Le Mans 2017: Mehr als nur ein Rennen - Magazin von auto.de
Le Mans Reportage

Le Mans 2017: Mehr als nur ein Rennen

Für Toyota sollte es die große Revanche werden, für Ford das Jubiläum nach dem Jubiläum – doch wie so oft haben die 24 Stunden von Le Mans ihre eigenen Gesetze. Das macht die Faszination dieses Langstreckenklassikers aus.

Nur das?

mid Le Mans - 285.000 Fans hat der Veranstalter gezählt. Volle Tribünen geben bei der Flaggenparade vor dem Start ein beeindruckendes Bild.

mid Le Mans – 285.000 Fans hat der Veranstalter gezählt. Volle Tribünen geben bei der Flaggenparade vor dem Start ein beeindruckendes Bild.
Copyright: Mirko Stepan / mid

„24 hours du Le Mans“, 2017 in der 85. Auflage, ist eines dieser Autorennen, das jeder kennt, ob Rennsport-Fan oder überzeugter Fußgänger. Grand Prix von Monaco, Indy 500, Le Mans. Schon gehört? Selbstverständlich! Le Mans, das ist aber mehr als nur ein Autorennen, mehr als eine Materialschlacht, mehr als ein Traum für Fahrer und ein Prestige-Objekt für Hersteller. Le Mans, das ist Hingabe, seitens der Teams und der Fans.

Eine Herzensangelegenheit. Wenn in der Tram T 1, die von der Universität raus aus dem Stadtzentrum bis zur MM-Arena und zum Osteingang der Strecke fährt, aus Smartphones die britische Hymne dudelt, die lauthals und mehrstimmig mitgesungen wird, es nach einer Mischung aus Sonnencreme, Bier und Schweiß riecht und freundliche, aber bestimmte Helfer in blauen Uniformen und Neon-Warnwesten dabei helfen, die Straßenbahn-Türen zu schließen, damit die Menschenmasse darin nicht einfach herausquillt, dann ist Rennwochenende in der französischen Stadt Le Mans.Die britischen Fans sind es, die dieses Rennen zu einem Fest machen, die die Innenstadt in eine Partymeile verwandeln.

Eine Angelegenheit von nationaler Bedeutung

mid Le Mans - Ford war in der LMGTE Pro-Klasse mit vier Autos am Start und wollte die Titelverteidigung. Doch der Sieg ging an Aston Martin.

mid Le Mans – Ford war in der LMGTE Pro-Klasse mit vier Autos am Start und wollte die Titelverteidigung. Doch der Sieg ging an Aston Martin.
Copyright: Mirko Stepan / mid

Die französischen Fans geben dem Rennklassiker etwas Erhabenes. Wenn zigtausend Besucher auf der Haupt-Tribüne kurz vor dem Start die französische Nationalhymne so inbrünstig mitsingen, dass es selbst dem emotionslosesten Besucher eiskalt den Rücken herunterlaufen muss, dann – spätestens dann – ist klar: Le Mans ist mehr als eine Motorsport-Veranstaltung. Le Mans ist eine Angelegenheit von nationaler Bedeutung. Denn alle Welt blickt nach Frankreich, aus aller Welt kommen Besucher. Am Freitagabend nach der Fahrerparade spielt ein Duo aus Mexiko vor einer kleinen Bar in der Altstadt. Gitarre und Gesang, Franzosen und Engländer – und das Fest ist perfekt.

Dass die beiden nicht wegen des Rennens in Le Mans 2017 sind, interessiert niemanden. In diesem Moment sind sie deswegen hier, wie alle anderen knapp 300.000 Renn-Fans auch. Der Reiz der 24 Stunden von Le Mans liegt auch darin, dass die Bürger der Stadt ihr Rennen zu lieben scheinen. Die Chequered Flag, die schwarz-weiß-karierte Zielflagge, ist allgegenwärtig. Von der Bier-Bar bis zum gediegenen Weinlokal, in dem es am Rennwochenende natürlich auch Bier gibt, und zwar aus Plastikbechern. 600 freiwillige Helfer sind bei der Fahrerparade rund um den Platz der Republik im Einsatz, ein Ereignis, bei dem an anderen Orten nicht einmal 600 Besucher kommen würden. In Le Mans sind es mehr als 150.000.

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