Fiat

Immer mehr Hersteller bieten Fahrzeuge für weniger als 10 000 Euro

Ging der Trend in der Vergangenheit zu immer teureren und besser ausgestatteten Autos auch im Kleinwagensegment, legen die Hersteller jetzt wieder am unteren Ende der Preisskala nach. Ford bietet den Ka "Student" jetzt sogar für unter 8000 Euro an. Die Automobilhersteller Toyota, Peugeot, Citroen, Renault und Volkswagen werden dem Kölner in diesem Jahr mit neuen Modellen folgen. Hyundai, Daewoo, Kia, Renault oder Fiat haben bereits Fahrzeuge in diesem Preissegment in ihrem Angebot. Gibt es einen Trend zur neuen Sparsamkeit?
Ford Ka Student. Foto: Auto-Reporter/Ford
Prof. Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der Fachhochschule Gelsenkirchen, sieht einen stetigen Zuwachs im Segment der Fahrzeugen bis 10 000 Euro auch werde deren Bedeutung zunehmen. "Der Trend wird von den Europäern gemacht", so Dudenhöffer, die nun vermehrt solche Autos auf den Markt brächten. Die asiatischen Automobilhersteller, die schon länger Autos in dem Segment produzieren, würden dadurch nun hochwertige Konkurrenz bekommen.
Die Vorstellung der drei Kleinwagen von Citroen, Peugeot und Toyota, die auf einer gleichen Plattform basieren und in dem gemeinsamen Werk in Tschechien hergestellt werden, wird während des Genfer Automobilsalons erfolgen. Der Toyota Aygo soll zu einem Einstiegspreis von weniger als 10 000 Euro zu haben sein. Der Japaner werde ein vollwertiges Auto mit den gewohnten Toyota-Standards sein, so Konzernsprecher Wolf-Henning Fanslau. Der circa 3,40 Meter lange und 1,50 Meter hohe Kleinwagen wird sowohl als Drei- als auch als Fünftürer erhältlich sein.
Die Preise des Peugeot 107 für den deutschen Markt seien noch unklar, wahrscheinlich werde der Einstieg für den kleinsten Peugeot bei circa 8000 bis 9000 Euro beginnen, so Gordian Heindrichs, Mitarbeiter der Presseabteilung. Die Markteinführung finde höchstwahrscheinlich im ersten Halbjahr diesen Jahres statt, so Heindrichs weiter.
Die Markteinführung des Citroen C1 ist für den Sommer geplant, so Thomas Albrecht, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit des Unternehmens. Der C1 soll die Erwartungen westeuropäischer Großstädter erfüllen, ohne billig zu sein, so Albrecht weiter. Auch der C1 wird unter 10 000 Euro zu haben sein.
Der deutsche Autobauer Volkswagen plant für das Jahr 2005 die Einführung des Fox in Europa. Er soll für die Wolfsburger das günstige Kleinwagensegment abdecken. Um Kosten zu sparen, montieren die Wolfsburger das Auto in Brasilien. Seine Premiere feiert der Fox nicht in Genf, sondern auf der Ami in Leipzig. Nach Angaben einer Sprecherin soll der Fox ungefähr 10 000 Euro kosten, vorher war aus dem Konzern die Zahl von 9000 Euro durchgesickert. Der Lupo, der vorher den Einstieg in die Marke Volkswagen markierte, wurde den Kunden mit der Zeit einfach zu teuer und hat in den vergangenen beiden Jahren deutlich Marktanteile verloren. Er unterbot die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Euro nur als Basis- oder Sondermodell. Abhilfe war also dringend geboten.
Besonders die Hersteller aus Korea haben die Fahrzeuge unter 10 000 Euro längst im Angebot. Hyundai sieht die Markteinführung neuer Mitberwerber nicht als große Konkurrenz für seine Fahrzeuge. Das Unternehmen habe schon jetzt zwei Modelle, die in ihrer Basisausstattung für weniger als 10 000 Euro erhältlich sind, der Atos kostet ab 8590 Euro und der Getz ist ab 9990 Euro zu haben. Das Unternehmen verweist auf seine Sondermodelle, die es seit Januar 2005 bei Hyundai gebe. Der Atos "Olé" könne für 6990 Euro und der dreitürige Getz 1,3 Liter Benziner "Team 06" für 9990 Euro inklusive einer umfangreichen Zusatzausstattung bei den Händlern erstanden werden, so das Unternehmen.
Der koreanische Autobauer Daewoo hat ebenfalls zwei Modelle mit einem Basispreis von weniger als 10 000 Euro im Angebot. Der Daewoo Matiz ist ab 7950 Euro und der Kalos ab 9490 Euro erhältlich. Beim Kalos handelt es sich um das Volumenmodell des koreanischen Herstellers, von dem im vergangenen Jahr in Deutschland 6000 Fahrzeuge verkauft wurden. Der Trend zu kostengünstigen Autos sei erkennbar, was auch zu den guten Verkaufszahlen bei Daewoo führe, so ein Sprecher des Unternehmens.
Renault hat bereits den Twingo im Angebot. Sein Einstiegspreis beträgt in Deutschland 9050 Euro, als Sondermodell lockt er mit Preisen unter dieser Marke. Er ist allerdings in die Jahre gekommen. Zu ihm gesellt sich das so genannte "Billigauto" der Renault-Tochter Dacia. Der Logan, der nach Angaben von Renault ab etwa 8500 Euro zu haben ist und kommt ab Mai Juni des Jahres. Ursprünglich war von etwa 7500 Euro die Rede. Einige Importeure bieten den Logan jetzt schon zu Preisen unter 7000 Euro an – dann aber ohne Servolenkung und mit Reifen, die für deutsche Straßen nur bedingt geeignet sind. Der Vorteil des Dacia ist seine Größe. Er hat einen großen Kofferraum und bietet zusätzlich den Fondpassagieren ausreichend Platz. Bei den naturgemäß engeren Kleinwagen der anderen Hersteller sitzt man auch hinten bequem, viel Raum für Gepäck bleibt dann jedoch in der Regel nicht. Ob sich der Logan bei uns durchsetzen wird, regelt der Markt. In seiner Heimat Rumänien verkauft sich das "Billigauto" sehr gut.
Fiat sieht sich mit dem Fiat Panda im unteren Preissegment bereits gut vertreten. Der Basispreis des prämierten Panda liegt bei circa 8500 Euro. Konkurrenz belebe das Geschäft und der italienische Kleinwagen müsse sich nicht verstecken, so Unternehmenssprecher Thomas Kern. Das Unternehmen plane bis 2010 die Entwicklung eines Microcars unterhalb des Panda, das Elemente des 2004 in Genf vorgestellten Showcars "Tripiuno" enthalte.
Der Verband der Automobilindustrie (VDA) geht davon aus, dass es zu einem Wettbewerb zwischen billig und ausreichender Sicherheitsausstattung kommen wird. Die deutsche Automobilindustrie wolle auf die ausländischen Billigautos nicht mit Rabattschlachten reagieren, so Prof. Bernd Gottschalk, Präsident des VDA. Der Verband erwarte, dass der Kunde sich gegen billig und für die Sicherheit entscheiden wird. (nic)
Von Nicole Schwerdtmann
18. Januar 2005. Quelle: Auto-Reporter

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