Jaguar

Neuvorstellung: Jaguar X Type fast im Premiumsegment angekommen

Unter dem Dach der Amerikaner – Jaguar gehört seit 1990 zu Ford – hat sich das geändert: Da wird das Programm erweitert mit einer Limousine der gehobenen Mittelklasse, Allradantrieb, einen Kombi und jetzt sogar mit Dieselmotoren.
Uberarbeitet und mit einem feinen Diesel: Der neue Jaguar X Type. Foto: Auto-Reporter/Jaguar
Der Zweiliter mit einem 96 kW/130 PS-Selbstzünder des X-Type entstammt natürlich dem Hause Ford, wurde aber in allen Details verfeinert. Er verblüfft vor allem durch seine Laufruhe. Selbst in kaltem Zustand ist kein Nageln zu hören. Sein sonorer Ton bleibt stets angenehm leise, was akustisch Solidität assoziiert. Kein Zweifel: der Jaguar-Diesel ist einer der feinsten. Auch im Vergleich zu den deutschen Dieseln schneidet der englische Selbstzünder hervorragend ab.
Vergleich mit BMW: Der Münchner ist mit 330 Newtonmeter (Nm) Drehmoment genauso stark, in der Spitze mit 221 km/h sogar um 20 km/h schneller. Mit einem EU-Normverbrauch von 5,4 l auf 100 km ist der BMW eine Spur sparsamer als der Jaguar (5,6 l/100km). Oder VW: Dort gibt es einen 1,9 l – Diesel mit 100 kW/136 PS, der 335 Nm Durchzugskraft bietet, den Passat auf 211 km/h beschleunigt und sich mit nur 4,8 l/100km begnügt. Und das Wettrennen geht weiter: Für den Herbst 2004 kündigt Audi zunächst für den A 6 einen hochmodernen Diesel an, der bei Zwei Litern Hubraum 102 kW/140 PS haben wird und jetzt bereits den A3 und den Golf befeuert.
In der Praxis sind die EU-Verbrauchswerte mit dem Jaguar allerdings nicht erreichbar; denn schon bei zartem Gasfuß gefahren nimmt der X-Type acht Liter pro 100 km zu sich, bei flotterer Gangart sind es zwischen neun und zehn Liter. Immer noch gute Werte, die aber mit einem Sechsganggetriebe, wie es die Konkurrenz anbietet, zu unterbieten wären. Dass der Jaguar "nur" 201 km/h Spitze schafft, ist sicherlich nicht dem Motor anzulasten, sondern eher eine Folge der kantigeren Karosserie, die dem Wind mehr Ecken entgegen stellt. Dennoch ist der X-Type weitgehend frei von lästigen Windgeräuschen.
In den ersten Jahren war der X-Type jämmerlich verarbeitet und erreichte nicht das Niveau, das man in dieser Preisklasse erwarten darf. Im Modelljahr 2004 hat sich das geändert; innen und außen wurde die X-Reihe aufgefrischt mit neuem Design für Kühler, Stoßfänger und Seitenscheiben. Damit verbunden war eine grundlegende Verbesserung in der Verarbeitungsqualität.
Das Fahrwerk mit Frontantrieb bietet kein Anlass zum Tadel. Es wird unterstützt von Stabilitätskontrolle, Traktionskontrolle, Bremsassistent und ABS. Auch das Sicherheitsniveau ist auf neuestem Stand mit sechs Airbags, Sitzpositions- und Bewegungssensor sowie Details wie dem Sicherheits-Bremspedal.
Insgesamt ist der Jaguar X-Type ein höchst angenehmer Reisewagen mit einem angemessenem Dieselmotor und nicht sehr großen Kofferraum mit unebenem Boden, dem nur noch eine windschlüpfigere Karosserielinie zu wünschen wäre. Dafür ist aber das typische Jaguar-Erscheinungsbild auf der Straße von einigem Prestigewert. Mit seinem Preis von 26 950 Euro unterbreiten die Engländer ein interessantes Angebot, unterstützt von attraktive Leasingpreisen.
Die wichtigsten Daten
Jaguar X Type 2,0 D
Länge/Breite/Höhe: 4672/ 1789/ 1430 mm, Radstand 2710, Wendekreis 10,84 m, Leergewicht 1492 kg, maximale Zuladung 523 kg, Kofferraum 452 l, Tank 61,5 l, Motor: Vierzylinder-Vierventil-Diesel mit Common-Rail Direkteinspritzung, 96 kW/130 PS, 1998 ccm Hubraum, maximales Drehmoment 330Nm bei 1800 U/min, Abgaseinstufung Euro 3, 5-Gang-Schaltgetriebe, ABS; Frontantrieb, Bremsassistent, Dynamische Stabilitätskontrolle mit Traktionskontrolle.
Fahrleistungen: Höchstgeschwindigkeit 201 km/h, Beschleunigung 0-100 km/h in 9,9 sek; EU Normverbrauch im Mittel 5,6 l/100 km Diesel (Stadt 7,5), Testverbrauch 8,0 l/ 100 km
Versicherung: HPF 15, TK 22, VK 26
Preise: 26 980 Euro, Ausstattung Executive 4980 Euro, Sport 4690 Euro, Park-Distance Control 880 Euro, Schiebedach 1100 Euro, Klimaautommatik 660 Euro, Navigationssystem 2820 Euro.
Von Uwe Gabler
10. Mai 2004. Quelle: Auto-Reporter

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