Sex, Drugs and Cars! - Magazin von auto.de
Wer mit dem Gasfuß sein ganz eigenes Orchester dirigiert, der will in so einem Auto unterwegs gar kein Radio hören Autobeziehungen

Sex, Drugs and Cars!

Liebevoll geben viele Besitzer ihrem Auto Spitznamen wie „Schorsch“ oder „Knutschkugel“ oder „der Kleene“, es wird gehegt und gepflegt und bekommt nach und nach immer mehr menschliche Eigenschaften. Je älter das Fahrzeug wird, umso inniger wird die Beziehung zwischen ihm und seinem Halter – gerade dann, wenn besondere Ereignisse mit dem Wagen in Verbindung gebracht werden. Der erste Kuss mit dem Partner, der Sommertrip nach Spanien mit der besten Freundin oder auch der kleine Unfall auf dem Weg zum Fußballspiel des Nachwuchses – nicht umsonst heißt es, das Auto wäre des Deutschen liebstes Kind. Viele Besitzer stellen sich die Frage: „Was ist mein Auto noch wert?“ und meinen damit nicht den Geldwert.

Das eigene Auto als Droge?

Schon seit mehreren Jahrzehnten beschäftigen sich Soziologen, Psychologen und Neurobiologen mit der Beziehung von Menschen zu Fahrzeugen. An der Universität Ulm wurden zum Beispiel jungen Männern Bilder von verschiedenen Fahrzeugtypen gezeigt. Diese sollten sie auf einer Skala in ihrer Attraktivität einschätzen. Dass der Sportwagen attraktiver eingeschätzt wurde als der Kleinwagen, überrascht erst einmal nicht. Doch während der Einschätzung wurden die Aktivitäten im Gehirn via Magnetresonanz festgehalten. Die Forscher fanden heraus, dass es beim Anschauen der Fotos zu starken Regungen im Nucleus Accumbens kommt – einer Kernstruktur im unteren Vorderhirn, die auch als „Belohnungszentrum“ bezeichnet wird. Die Aktivitäten in diesem Bereich treten beim Sex oder beim Konsum von Kokain am stärksten auf. Zwar heißt das nun nicht, dass ein Wagen wie eine Droge wirkt, doch der Vergleich bleibt mit diesen Ergebnissen nicht aus.

Nicht nur Männer bauen eine Beziehung zu ihrem Auto auf. Auch Frauen bringen ihren Wagen mit Emotionen in Verbindung – allerdings aus einem anderen Blickwinkel. Für den weiblichen Teil der Bevölkerung geht es vor allem um die individuelle Autonomie. Ein eigenes Fahrzeug bedeutet Unabhängigkeit und einen weiteren Schritt Richtung Gleichberechtigung. Dabei spielt es weniger eine Rolle, welcher Marke der Wagen angehört – im Gegensatz zur Männerwelt. Bei denen ist das Auto auch oftmals eine Anzeige des sozialen Status und steht für Wohlstand und Luxus. BMW und Mercedes liegen dabei ganz vorne.

Wenn der Wagen Sie anlächelt…

Ein weiterer Aspekt, der das eigene Auto personalisiert und die Bindung stärkt, ist die Frontpartie des Wagens. Die Scheinwerfer werden zu Augen, der Kühlergrill zum Mund und das Firmenzeichen stellt die Nase dar. Auf diese Weise bekommt jeder Wagen sein individuelles Aussehen und wirkt fröhlich, traurig, dominant, aggressiv oder kindlich. Das beeinflusst die Gefühle zum Auto. Laut einer vergangenen Studie aus Österreich und den USA kamen über 90 Prozent der Teilnehmer zur Übereinstimmung, ob ein Fahrzeug eher devot oder eher aggressiv wirkte. Grund hierfür seien evolutionsbedingte Überbleibsel, so die Forscher. Menschen würden versuchen, so viel Informationen wie möglich aus dem Gesicht einer Person zu lesen – was dazu führe, dass überall Gesichter gesehen werden würden, auch in Autos.

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