet unauffällig und kompetent.

Die Bedienung des Kia Niro ist vergleichsweise simpel, das DSG-Getriebe arbeitet unauffällig und kompetent.
Copyright: Kia

Wer bereit ist, auf den Einstandspreis von 25.390 Euro für die schon etwa mit Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Audiosystem mit 5-Zoll-TFT-LCD-Display, Tempomat, elektrischen Fensterhebern vorn und hinten, einem in Höhe und Tiefe verstellbaren Multifunktionslenkrad, Nebelscheinwerfern und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen ausgestattete Version Edition 7 noch etwas draufzulegen, kann sich problemlos einen kompakten Luxusschlitten konfigurieren. Komfort-Zutaten wie Sitzventilation vorne und Sitzheizung hinten, Einparksensoren, Rückfahrkamera oder JBL-Soundsystem verschönern und erleichtern das Autofahrerleben.

Dabei „demokratisiert“ Kia durch das Advanced-Driving-Assistance-Paket mit autonomem Notbremsassistent mit Fußgängererkennung und adaptiver Geschwindigkeitsregelanlage für 1.145 Euro in der Basisversion auch die gehobene Sicherheitsausstattung. Beim getesteten Spitzenmodell Spirit ist das schon drin, der Querverkehrwarner und der Spurwechselassistent kosten 490 Euro extra. Außer für die Lackfarbe Schneeweiß verlangt Kia übrigens für alle Lackierungen 550 Euro Aufpreis, Snow White Pearl wird mit 750 Euro in Rechnung gestellt.

Der Kia Niro Hybrid erweist sich als zeitgemäß

mid Groß-Gerau - Das Fahrwerk unterstützt durchaus auch mal eine flottere Fahrweise.

Das Fahrwerk unterstützt durchaus auch mal eine flottere Fahrweise.
Copyright: Kia

Die Konnektivität und die Infotainment-Fähigkeiten des Niro Hybrid lassen keine Wünsche offen: Bluetooth, USB, Aux, DAB-Radio – alles da, und alles lässt sich recht einfach bedienen. Das Multifunktions-Lenkrad sorgt dafür, dass sich vieles ohne große Ablenkung auf Knopfdruck erledigen lässt.

Unterm Strich hinterlässt der Kia Niro Hybrid den Eindruck eines zeitgemäßen und alltagstauglichen Autos, das besonders im Stadt- und Überlandverkehr mit günstigen Verbrauchswerten punktet, ordentliche Fahrleistungen und ein gutes Platzangebot bietet – und das viele Hybrid-Vorurteile widerlegen kann. Um das auszuprobieren, sind für die Spitzenversion Spirit 31.290 Euro nötig.

Technische Daten

Kia Niro Hybrid Spirit Fünftüriger Crossover-Kombi mit fünf Sitzplätzen
Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimeter 4.355/1.805/1.535/2.700
Kofferraumvolumen 373-1.425 l
Tankvolumen 45 l
Leergewicht 1.500 kg
max. Zuladung 430 kg
max. Anhängelast 1.300 kg
Wendekreis 10,6 m
Preis ab 31.290 Euro
Hybridantrieb Vierzylinder-Benziner
Hubraum 1.580 ccm
max. Leistung 77 kW/105 PS bei 5.700/min
max. Drehmoment 147 Nm bei 4.000/min
Hybridantrieb Permanent-Synchron-Elektromotor
Leistung 32 kW bei 1.798-2.500/min
max. Drehmoment 170 Nm bei 0 – 1.798/min
Systemleistung 104 kW/141 PS bei 5.700/min
maximales Drehmoment 265 Nm bei 1.000 – 2.400 /min
Getriebe 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Beschleunigung 0-100 km/h 11,5 s
Höchstgeschwindigkeit 162 km/h
Normverbrauch mit 16-Zöllern 3,8 l Super auf 100 km
CO2-Emission 88 g/km
Testverbrauch 6,2 l/100 km
Abgasnorm Euro 6d-Temp

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