Loeb dominiert die Monte: Täglich grüßt das Murmeltier
Loeb dominiert die Monte: Täglich grüßt das Murmeltier Bilder

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(adrivo.com) Es ist Sonntagnachmittag als Sébastien Loeb in seinem Citroen C4 mit einem Vorsprung von 2:34 Minuten auf Mikko Hirvonen die Ziellinie der Rallye Monte Carlo überquert und diese zum fünften Mal gewinnt. Weniger der Umstand, dass er sie erneut gewinnt, als vielmehr die Art und Weise flößten den Beobachtern dabei Respekt ein: Loebs Teamkollege Daniel Sordo hat bis zu seinem Ausfall auf Platz zwei gelegen und Loeb die Rallye zu jedem Zeitpunkt von der Spitze aus kontrolliert. Ja mehr noch, auf dem abschließenden Zuschauerrundkurs hat er es sich noch nicht einmal nehmen lassen, den Zuschauern einige spektakuläre Drifts vorzuführen und so noch einmal sein scheinbar unerschütterliches Selbstvertrauen dokumentiert. Doch ist wirklich ein Durchmarsch zum fünften WM Titel zu befürchten, steht den Rallye Fans eine langweilige Saison bevor?

Eines vorweg, einfacher als im letzten Jahr dürfte es für die Konkurrenz nicht werden, denn ähnliche Anlaufprobleme, wie sie Loeb noch letztes Jahr in Schweden und Norwegen mit dem damals neuen C4 erlebte, sind in diesem Jahr nicht zu erwarten. Zu sehr scheint Loeb mit seinem Auto bereits verschmolzen zu sein, doch es gibt dennoch Hoffnung für die Konkurrenz: Bereits im letzten Jahr hatte Loeb die Rallye Monte Carlo gewonnen, damals sogar direkt vor seinem Teamkollegen Sordo; sein Vorsprung auf Hirvonen betrug damals mit 2:28 lediglich sechs Sekunden weniger als in diesem Jahr. Dennoch gelang es Hirvonen Loeb bei den verbleibenden fünfzehn Rallyes des letzten Jahres gleich fünfmal zu schlagen. Eine Bilanz, die zunächst nicht allzu spektakulär scheint, doch dabei muss bedacht werden, dass Hirvonen im letzten Jahr teamintern noch klar im Schatten von Marcus Grönholm stand. Entgegen kommen könnte ihm auch die gesunkene Anzahl an Asphaltrallyes in diesem Jahr, so ist es unbestritten, dass sowohl Loeb als auch der Citroen immer noch das glatte Terrain bevorzugen, wohingegen Hirvonen insbesondere unter schwierigen Bedingungen im letzten Jahr das eine oder andere Mal über sich hinauswachsen konnte. Doch auch andere Fahrer könnten bei der Titelvergabe in diesem Jahr eine Rolle spielen.

Wer kann Loeb stoppen?

Zwar zählen die meisten Experten Jari Mati Latvala im zweiten Werks-Ford nicht unmittelbar zu den Favoriten, doch sollte er nicht zuletzt durch seine starken Leistungen im letzten Jahr nicht aus den Augen gelassen werden. Auch wenn ihm in Monte Carlo ein Reifenwechsel aussichtslos zurückwarf, wird es spannend zu beobachten sein, wie schnell er das Podium und möglicherweise sogar dessen oberste Stufe attackieren wird. Wer beobachten konnte, wie wütend Daniel Sordo nach seinem Ausscheiden am letzten Wochenende seinen Helm in sein Auto schleuderte, wird sich zudem fragen, ob vielleicht auch er in diesem Jahr ernsthaft Loeb attackieren könnte. Zweifellos wäre dazu eine deutlich konstantere Leistung als 2007 erforderlich.

Realistischer scheint daher, dass vielleicht auch Subaru wieder in den Titelkampf eingreifen könnte. Zwar konnte Subaru am vergangenen Wochenende den Erfahrungsvorsprung auf Pirelli Reifen, die in diesem Jahr als Einheitsreifen vorgeschrieben sind, noch nicht in dem Maß nutzen, wie es viele erwartet hatten, dennoch gelangen Achtungserfolge. Chris Atkinson beendete die Rallye auf einem starken dritten Platz und Petter Solberg erzielte mit Platz fünf sein bestes Ergebnis überhaupt bei einer Rallye Monte Carlo. Sollte der Erfahrungsvorsprung bei den Reifen bei den anstehenden Eis- und Schotterrallyes größer ausfallen, könnte Subaru schnell wieder um Siege mitfahren und auch das noch im Laufe des Jahres erscheinende neue Auto, könnte Subaru helfen, wieder den entscheidenden Schritt näher an die Spitze zu kommen.

Suzuki wird hingegen, wie erwartet, bei der diesjährigen Titelvergabe wohl keine Rolle spielen. Zwar gelang dem Team mit Platz 8 am letzten Wochenende ebenfalls ein Achtungserfolg, indem bereits bei der ersten Rallye dieses Jahres WM Punkte erzielt wurden, dennoch wäre ein Podestplatz für Toni Gardemeister oder Per Gunnar Andersson wohl bereits ein Riesenerfolg.

Die Monte Carlo 2008 hat das von vielen Experten erwartete Stärkeverhältnis der Teams weitestgehend bestätigt: Ohne Frage ist Sébastien Loeb auch der Favorit auf die Weltmeisterschaft in diesem Jahr. Dennoch, es gibt viele Variablen und Hirvonen und sein Focus sind mit Sicherheit nicht abzuschreiben. Nicht umsonst hat Ford die letzten beiden Konstrukteursweltmeisterschaften gewonnen. Die Rallye WM bleibt ein schnelllebiges Geschäft, wie schon im letzten Jahr kann sich bereits bei der Rallye Schweden alles ändern, vielleicht gelingt Petter Solberg bereits dort die Rückkehr an die Spitze.

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