Brilliance

Brilliance BS 6: Holpriger Start für die China-Limousine
Brilliance BS 6: Holpriger Start für die China-Limousine Bilder

Copyright:

auto.de Bilder

Copyright:

auto.de Bilder

Copyright:

auto.de Bilder

Copyright:

Die erste chinesische Limousine mit der Bezeichnung
„Brilliance BS 6“ soll ab Anfang 2007 den deutschen Pkw-Markt durcheinander
wirbeln. Für Preise zwischen 19 000 Euro und 20 000 Euro gibt es eine
ausgewachsene Mittelklasse-Limousine mit Stufenheck, vier Türen und einem
großen Kofferraum. Das Basismodell wird von einem 2,0-Liter-Benziner mit 90
kW/122 PS angetrieben. Die „Deluxe“-Version mit Klimaautomatik, Schiebedach
und CD-Wechsler ist in Verbindung mit dem stärkeren 2,4-Liter-Benzinmotor
mit 95 kW/130 PS für rund 23 000 Euro erhältlich.

Brilliance als ernstzunehmender Wettbewerber?

Der chinesische Autobauer Brilliance will den hiesigen Herstellern und
Importeuren als ernstzunehmender Wettbewerber entgegentreten. Dazu schmücken
sich die Asiaten mit europäischen Namen: Die italienischen Designschmieden
Pininfarina und Giugiaro sollen an der Optik gewerkelt haben, das
Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach hat angeblich das Chassis optimiert.
Und mit BMW versteht man sich sowieso prächtig: Die Bayern sind der
Joint-Venture-Partner von Brilliance in China und haben den Asiaten
Nachhilfe in Sachen Produktion erteilt. Alles in allem, meint
Brilliance-Chef Yu Min Qi, sei der BS 6 daher fast schon ein europäisches
Produkt.

Probleme beim Crash- Verhalten

Technische Schwierigkeiten gibt es trotzdem. Vor allem das
Crash-Verhalten macht Probleme: Bei internen Tests nach dem
Euro-NCAP-Verfahren sprangen nur zwei Sterne heraus. „Schnelle Lösungen“ und
Nachbesserungen verspricht das Unternehmen nun, um dem BS 6 kurzfristig
mindestens drei Sterne zu verschaffen. Bis es soweit ist, müssen ABS und
zwei Airbags die Sicherheit an Bord gewährleisten. ESP gibt es frühestens
zur Modellpflege in rund drei Jahren. Für eine Limousine der oberen
Mittelklasse, wie die Chinesen den BS 6 eingeordnet wissen wollen, ist das
reichlich dürftig. Und auch die auf den ersten Blick annehmbare, im Detail
aber nachlässige Verarbeitung, der Materialmix im Innenraum aus
Holzapplikationen, Plastik und Billigpolstern sowie die Ausdünstungen der
Kunststoffe zeigen den großen Nachholbedarf der chinesischen Marke.

Trotz Größe kein Wunder der Raumausnutzung

Zudem ist der BS 6 trotz 4,88 Metern Länge und 2,79 Metern Radstand kein
Wunder der Raumausnutzung, auch wenn der Kofferraum ein stattliches Volumen
von 550 Litern bietet. Doch im Innenraum stößt schon ein 1,80 Meter großer
Fahrer mit dem Kopf beinahe an den Dachhimmel und findet trotz einiger
Verstellmöglichkeiten keine zufriedenstellende Sitzposition hinter dem zwar
ebenfalls verstellbaren, aber zu niedrigen Lenkrad. Positiv sind hingegen
die übersichtlich gestaltete Armaturentafel und die einfache Bedienung.

Guter Eindruck beim Fahren

Im Fahrbetrieb gibt sich der Fronttriebler auf den ersten Kilometern
recht unauffällig, mit einem akzeptablen Geräuschniveau und angenehmen
Fahrwerkskomfort. Die indirekt ausgelegte Lenkung ist in dieser
Fahrzeugklasse nichts Ungewöhnliches. Auch wenn die einzelnen Schaltgassen
des Fünfgang-Getriebes enger beieinander liegen könnten, macht die Limousine
aus Fernost einen guten ersten Eindruck. Die angebotenen Triebwerke wirken
allerdings etwas müde: Für den Antrieb stehen zunächst zwei ältere
Mitsubishi-Vierzylinder-Benziner mit zwei Litern und 2,4 Litern Hubraum zur
Verfügung; die Leistung beträgt 90 kW/122 PS beziehungsweise 95 kW/130 PS.
Ein Diesel soll schon 2007 folgen.

Vertrieb noch nicht geklärt

Das größte Fragezeichen steht nach wie vor hinter dem Vertrieb der
Fahrzeuge. Nach dem Hickhack um den früheren Importeur Euro Motors, mit dem
auf der Leipziger AMI im Frühjahr 2005 erste Verträge unterzeichnet worden
waren, soll nun die Firma HSO des früheren VW-Vertriebsvorstands Hans-Ulrich
Sachs als Generalimporteur die Distribution der Modelle in Europa auf die
Beine stellen. Sachs will noch in diesem Jahr die europäischen Händler mit
rund 3 000 Fahrzeugen ausstatten. Das Problem ist nur: Zurzeit gibt es weder die Fahrzeuge noch die
Händler. Die Gespräche laufen und sollen noch bis Ende Dezember unter Dach
und Fach gebracht werden, vertröstet Sachs, der pro europäischem Land eine
Importeursgesellschaft mit dem Vertrieb beauftragen will. Bis dahin sind
dann vielleicht auch die ersten Autos aus China in Deutschland eingetroffen:
1 000 Einheiten sind angeblich per Schiff bereits unterwegs und werden in
Bremerhaven erwartet, die anderen sind, so Sachs, „bestellt“.

Hohe Ziele

Die Zielsetzung bleibt aber optimistisch: Nach 15 000 Einheiten für 2007
sollen im Jahr 2011 europaweit rund 50 000 Fahrzeuge abgesetzt werden.
Potenzielle Kunden sieht Sachs vor allem unter den momentanen Hyundai- und
Kia-Fahrern sowie bei Käufern japanischer Fahrzeuge von Nissan oder
Mitsubishi. Zugleich soll die Modellpalette deutlich ausgebaut werden: Eine
Mittelklasse-Limousine namens BS 4 und ein Coupé sind bereits für 2007
angekündigt, später sollen der BS 2 für die Golf-Klasse sowie möglicherweise
ein SUV folgen.

Technische Daten

2,0-Liter-Vierzylinder-Ottomotor mit 90 kW/122 PS; maximales Drehmoment
170 Nm; null bis 100 km/h in 13,8 Sekunden; Höchstgeschwindigkeit 190 km/h;
Verbrauch noch nicht klassifiziert; Schadstoffnorm Euro 4; Preise zwischen
19 000 und 20 000 Euro. 2,4-Liter-Vierzylinder-Ottomotor mit 95 kW/130 PS; maximales Drehmoment
195 Nm; null bis 100 km/h in 12,5 s; 195 km/h; Verbrauch noch nicht klassifiziert; Euro 4; Preise ab 23 000 Euro.

mid

UNSERE TOP-ANGEBOTE FÜR SIE

MEHR ERFAHREN AUS DEM BEREICH NEWS

Klassiker: Auch der neue Roadster Vantage bleibt der Tradition des Hauses treu.

Im Frühjahr 2020 lüftet Aston Martin den Vantage

Bugatti und die Weltrekorde

Bugatti und die Weltrekorde

Opel Astra Sports Tourer.

Opel schnürt Business-Pakete

zoom_photo