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Glosse: Brigit Bardot und der GTI

Glosse: Brigit Bardot und der GTI Bilder

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In diesen Tagen kamen die typischen Träume eines 18-jährigen Jugendlichen in der Mitte der 70-ger Jahre wieder zusammen: den eigenen GTI und damit mal bei Brigitte Bardot in St.Tropez vorfahren. Vielleicht erhaschte man ja einen Blick auf die Schöne. Wenn nicht, bietet St Tropez als Welthauptstadt der Schönen und Reichen auch andere(s). Der GTi könnte dabei helfen, Kontakt aufnehmen zu können.

Brigitte Bardot kümmert sich heute mehr um Tiere als um Jünglinge, die Männer werden und hat sich mit Jean-Marie Le Pen, dem französischen Rechtsradikalen eingelassen. Heute würde ich sicher nicht wieder an den Stäben einer zum Strand führenden Seitentür zum Bardot-Grundstück rütteln wie einst Juso Gerhard Schröder an den Gittern des Bonner Kanzleramts. Man wird ruhiger, und auch in St.Tropez wurde es ruhiger, weil viele der Schönen und Reichen nach Monte Carlo weiterzogen.

Jetzt kamen drei der vier Beteiligten weder zusammen: Der Jüngling von einst, der GTI der ersten Generation und St. Tropez. Das Städtchen hat gewonnen und zählt wieder zu den Perlen der französischen Mittelmeerküste. Der GTI war der alte, einer von 1976, der Jüngling jung genug geblieben, aber ohne weiteres Interesse an Brigitte Bardot, dafür aber voll konzentriert auf sein Wiedersehen mit dem ersten GTI.

So ganz untypisch in einem hellgrünen Metalllack stand er vor mir, nicht schwarz, weiß oder tornadorot. Egal, von innen sieht man’s ja nicht. Innen herrscht der Charme der 70-ger mit harten Formen und Hartplastik, dünnem Kunststoff-Lenkrad und dem typischen Golf-Ball-Griff der Vier-Gang-Schaltung.

Heute wundert man sich, wie laut so ein 1,6-Vierzylinder mit 81 KW / 110 PS in einem GTI damals sein Lied vom Sportwagen spielen durfte. Der Motor und das Fünf-Gang-Getriebe wuchteten den leer 810 kg schweren UR-GTI eindrucksvoll in 9,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Auf seinen 13-Zoll-Räderchen erreichte er damals die in dieser Klasse unglaubliche Spitzengeschwindigkeit von knapp mehr als 180 km/h und – in meinem Fall – [foto id=“67268″ size=“small“ position=“right“]einen spektakulären Tachovorlauf von sechs Prozent, so dass der GTI bergab den 200-km/h-Strich auf dem Tachometer überschritt.

Jeder langjährige GTI-Fahrer hat so seine persönliche Rekordgeschichte zu erzählen. Meine geht so: Aus der Redaktion am Stadtrand von Hannover bis zum Hauptbahnhof in Hamburg nur 65 Minuten. Die Zeit sagt mir zweierlei – einen Durchschnitt von 152 km/h kann man heute auf der A7 tagsüber nicht mehr erreichen, und ich – ehrlich gesagt – hatte einen Porsche 911 als Pacecar, der mir freie Bahn verschaffte und mir nicht davonfahren wollte.

Der Ur-GTI maß nur 3,71 Meter Länge, bot aber vier Personen Platz. Aber mehr noch als sein bürgerlicher Golf-Bruder war er ein grundehrlicher Untersteuerer, bei dem so manches Mal der Lastwechsel und schlimmstenfalls die Handbremse den gewünschten Kurvenradius erzwingen mussten, weil der GTI trotz Lenkeinschlag geradeaus wollte und sein Motor auch sonst gern an der Lenkung zerrte.

Doch all diese Fronttriebler-Unsitten haben niemanden gestört, wenn er sich für den GTI entschieden hatte. Danach war nur noch eines wichtig – sich nie von einem Kadett GTE überholen zu lassen. In dieser Feindschaft zum GTI-Jäger aus Rüsselsheim war man sich einig. Der GTI und der GTE polarisierten die autofahrenden Jungmänner. Ich hatte mich auf die Seite der GTI-Fans geschlagen.

Gern denke ich an einen Ausritt mit dem Vater des GTI, dem Fahrversuchsingenieur Alfons Löwenberg, in dem GTI der zweiten Generation. Er erzählte mir dabei, wie er dem Vorstand den GTI vorschlug und Verbündete suchte. Unter ihnen war der damalige Pressechef und ehemalige Rennfahrer Anton Konrad. Sie alle freuten sich über die Genehmigung, eine schnelle Sonderserie des Golf von insgesamt 5000 Stück bauen zu dürfen. Doch der Erfolg kam heftig. Inzwischen wurden von den bisherigen fünf GTI-Generationen 1,8 Millionen Stück an den Mann gebracht.

Natürlich hat sich der GTI entwickelt. Liebte man ihn zu Anfang als schnelle „Donnerbüchse“ hat er sich mit dem Golf in der sechsten Generation zu einer sportlichen Limousine entwickelt, die nicht nur mit extrem guten Fahrverhalten und guten Fahrleistungen aufwartet, sondern auch Komfort und sehr viel Sicherheit bietet. Der GTI ist reifer geworden. Ich hoffentlich auch.

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