Deutsche Autohändler: Mangelnde Sachkenntnis über Fördermöglichkeiten
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Eine Studie des Marktforschungsunternehmens Yougov Psychonomics stellt den deutschen Automobilhändlern ein schlechtes Zeugnis aus: Obwohl rund ein Fünftel wegen der aktuellen Wirtschaftskrise mit Liquiditätsproblemen zu kämpfen haben, sind viele Händler nur schlecht über mögliche Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten informiert. Lediglich ein Drittel aller Befragten gab an, sich mit möglichen Förderungen durch Banken und Staat auszukennen, 41 Prozent äußerten dagegen ihre Unkenntnis diesbezüglich. Das Informationsdefizit führt dazu, dass die bestehenden Unterstützungsmöglichkeiten durch Haus- und Autobanken nicht wahrgenommen werden.

Selbst gut informierte Händler wissen nur wenig: Der genaue Ablauf einer Finanzierung etwa von Lagerwagen, der Bereitstellung von Krediten für Vorführwagen, oder die Einkaufsfinanzierung für Neu- und Gebrauchtwagen ist 51 Prozent der Händler nicht geläufig. Unwissenheit besteht zudem über das Mittelstandsförderprogramm der KfW – laut Studie sind es nur 39 Prozent, die hinsichtlich dieser Förderungsmöglichkeit informiert sind.

Die größten Wissensdefizite haben Händler im Falle der Betriebsmittelfinanzierung und der Investitionsfinanzierung durch Banken. Selbst unter gut Informierten weiß etwa nur jeder Fünfte um entsprechende Förderung.

Banken in der Pflicht

Geschlossen werden können die Wissenslücken nur dann, wenn sich die Informationspolitik der Banken deutlich verbessert, so Oliver Gaedeke, Leiter der Finanzdienstleistungsmarktforschung bei Yougov Psychonomics. Dabei ist das Interesse an Fördermöglichkeiten groß: Etwa zwei Drittel der Händler würden eine Förderung durch die Haus- oder Autobank wahrnehmen. Ursache für die geringe Inanspruchnahme ist jedoch nicht nur das Informationsdefizit der Händler, sondern zu einem wesentlichen Teil die Kriterien der Vergabe von Finanzierungsmöglichkeiten. Hinzu kommt ein nur sehr schwer zu durchschauender Ablauf bei der Antragsstellung selbst, der die Händler eher abschreckt als eine Inanspruchnahme zu begünstigen.

Die Studie war Bestandteil der Untersuchung „Finanzvertrieb im Automobilhandel 2010“, die im Juli veröffentlicht wird. Im Rahmen der Studie befragte Yougov Psychonomics etwa 500 Finanzproduktentscheider in der Händlerbranche.

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