GP San Marino -Vorschau

Juan Pablo Montoya:
Der Große Preis von San Marino bringt den Teams als Start der Europa-Saison immer Erleichterung. Die Reisen sind kürzer, und wir können wieder unsere Motorhomes beziehen.
Die Rennstrecke in Imola ist anspruchvoll. Sie erfordert hohen Anpressdruck und einen starken Motor. Zusätzlich muss man bei der Fahrzeugabstimmung immer die sehr hohen Randsteine berücksichtigen, die die Balance des Autos beeinträchtigen können. Die zu erwartende kühlere Witterung wird sich deutlich abheben von den Bedingungen der ersten drei Rennen und auch die Wettbewerbsverhältnisse beeinflussen. Ich denke, der FW26 wird in Imola eine gute Figur machen. Mein letztjähriges Rennen verlief allerdings nicht gut. Wegen eines Problems mit der Tankanlage wurde ich damals nur Siebter. 2004 hoffe ich auf ein besseres Resultat.

Ralf Schumacher:
Natürlich komme ich immer wieder gerne dorthin zurück, wo ich mein erstes Formel-1-Rennen gewonnen habe. Aber die schönen Erinnerungen an Imola 2001 helfen mir bei unseren momentanen Problemen nicht weiter. Viel wichtiger ist, dass wir jetzt mit konsequenter und konzentrierter Arbeit Schritt für Schritt den Vorsprung von Ferrari verringern. In Imola sind noch keine Wunder von uns zu erwarten, aber da unser Auto immer sehr gut zu dieser Strecke gepasst hat und wir bei den jüngsten Tests Fortschritte gemacht haben, gehe ich davon aus, dass wir der Spitze wieder ein wenig näher rücken können.

Sam Michael (Chief Operations Engineer WilliamsF1):
Weil es in Imola um diese Jahreszeit recht kalt sein kann, haben wir in der vergangenen Woche in Paul Ricard diese Bedingungen so gut wie eben möglich simuliert. Außerdem haben wir nach der Enttäuschung von Bahrain das Getriebeproblem analysiert und aussortiert.

Mit mittelschnellen und schnellen Kurven, Schikanen und einigen harten Bremsmanövern pro Runde ist die Rennstrecke von Imola für die Fahrer eine große Herausforderung. Außerdem ist es wichtig, eine Abstimmung zu erarbeiten, die ihnen erlaubt, über die Randsteine zu fahren, ohne bei hoher Geschwindigkeit die Stabilität zu verlieren.

Wir werden in Imola aerodynamische Verbesserungen einsetzen und hoffen, damit unsere Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Zusätzlich bringt Michelin eine neue Reifen-Option mit. Bei den Rennstrategien haben wir in den ersten Grands Prix gesehen, dass die Teams generell kürzere Tankintervalle einlegen. Ich denke, das wird in Imola nicht anders sein.

theissen.jpgMario Theissen (BMW Motorsport Direktor):
Unser Team freut sich aus mehreren Gründen auf den Einsatz in Imola: Zum einen erinnern wir uns natürlich gern an den ersten von mittlerweile neun Siegen des BMW WilliamsF1 Teams, den Ralf Schumacher dort vor drei Jahren erzielte. Ein anderer Aspekt ist die Logistik. Nach den aufwändigen Fernreisen zu den ersten drei Grands Prix bedeutet der Auftakt der Europa-Saison kürzere Wege und die Verfügbarkeit unserer funktional optimal ausgestatteten Trucks und Motorhomes.

In Imola wird mit relativ hohem Abtrieb gefahren, außerdem gibt es Bergauf-Passagen. Beide Faktoren stellen hohe Ansprüche an die Motoren. Bei der laufenden Weiterentwicklung des BMW P84 Motors liegt der Schwerpunkt nach wie vor auf der Zuverlässigkeit. Auf der Leistungsseite arbeiten wir daran, die im Qualifying gefahrenen Drehzahlen und die Spitzenleistung auch im gesamten Rennen bereitzustellen, also auch in der zweiten Hälfte des 800-Kilometer-Lebenszyklus der Triebwerke.

Wir sind nach den Übersee-Rennen in der Verfolgerrolle und wollen uns wie im Vorjahr sukzessive an die Spitze heranarbeiten. Beim Großen Preis von San Marino sehe ich Ferrari allerdings klar in der Favoritenrolle.

Zahlen und Fakten

– Die Motorsporttradition in Imola reicht bis in die 1940er Jahre zurück, damals fanden erste Rennen auf öffentlichen Straßen statt. 1950 erfolgte die Grundsteinlegung für die erste Rennstrecke, auf der ab 1952 gefahren wurde. Am 21. April 1963 starteten erstmals Formel-1-Fahrzeuge in Imola, Sieger dieses nicht zur WM zählenden Rennens wurde Jim Clark auf Lotus. Noch immer gehörten öffentliche Straßen zum Parcours, dies änderte sich erst 1979. Am 19. September desselben Jahres wurde in Imola erneut ein Formel-1-Rennen ohne WM-Prädikat ausgetragen, der Dino Ferrari Grand Prix.

– Seit dem 14. September 1980 findet in Imola jedes Jahr ein Lauf zur FIA Formel-1-Weltmeisterschaft statt. Die Debütveranstaltung war ein Großer Preis von Italien, seit 1981 trägt die Veranstaltung den Titel Großer Preis von San Marino.

– Insgesamt fanden in Imola bisher 24 WM-Läufe statt.

– Nach den tödlichen Unfällen von Roland Ratzenberger und Ayrton Senna am 30. April bzw. 1. Mai 1994 wurde der Kurs einschneidend umgebaut.

– Die Rennstrecke heißt seit 1988 Autodromo Enzo e Dino Ferrari Imola. 1970 war der Kurs zunächst Dino Ferrari gewidmet worden, der Name seines Vaters Enzo wurde nach dessen Tod im Jahr 1988 ergänzt.

– Die rund 65.000 Einwohner zählende Stadt Imola liegt in der Emilia Romagna und gehört zur italienischen Provinz Bologna. Die traditionsreiche und nur rund 60 Quadratkilometer große Republik San Marino, Namensgeber des Grand Prix, liegt südöstlich von Imola.

– In Imola wird entgegen dem Uhrzeigersinn gefahren.

– Die Streckenlänge beträgt 4,933 Kilometer, die Renndistanz ist auf 62 Runden bzw. 305,609 Kilometer festgelegt.

– Im Vorjahr setzte Michael Schumacher im Ferrari sämtliche Bestmarken: In 1.22,327 Minuten eroberte er die Poleposition, mit 1.22,491 Minuten stellte er einen Rundenrekord auf und gewann auch das Rennen.

– Für das BMW WilliamsF1 Team verlief der GP von San Marino 2003 indes nicht optimal. Bei beiden Fahrern gab es Verzögerungen bei Boxenstopps. Ralf Schumacher hatte sich für Startplatz zwei qualifiziert und wurde im Rennen Vierter. Montoya war als Vierter gestartet und kam als Siebter ins Ziel.

– Am 15. April 2001 feierte das BMW WilliamsF1 Team in Imola den ersten Sieg der deutsch-englischen Partnerschaft. Es war auch für Ralf Schumacher sein erster Formel-1-Sieg.

– Für WilliamsF1 stehen seit 1987 insgesamt acht Imola-Siege zu Buche.

– Der Große Preis von San Marino wird am Sonntag, dem 25. April 2004, um 14 Uhr gestartet.

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