Hintergrund: VW/Porsche: Das Bild von Hund und Katze passt nicht
Hintergrund: VW/Porsche: Das Bild von Hund und Katze passt nicht Bilder

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Vermutlich ist Porsches Vordringen beim VW-Konzern noch länger gut für Schlagzeilen. Allein das Zusammentreffen zweier modellpolitisch so unterschiedlich orientierter Unternehmen liefert reichlich Stoff für Ausblicke in eine gemeinsame Zukunft. Und – klar doch – immer wieder klingt polemisch an, dass es ein Riese wenig amüsant finden kann, von einem Zwerg kontrolliert zu werden.

Porsche und Volkswagen! Die Polemik kommt von vornherein auf ihre Kosten. Zum Denkbaren sollte bei dieser Paarung aber doch auch gehören, ob die vermeintlich ungute Konstellation nicht letztlich beiden Unternehmen markante Vorteile verschaffen kann. Dass grundsätzlich immer der Kleine vom Großen profitieren könne und nicht umgekehrt, mag eine spontane Beurteilung sein, die der „gefühlten“ Situation entspringt. Doch das ist wie mit dem Wetter. „Gefühlt“ ist es bekanntlich oft kälter, als die gemessene Temperatur vorgibt. Gefühle können täuschen.

Dass ausgerechnet ein Mann, der erst im April von Porsche zu Audi wechselte, Peter Schwarzenbauer, die aufgekommenen Bedenken zu zerstreuen versucht, vor allem der Sportwagenbauer und die Konzerntochter Audi könnten modellpolitisch aufeinanderprallen, muss nicht unbedingt misstrauisch machen. Schwarzenbauer – als neuer Audi-Chef für Vertrieb und Marketing bekanntlich Ralph Weyler folgend, der sich als Unternehmensberater selbstständig machte – sieht die vermeintliche Konkurrenzsituation pragmatisch. Sie erlaube, urteilt er, eine engere Zusammenarbeit. In der technischen Entwicklung könne man „noch viele interessante Projekte machen“, zitiert die „Financial Times Deutschland“ den neuen Audi-Mann, der seit 1994 Porsche-Wurzeln schlug.

Und genau genommen ist intensive Zusammenarbeit zwischen dem VW-Konzern und Porsche ja nur die gezieltere Fortsetzung dessen, was es seit Langem gibt. Offensichtlich litt der erhabene Stolz des überaus erfolgreichen Sportwagenbauers nicht im Mindesten darunter, dass er seinen Geländewagen Cayenne ohne Kooperation mit VW schwerlich hätte auf die Beine stellen können. Gleiches trifft fürs kommende viertürige Porsche-Coupé Panamera zu. Und woher stammt der V6 im „Einsteiger“-Cayenne? – Von VW; auch wenn Porsche draufsteht. Vielleicht weil die Sportwagenspezialisten in Sachen Leistung und Sound noch ein wenig Hand anlegten. [foto id=“55780″ size=“small“ position=“right“]

Andererseits ist das Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach international anerkannte Quelle so mancher beeindruckenden automobilen Hightech, von der der VW-Konzern fortan vermutlich eher mehr als weniger profitieren dürfte. In Sachen Hybridantrieb ist die Zusammenarbeit bereits im Gange.

Verständlich, dass vor allem Audi befürchtet, von Porsche an die Leine genommen zu werden. Einen Audi R8, so wird in Audi-Kreisen geraunt, hätte es unter Porsche-Regie sicher nie gegeben. Vor allem sportliche Audi-Modelle der quattro GmbH seien den Stuttgartern vermutlich ein Dorn im Auge. Doch würde der Wegfall von Audi-Modellen Porsche zusätzliche Kundschaft gewinnen lassen? – Sicher kaum. Autointeressenten beeindruckt die preisliche Positionierung beider Marken ebenso nachhaltig wie der Auftritt und die besondere Anziehungskraft eines Porsche- oder eines Audi-Modells. Das war immer so und wird so bleiben.

Das Zusammengehen zweier urdeutscher Automobilunternehmen muss nicht zwangsläufig so enden wie DaimlerChryslers transatlantische „Hochzeit im Himmel“. Dass es gutgehen kann, Konkurrenzdenken beiseite zu lassen, zeigt das Nebeneinander von VW- und Skoda-Modellen auf baugleicher technischer Basis.

Den unter einem Dach vereinten Unternehmen sollten jene modellpolitischen Spielräume erhalten bleiben, die nicht zuletzt mit dazu beigetragen haben, die betreffende Marke groß zu machen. Über Konkurrenzdenken triumphierende Vernunft ist überhaupt nichts Altmodisches. Solche Auffassung kommt auch in der Äußerung des VW-Chefs Martin Winterkorn gegenüber dem „manager-magazin“ zum Ausdruck, Porsche sei „in Sachen Vertrieb und Marketing ohne Frage ein Vorbild“. Folglich werde man gemeinsam darüber nachdenken, was im Vertrieb besser zu machen sei.

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