Test Audi RS7 Sportback: Die Eruption der Eleganz - Magazin von auto.de
Audi RS7 Sportback

Test Audi RS7 Sportback: Die Eruption der Eleganz

Exorbitante Motorpower und elegante Formensprache – verträgt sich das beim RS7 Sportback? Unterm Strich: Absolut. Würde man die selbe Klangkulisse und den selben katapultartigen Abzug in einem anderen Modell erleben, könnte das vor allem aus Sicht Außenstehender schnell übertrieben bis angeberisch wirken. Das elegante Audi-Coupé hingegen kann sich den röhrenden, blubbernden und brabbelnden Sound des 605 PS starken V8-Biturbos leisten. Trotz krawallartig brüllender Auspuffendrohre, trotz zur Schau getragenen Antrittsvermögens umweht den RS7 stets ein Hauch von Understatement, das er für den ausgewogenen Auftritt nutzt – imposant in Klang und Optik, aber nie zu dick aufgetragen.

Im Stand und ohne Abruf der üppigen Leistungsreserven verströmt der Audi RS7 ausgesprochene Eleganz mit einem Hauch Sportlichkeit. Als einer von sieben RS-Hochleistungsportlern der quattro GmbH – alle mit serienmäßigem Allradantrieb – gibt sich der RS7 Sportback performance relativ zurückhaltend als Kraftprotz zu erkennen. Seine wichtigsten Merkmale: Am markanten Lufteinlasstrichter prangt der quattro-Schriftzug, diverse Anbauteile sowie die Außenspiegel heben sich in matter Titanoptik ab, und der Farbton „Ascariblau Metallic“ ist alleine diesem Modell vorbehalten. Allerdings passen auch elegantere Töne wie „Daytonagrau“ besonders gut zum vielseitigen Charakter des Boliden. Die riesenhaften 21-Zöller unterstreichen die elegant-dynamische Formgebung zusätzlich.

mid Groß-Gerau - Am besten mit Echo: Mit seiner serienmäßigen Sportabgasanlage verschafft sich der RS7 Sportback Gehör.

mid Groß-Gerau – Am besten mit Echo: Mit seiner serienmäßigen Sportabgasanlage verschafft sich der RS7 Sportback Gehör.
Copyright: Audi

Wie ein handgefertigter Maßhandschuh umschmeicheln die Sitze und der gesamte Innenraum die Insassen. Vor allem der Fahrer hat alles jederzeit locker im Griff und im Überblick. Wer’s geräumig und übersichtlich mag, ist beim RS7 nicht an der richtigen Adresse. Aber wen überrascht das? Die Platzverhältnisse sind im Fond und hier vor allem in Sachen Kopffreiheit eingeschränkt. Und nach schräg hinten trösten Sensoren, Warnzeichen und Rückfahrkamera hilfreich über den eingeschränkten direkten Blick hinweg. Das Besondere hingegen an der Sportversion des Audi A7: Im Gegensatz zu reinrassigen Sportwagen, die auch nicht unbedingt schneller als in 3,7 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h schnellen, kann man den Fahrspaß mit der ganzen Familie teilen. Lediglich beim Komfort sind hier Grenzen gesetzt, denn wenngleich die Lenkung phasenweise fast zu komfortabel wirkt, so gibt sich das Fahrwerk auch in der softesten Einstellung sehr straff.

Sportfans unter den glücklichen RS7 Sportback-Besitzern werden dies wiederum gerne in Kauf nehmen, denn der Ingolstädter besticht dank variabler Allradtechnik mit überzeugender Traktion auch im Grenzbereich – etwa beim heftigen Herausbeschleunigen aus engen Kehren. Das Gefühl der G-Kräfte wird durch die Soundorgie verstärkt, mit der der V8-Biturbo seine Performance aktustisch untermalt. Ob das sonore Brüllen bei durchgedrücktem Gaspedal oder beim Herunterschalten ein Röcheln und Brabbeln, das die Ohren zwar nicht gerade umschmeichelt, aber dennoch fasziniert.

mid Groß-Gerau - Carbon und Kommunikation: Der RS7 vereint auch im Innenraum hohe Performance mit Eleganz.

mid Groß-Gerau – Carbon und Kommunikation: Der RS7 vereint auch im Innenraum hohe Performance mit Eleganz.
Copyright: Audi

Angenehme Überraschung: Für einen bis zu 305 km/h schnellen Sportwagen glänzt der RS7 Sportback dank Schrägheck mit gut zugänglichem und üppigem Kofferraum: 535 bis maximal 1.390 l Fassungsvermögen sind selten in Kombination mit 445 kW/605 PS zu haben. Damit übertrifft er auch den Mercedes CLS deutlich. Der hat erst als Designkombi „Shooting Brake“ mehr Raum zu bieten, kostet dann aber bei 20 PS weniger Leistung fast 12.000 Euro mehr. Ebenfalls überraschend: Im Teillastbetrieb schaltet der V8-Biturbo auf halbe Kraft um und jeden zweiten Zylinder ab. Unter anderem dies führt zu 9,5 l/100 km Normverbrauch – zwar kein Fabelwert der Sparsamkeit, jedoch in Relation zur abrufbaren Leistung absolut vertretbar. Im Praxistest hat sich der RS7 bei beherzter Gangart zwar schnell mal gut 14 l/100 km genehmigt, aber es geht im verhaltenen Cruising-Modus auch so zurückhaltend wie im Katalog versprochen. Egal ob Krawall oder Cruising, stets ist gewaltige Schubkraft abrufbar. 700 Nm Drehmoment stehen dank Biturbo-Technik bereits ab 1.750/min zur Verfügung, woran sich bis 6.000/min nichts ändert. Mit Overboost sind es kurzzeitig sogar 750 Nm.

Der Audi RS7 Sportback performance beweist: Eleganz und Sportlichkeit vertragen sich durchaus. Wer das nötige Kleingeld hat, wird mit einer sehr großen Bandbreite von ausreichend komfortablen bis extrem dynamischen Fahreigenschaften belohnt. Wirklich sanft gibt sich der quattro-Bolide nie, aber für diesen Zweck halten die Ingolstädter ja andere Modelle parat. Somit könnte der RS7 Sportback für jene ehemaligen Audi A5-Fahrer passen, die nach Familiengründung nicht gleich auf einen Kombi hochrüsten wollen.

Technische Daten Audi RS7 Sportback

Länge/Breite (ohne Spiegel)/Höhe/Radstand in Meter: 5,01/1,92/1,42
Leergewicht: 2.005 kg
zul. Gesamtgewicht: 2.515 kg
max. Zuladung: 515 kg
Kofferraumvolumen: 535 bis 1.390 l
Tankinhalt: 65 l
Motor: V8-Benziner mit Biturboaufladung
Getriebe: Achtganggang-Automatik, Allradantrieb
Hubraum: 3.939 ccm
Leistung: 445 kW/605 PS bei 6.100 – 6.800
max. Drehmoment: 700 Nm bei 1.750-6.000/min und 750 bei 2500-5500/min im Overboost
Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 3,7 s
Höchstgeschwindigkeit: 250/280/305 km/h
Normverbrauch: 9,5 l pro 100 km
CO2-Ausstoß: 221 g/km
Preis: ab 121. 700 Euro

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