Kommentar: Spiel mir das Lied vom Tod!
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Die Krise killt Messen. Sogar für bisher scheinbar so unangreifbare Messeplätze wie Tokio werden die ersten Beileidsadressen formuliert. Manche sagen eine Beerdigung erster Klasse voraus, andere glauben ans Überleben- Totgesagte leben länger. Doch die allseits knapperen Werbebudgets zwingen zur Konzentration auf Ausstellungen, die sich direkt und positiv aufs Geschäft auswirken. Wenn unter diesem Zwang sogar schon A-Messen in Frage gestellt werden, was geschieht dann mit den Ausstellungen der Kategorien B und C?

Leipzig wird’s lehren. Am Sonnabend, 28. März 2009 bis Sonntag, 5. April 2009, stehen die Messehallen für Besucher offen. Weniger als in den Vorjahren werden es wohl sein. Aber der Veranstalter, der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) hofft, dass sich der Einbruch bei den Besucherzahlen in Grenzen halten wird. Beim Genfer Salon war jetzt einer von zehn bisherigen Besuchern weggeblieben.

Die Leipziger Messegesellschaft bekommt die Krise als Auszehrung zu spüren. Jaguar ist schon drei Jahre nicht mehr dabei, Seat seit zwei Jahren. Volvo, Saab und Chrysler mit den zusätzlichen Marken Jeep und Dodge haben sich gar nicht erst angemeldet. Nissan hatte nach der Anmeldung erst wieder abgesagt, arbeitet aber nun mit einem großen Händler zusammen. Mitsubishi blieb bei seiner Absage, ebenso BMW, was in der Szene Verwunderung auslöste, wo doch BMW in Leipzig produziert. Manchen sehen, dass als eine ernste Todesdrohung für die „Automobil International“ (AMI), zumal auch die Interventionen der sächsischen Politik beim BMW-Chef nichts an der Absage ändern konnte.

Thomas Böhm, der Pressesprecher des VDIK, tröstet sich mit der Feststellung, dass gemessen an den Zulassungszahlen immerhin 80 Prozent der Modelle vertreten sind. [foto id=“65750″ size=“small“ position=“right“]„Das wird trotzdem eine gute Messe“, meint er und weist auf die Umweltprämie hin, die gerade in den neuen Bundesländern großen Informationsbedarf ausgelöst habe.

Doch wie lebt sich’s, wenn die Verschrottungsprämie gestorben ist. Böhm sieht die AMI nach 19 Jahren in Leipzig als etablierte Verbrauchermesse für die neuen Bundesländer und angrenzende Regionen. Er sieht das Leben der Messe nicht bedroht, auch wenn es in diesem Jahr in zwei Hallen leere Flächen geben wird.

Der Messebeirat, bestehend aus Ausstellern und der Messegesellschaft, wird sein Urteil nach dem 5. April 2009 sprechen, wenn klar ist, ob und wie diese AMI das Geschäft beleben konnte. Wohl keiner von den Automobilherstellern sieht die AMI als A-Messe, und auch um die Einordnung in die B- oder C-Kategorie ist bereits viel gestritten worden.

Hinter der vorgehaltenen Hand sehen viele Insider für die AMI 2010 nur eine Überlebenschance als Messe, die statt von den Herstellern von deren Händlern getragen wird. Auch ein Zwei-Jahres-Rhythmus – in den IAA-freien Jahren – wird diskutiert. Wolfgang Marzin, dem Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Messe GmbH, dürfte diese Entwicklung ebenso Sorge bereiten wie dem VDIK-Präsidenten Volker Lange. Beide leben vom finanziellen Erfolg der AMI.

Es mag sie nicht trösten, aber viele andere Messegesellschaften und Messeveranstalter haben diesen Prozess schon hinter sich oder stecken mittendrin. Der Automobilindustrie bietet sich in der Krise keine andere Möglichkeit, als alle Marketingmaßnahmen auf den Prüfstand zu stellen und die so schnell wie möglich abzuschreiben, die keinen unmittelbaren geschäftlichen oder strategischen Effekt erwarten lassen. Da werden sich die Herren Lange und Marzin für ihren Messebeirat viel einfallen lassen müssen, um den von Leipzig zu überzeugen. Andere Messen der B-Kategorie haben längst das Zeitliche gesegnet.

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