Medienschulung für den Nachwuchs: Ran ans Mikro

Medienschulung für den Nachwuchs: Ran ans Mikro Bilder

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(motorsport-magazin.com) "Hallo zu Hause an den Bildschirmen. Wir begrüßen Sie live zum sechsten Lauf der Formel 1 Grand Prix in Monaco. Wir, das sind Daniel Abt und mein Experte Jacques Schulz. Nur noch wenige Minuten bis zum Start, Jacques, das heißt für die Fahrer in der Startaufstellung doch Adrenalin pur?"

Ja Sie haben richtig gelesen, das Nesthäkchen der Nachwuchsförderung der Deutschen Post, der er erst 15-jährige Formel ADAC Formel Masters Pilot Daniel Abt, kommentiert ein Formel-1 Rennen. Doch wir befinden uns nicht in einer Sprecherkabine im Fürstentum an der Côte d’Azur, sondern auf dem Produktionsareal der Film & TV-Produktionsanstalt PLAZAMEDIA in München. Und mitten in der Medienschulung, Kommentatorenübung: Neben Daniel sitzt der Sportjournalist Jacques Schulz, der – zusammen mit dem ehemaligen Schweizer Rennfahrer Marc Surer – die Formel-1-Übertragungen für den Münchener Pay-TV Sender Premiere kommentiert.

"Letzte Kurve, Zieleinfahrt Lewis Hamilton auf McLaren Mercedes vor Robert Kubica, BMW und dem ersten Roten: Filipe Massa im Ferrari. Ja meine Damen und Herren, das war’s aus Monaco. Wieder ein packendes Rennen. Wir verabschieden uns von Ihnen aus der Kommentatorenkabine, ihr Daniel Abt und … ," der Kemptener rückt den Mute-Knopf und schiebt sein Mikrofon zur Seite. "…Jacques Schulz und sagen Tschüß bis in zwei Wochen in Montreal." Mit "Keep racing!", verabschiedet sich Schulz mit seinem Markenzeichen von der Übertragung aus dem abgedunkelten Kommentatorenraum "Edit 11" in der PLAZAMEDIA und nimmt sich die Kopfhörer ab. "Klasse. Super kommentiert. Wenn das so weiter geht hier, muss ich mir bald einen neuen Job suchen", scherzt der Medienprofi.

Für einen Tag durfte der Fördernachwuchs der Deutsche Post Speed Academy bei der Medienschulung TV die Seite wechseln und in die Rolle des Motorsportreporters schlüpfen. Vor Daniel waren bereits Maro Engel, René Rast, Jens Klingmann und Marco Wittmann in der engen Kabine mit den zwei Monitoren und den Mikrofonangeln. "Und ich dachte immer, die sind bei jedem Rennen wirklich vor Ort", staunt Michael Klein, der noch in die Rolle des Kommentators schlüpfen muss. Bereits hinter ihnen liegt die Übung als "Experte" an der Seite von Jacques Schulz. "Der Kommentator beschreibt, der Experte erklärt", weiß der Premieresprecher. "Zuhören, eine klare Meinung vertreten, aber auch mal Bilder sprechen lassen", drei weitere, der 10 Regeln für einen Kommentator oder Co-Kommentator.

Am Vormittag stand bereits das Interview-Training auf dem Programm. In den Räumen der Film- und TV-Produktionsgesellschaft By Lauterbauch des Premiere-Reporters Peter Lauterbach wurde das Sextett von Roman Steuer, dem Sportchef von Premiere begrüßt. Im Anschluss folgte der erste Theorieblock zum perfekten Interview. TV-Produzent Peter Lauterbach und Premiere-Reporter Oliver Simon erläuterten die verschiedenen Interview-Situationen und die Aufgaben des Interviews: "Der Journalist bekommt im Interview Informationen aus erster Hand, die er weitergeben kann. Er ist euer Multiplikator." Der Vorjahressieger des Medien-Workshops Maro Engel findet Interviews aus der Sicht des Sportlers sehr nützlich: "Damit kann ich natürlich meine eigene Persönlichkeit darstellen und Informationen für meine Fans liefern."

"Der Weg zum erfolgreichen Rennfahrer führt heute immer auch über die Medien," so Lauterbach. "Nur gut auf der Piste sein reicht heute nicht mehr", fügt Oliver Simon hinzu. "Wer die 10 Regeln für ein erfolgreiches Interview beachtet, der kann aber auch vor dem Mikrofon oder der Kamera punkten." Wie das geht? "Man muss sich wohl fühlen im Gespräch", sagt René Rast. "Und dabei richtig stehen. Schulterbreit, geerdet", bringt Daniel Abt die Situation auf den Punkt. Michael Klein fällt dazu ein: "Ich greife die Frage auf und versuche sie in ganzen Sätzen zu beantworten." Und Marco Wittmann weiß: "Ich versuche möglichst authentisch rüber zu kommen." Eine der wichtigsten Regeln, so Coach Lauterbach, da störe auch sein fränkischer Akzent nicht. Nach der Theorie folgte konsequenterweise die Praxis. Mit Kamera und Mikro wurden verschiedene Interview-Situationen geprobt. Und jeder der sechs Rennfahrer durfte dabei auch gleich mal in die Rolle des Reporters schlüpfen.

"Das hat richtig Spaß gemacht mal die andere Seite kennen zu lernen", freut sich Jens Klingmann am Ende des Tages. "Jetzt weiß ich, wie ein Reporter an die Sache ran geht", ergänzt René Rast. "Ja, durch solche Trainings lernt man prima, wie man auch neben der Strecke punkten kann", sagt Marco Wittmann, dessen Fortschritte zu seinem ersten Jahr von Peter Lauterbach besonders hervorgehoben werden: "Ich bin absolut begeistert. Aber auch die anderen haben Ihren Weg toll gemacht."

"Die Jungs haben neben der Rennfahrerei wirklich jede Menge drauf. Hut ab. Hat Spaß gemacht", ist das Fazit von Jacques Schulz, der den sechs Nachwuchsstars noch einen Tipp auf den Weg gibt: "Allentscheidend ist die Kommunikation, das Miteinander mit den Medien. Der Fan will seine Stars kennen lernen. Und dafür müsst ihr Sportler was tun. Denn die Medien transportieren euren Auftritt nur."

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