Dakar-Geschichte: Die Idee zählt
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(adrivo.com) Ideen können die Welt verändern, in diesem Fall die Rennsportwelt. Es war das Jahr 1977 als Thierry Sabine sich mit seinem Motorrad in der libyschen Wüste bei der Rallye Abidjan-Nizza verirrte und nach seiner Rettung eine Idee hatte. Die Schönheit der Wüstenlandschaft hatte ihn dermaßen beeindruckt, dass er seine Entdeckung mit so vielen Menschen wie möglich teilen wollte. Er erdachte sich eine Route, die in Europa beginnen sollte und über die algerische Hauptstadt Algier und das in Niger gelegene Agadez schließlich in den Senegal und in dessen Hauptstadt Dakar führen sollte.

Es dauerte nicht lange und die Vision von Sabine wurde Wirklichkeit. Bereits am 26. Dezember 1978 startete die erste Rallye Paris-Dakar auf dem Place du Trocadéro. 170 Teilnehmer hatten sich eingefunden um die 10.000 Kilometer durch Algerien, Niger, Mali, Obervolta (das heutige Burkina Faso) bis in den Senegal zurückzulegen. Thierry Sabines Motto für das Rennen lautete: "Eine Herausforderung für jene, die fahren. Ein Traum für jene, die zurückbleiben."

Der erste Sieger der Wüstenrallye war der Motorrad-Pilot Cyril Neveu, der insgesamt fünf Mal bei den Motorrädern ganz oben stand. Da beim ersten Auftritt die Zwei- und die Vierräder noch nicht getrennt gewertet wurden, belegte das schnellste Auto in der Gesamtwertung den vierten Rang. Es war ein Range Rover, der von Francois Genestier pilotiert wurde, der somit als Vierter den ersten Sieg bei den Autos einfuhr.

Doch bereits bei der ersten Ausgabe der Dakar ging es nicht nur um die Sieger. Für viele war das Erlebnis der Wüstenrallye und der Kampf gegen die Strecke Herausforderung genug. Als Belohnung genügte dann schon die Ankunft in Dakar. Jene, die es nicht bis dorthin schafften, kamen meist wieder, um die Herausforderung doch noch zu meistern.

Bereits im zweiten Jahr hatten auch die großen Fahrzeughersteller die Attraktivität der Veranstaltung für sich erkannt und entsandten eigene Teams. Die Anzahl der Teilnehmer wuchs von 170 auf 216 und erstmals waren auch Trucks am Start. 1980 war auch das erste und bislang einzige Jahr, in dem Volkswagen gewinnen konnte. Freddy Kattulinsky pilotierte damals einen Iltis zum Sieg bei den Autos. Bei den Motorrädern holte sich Cyril Neveu abermals den Platz an der Sonne.

Mit zunehmender Teilnehmerzahl wuchs auch die Zahl an Zusehern. Bereits 1981 geriet die Abreise in Richtung Afrika zur eigenen Showveranstaltung, an der sich wahre Zuschauermassen beteiligten. Doch nicht nur die steigende Popularität ließen das Rennen immer mehr in den Legenden-Status aufsteigen. Es waren auch solche Dinge wie der Sandsturm, in dem 1983 zunächst 40 Fahrer verloren gingen. Innerhalb von vier Tagen wurden aber alle mittels Helikopter wieder wohlbehalten nach Hause dirigiert. Nicole Maitrot, eine Teilnehmerin 1982, meinte: "Man hat den Eindruck, dass Thierry Sabine Gott ist, der vom Helikopter aus über seine Schäfchen wacht, der im Sturzflug herunterkommt, um jenen zu helfen, die sich verirrt haben."

Doch dass auch Sabine nur ein Normalsterblicher war, musste die Dakar-Gemeinde 1986 feststellen. Zusammen mit dem Sänger Daniel Balavoine, der Journalistin Nathaly Odent, dem Funk-Techniker Jean-Paul Le Fur und dem Piloten Francois Xavier-Bagnoud kam Sabine bei einem Hubschrauber-Absturz während der Rallye ums Leben. Sein Vater Gilbert und Patrick Verdoy führten den Bewerb in diesem Jahr dennoch zu Ende und auch in den Folgejahren führten sie die Dakar fort.

Thierry Sabine war leider nicht das einzige Opfer, dass die Dakar gefordert hat. Insgesamt kamen bislang mehr als 50 Menschen bei der Rallye ums Leben. Auch die bislang letzte Ausgabe der Dakar 2007 forderte mit dem Motorrad-Piloten Elmer Symons ein Opfer. Doch es traf nicht nur Teilnehmer. Auch Zuschauer waren unter den Todesopfern, da die Streckensicherheit auf so einer großen Rallye nie umfassend garantiert werden kann. Zwar hat die Organisation ein eigenes Programm entwickelt, um die Zuschauer so gut wie möglich zu informieren und damit ihre Sicherheit zu vergrößern, aber hundertprozentige Sicherheit wird es nie geben können.

Hand in Hand mit der tragischen Seite ging bei der Dakar auch immer jene der Sieger. Es ist das Naturell einer solchen Veranstaltung, dass die emotionale Schere hin und wieder besonders weit aufgeht. Während die einen weinen, freuen sich die anderen. Und die Dakar hat große Sieger hervorgebracht. Cyril Neveu wurde bereits erwähnt. Im Motorrad-Bereich gab es dann auch noch den zweimaligen Motorrad-Sieger Hubert Auriol, der es 1992 als erster schaffte auch bei den Autos zu gewinnen, nachdem er 1988 wegen eines Unfalls auf vier Räder umgesattelt hatte. Von 1994 bis 2003 war er zudem der Direktor der Dakar.

Erfolgreicher als Neveu war auf zwei Rädern aber nur Stéphane Peterhansel, der den Bewerb sechs Mal für sich entscheiden konnte. Der Franzose fuhr danach, wie Auriol, erfolgreich bei den Autos mit. 2004, 2005 und 2007 siegte er schließlich auch auf vier Rädern und mit seinen insgesamt neun Gesamtsiegen ist er Rekordhalter. Rekordsieger bei den Autos alleine ist Ari Vatanen, der 1987 und von 1989 bis 1991 insgesamt vier Mal gewinnen konnte. Nicht vergessen darf man natürlich die erste Frau, die gewinnen konnte. Das gelang 2001 Jutta Kleinschmidt.

Über die Jahre hat sich die Route verändert und auch die Teilnehmerzahlen haben fluktuiert. So waren 2005 688 Fahrzeuge am Start und im schwächsten Teilnehmerjahr 1993 nur 153. Damals fuhren allerdings auch keine Trucks im Bewerb mit und die Mechaniker wurden per Flugzeug transportiert. Ausgerechnet bei der Jubiläumsausgabe, der 30. Rallye Dakar, musste wegen Terrorgefahr in Mauretanien die gesamte Rallye erstmals komplett abgesagt werden. Schon 2007 waren zwei Etappen in Mali abgesagt worden, weil algerische Rebellen die Teilnehmer als Geiseln hätten nehmen können. Was trotz der ersten Absage in der Geschichte der Dakar bleibt, ist die Idee, die Thierry Sabine 1977 vom Abenteuer in der Wüste hatte.

© adrivo Sportpresse GmbH

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