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Fahrbericht Saab 9-3 2.0T: Auf der Suche nach dem eigenen Ich
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Saab, das galt früher als Auto für Individualisten. Menschen, die sich abheben wollen aus der Masse, weg von automobilem Einheitsbrei, aus hartem, schwedischen Stahl gebaut für die Ewigkeit.

Mit der Übernahme der Marke durch General Motors bröckelte das Image etwas, zudem macht es die kleine Modellpalette den Schweden nicht leicht, sich auf dem harten Premiummarkt in Deutschland durchzusetzen. Aber der 9-3 hat immer noch das gewisse Etwas, auch wenn die Limousine an das moderne Design des Kombis nicht heranreicht.

Klapperfrei und angenehm…

Saab wird wohl auf den Schlüsselschacht in der Mittelkonsole nie verzichten – gut so. Auch das eigenwillig gezeichnete Armaturenbrett, gefühlt massiv wie ein Schmiedeblock, hat Stil und bleibt auch auf schlechten Strecken klapperfrei. Die Materialien wurden im Verlauf der Jahre verfeinert, kommen aber an das Finish der deutschen Konkurrenz immer noch nicht heran. Angenehm ist das übersichtliche Design, das die Bedienung zum Kinderspiel macht. Auch das Night Panel, bei dem alle Instrumente bis auf den Tacho bei der Nachtfahrt verdunkelt werden, ist eine angenehme Sache. Vorn sitzen die Passagiere sehr bequem, in der Version Vector auf elektrisch verstellbarem Gestühl, hinten geht es für diese Klasse eher eng zu. Auch der Kofferraum ist mit 425 Litern eher klein.

Zum Aggregat

Ein angenehmer Begleiter ist der 2.0-Liter-Turbo, der es auf 154 kW/210 PS bringt und wirklich Nichts an Leistung vermissen lässt. Über eine Anzeige lässt sich verfolgen, wie der Lader Druck aufbaut, der stete Schub beginnt bereits ab etwa 2000 Touren und reicht dann fast bis zum Drehzahlbegrenzer. 300 Newtonmeter maximales Drehmoment sorgen immer für flotten Vortrieb. Der Testwagen war mit einer Fünfstufen-Automatik ausgestattet, die dem Kraftpaket ein wenig Schwung raubt, aber sehr zum Komfort beiträgt. Der Spurt auf Tempo 100 dauert 8,8 Sekunden, der Vortrieb endet bei 230 km/h. Mit dezent-kernigem Sound verlockt das Aggregat zum Gasgeben – was an der Zapfsäule mit einem deftigen Zuschlag bezahlt werden muss. 12,8 Liter Super verbrauchte der kräftige Schwede im Schnitt, das ist nicht wenig.

Das Fahrwerk des Schweden

Saab setzt auf Sport – das merkt der Fahrer auch bei der Abstimmung des 9-3. Bei Unebenheiten und kurzen Stößen bügeln die tollen Sitze zwar einen Teil des straffen Fahrwerks wieder weg, aber hier wäre weniger (Härte) mehr. In schnell gefahrenen Kurven hat die sportliche Abstimmung wiederum ihre Vorteile. Aber das ist Geschmackssache. Die 17-Zöller des Testwagens ließen ihn auf der Autobahn jeder Spurrinne hinterherlaufen, das beeinträchtigt den Geradeauslauf und sorgt gelegentlich für den Zwang zu Korrekturen. Das Schiebedach war schlecht eingepasst und verstärkte die Windgeräusche des sonst leisen Schweden.

Preisstruktur

36 300 Euro kostet der 9-3 in der Ausstattung Vector mit dem kräftigen Turbo. Bis auf Ledersitze und Navigationssystem ist Ausstattung dann wirklich komplett, selbst Xenon-Licht oder eine getrennt regelbare Klimaautomatik sind mit an Bord. Wer diese Extras zusätzlich ordert, kommt auf über 40 000 Euro. Auch beim Preis ist Saab also im Premiumsegment angekommen. Bei einer so guten Ausstattung können wir dem flotten Schweden das verzeihen. Dass dabei teilweise Hebel und Schalter aus dem GM-Regal zum Einsatz kommen und ein wenig billig wirken, nicht.

(ar/os)

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