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Citroen C1 HDi 55: Geiz ist geil

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Willkommen im günstigsten Diesel seiner Klasse. Und im zweitgünstigsten Diesel auf dem deutschen Markt, wenn uns die Recherche nicht täuscht. Denn Citroen ruft für den C1 HDi 55 als Dreitürer aktuell 10 700 Euro, auf, dass kann in der Kleinwagenliga keiner toppen. Billiger ist nur der deutlich größere Dacia Logan, der laut Preisliste ab 10 450 Euro zu haben ist und damit den Preis als Schnäppchenkönig holt. Doch was kann der Franzose mit Selbstzünder und macht das Prinzip Diesel hier überhaupt Sinn?

Gute Fahrleistungen in der Stadt

Nach dem Start nagelt das Aggregat erstmal kräftig. Hier wurde offensichtlich am Dämmmaterial gespart. Erstmal warm, läuft der 1,4-Liter-Motor weitaus dezenter, ist aber trotzdem stets präsent. Immerhin wagt Citroen als einziger der drei Partner Toyota (Aygo) und Peugeot (107) den Schritt zum Selbstzünder. 40 kW/54 PS und 130 Newtonmeter sorgen für annehmbare Fahrleistungen vor allem in der Stadt, auf Deutschlands Autobahnen kommt sich der Fahrer manchmal etwas verloren vor, wenn die Anderen mit 200 km/h an ihm vorbeirauschen. Im kleinen Franzosen endet der Vortrieb bei 154 km/h, die er nach langem Anlauf erreicht. Tempo 100 knackt er nach 15,6 Sekunden. Im größeren C2 werkelt der gleiche Motor ebenfalls und sorgt mit 68 PS für deutlich mehr Schwung. Der Eingriff in die Elektronik und weniger Ladedruck kosten eben Drehmoment und Schwung. Manchmal, auf abschüssiger Piste und mit ein wenig Rückenwind, überschreitet der C1 die 170 km/h-Marke, bei der die Anzeige des Tachos endet.

Benziner und Diesel nehmen sich letztendlich nicht viel

Spätestens an der Zapfsäule sehen wir die schnelleren Fahrer von vorhin wieder und beginnen zu lächeln: Unter fünf Liter Verbrauch sind kein Problem, mehr als sechs kaum möglich. Wer den Gasfuß gefühlvoll einsetzt, schafft eine drei vorm Komma. Selbst mit dem kleinen 35-Liter-Tank schafft der C1 locker gute 600 Kilometer. Im Vergleich zum Benziner lohnt diese Sparsamkeit aber trotzdem nichts: Der Aufpreis von 1200 Euro und die höheren Folgekosten machen den Diesel erst nach 40 000 Kilometern günstiger als den Benziner, der zudem mit mehr Leistung (68 PS) lockt. Bei Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit gibt der Ottomotor dem Selbstzünder das Nachsehen, beim Verbrauch gerät er gerade einmal mit einem halben Liter ins Hintertreffen. Das macht den Diesel nur für Freunde dieses Antriebes zur Alternative. Das gute Gewissen beruhigt dann aber sicher nicht, dass ein Russpartikelfilter nicht lieferbar ist, auch wenn der C1 auch so Euro4 erfüllt.

Innenraum muss Kritik einstecken

Vorn sitzt es sich bequem im C1, auch eine 400-Kilometer-Fahrt war gut zu ertragen. Hartes Plastik dominiert natürlich das Interieur und die Qualität ist nicht berauschend. Der Drehzahlmesser (Teil des Audio-Klima-Paketes für 1100 Euro) knackte bei kühlen Temperaturen deutlich hörbar, die Kofferraumabdeckung gab auch häufiger Laut. Ansonsten ist die Bedienung praktisch und einfach. Im Fond sollten nur Kinder länger Reisen, für Erwachsene wird es auf Dauer eng. Der Testwagen als Dreitürer verärgerte zudem mit der fehlenden Easy-Entry-Funktion, die den Sitz nach dem Vorklappen wieder in die vorherige Position gleiten lässt. Hier muss jedes Mal nachjustiert werden. Der Kofferraum ist mit 139 Litern Volumen nur für das kleine Gepäck geeignet, dass allerdings über eine hohe Ladekante gewuchtet werden muss. Die Rücksitzlehne lässt sich nur vom Kofferraum entriegeln, das dafür zu verwendende Stoffband wirkt billig.

Liste der Kritikpunkte scheint lang

Harte Bodenwellen mag der C1 nicht, ansonsten federt er munter und ausreichend komfortabel. Im Grenzbereich schiebt er brav über die schmalen Vorderräder, ESP ist nicht erhältlich. Die dünnen Reifen sorgten bereits für Kritik, denn der Bremsweg wächst so auf fast 44 Meter aus Tempo 100. Zuviel für ein modernes Auto. Die elektrische Servolenkung könnte exakter arbeiten. Die Liste der Kritikpunkte scheint lang. Aber der Citroen C1 ist ein gelungener Kleinwagen, der gerade die weibliche Klientel mit seinem pfiffigen Äußerem ansprechen wird. Manche Details wirken billig, andere zu wenig durchdacht. Aber wir sprechen hier von einem der günstigsten Autos auf dem Markt. Inklusive der Style-Ausstattung und dem Audio-Klima-Paket und Metallic-Lackierung kostet der HDi 55 exakt 12 150 Euro. Dafür hat er aber auch eine komplette Ausstattung, die nichts Elementares (außer ESP) vermissen lässt und sogar einen Hach von Luxus versprüht. Wer wirklich sparen will, muss allerdings zum Benziner greifen.

ar/sb

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