Paffett taktiert sich zum Sieg: Stuttgarter Blitzkonter
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(motorsport-magazin.com) Man sehe sich nicht als Favorit, hatte Mercedes-Sportchef Norbert Haug nach dem missglückten Auftaktrennen in Hockenheim gestern noch tiefgestapelt. Einen Tag später gelang den Stuttgartern die Überraschung: Von den Startplätzen sieben und fünf aus sicherten sich Gary Paffett und Bruno Spengler nicht nur dank einer perfekten Rennstrategie den Doppelsieg für HWA-Mercedes. "Wir haben über die Distanz nicht die Pace der beiden vorderen Mercedes mitgehen können", stellte Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich ernüchtert fest. Lange hatte Mattias Ekström aussichtsreich auf Platz eins gelegen, fiel dann jedoch auf den dritten Rang zurück. Auch Timo Scheider kam nicht über Platz fünf hinaus.

Ganz im Zeichen der Ingolstädter war noch der Start verlaufen: Während Mattias Ekström seine Frontposition souverän verteidigte, zog Mike Rockenfeller in der ersten Kurve vorbei an Paul di Resta auf Rang zwei. Auch Gary Paffett gewann eine Position gegen Jamie Green und sortierte sich hinter Ekström, Rockenfeller, di Resta, Scheider und Spengler auf Position sechs ein. Schnell konnte sich Ekström eine Lücke zu seinen Verfolgern erarbeiten, die diszipliniert auf ihre Chance warteten.

Friendly Fire in Audi-Reihen

Weit turbulenter ging es weiter hinter im Feld zu: Das gestern von einer falschen Qualifying-Strategie ausgebremste Audi-Trio aus Alexandre Prémat, Martin Tomczyk und Tom Kristensen arbeitete sich zwar schon am Start nach vorne, eliminierte sich dann jedoch selbst. So hatte sich zunächst Prémat unter Berührung des Mercedes-Boliden an Mathias Lauda vorbeigeschoben und machte so den Weg für Martin Tomczyk und Tom Kristensen frei. Ein Konter Laudas gegen Kristensen endete in einer weiteren Berührung, die beim dänischen Hockenheim-Sieger mit einer Pitstop-Penalty – einem zusätzlichen 3-sekündigen Stopp im Rahmen des ersten regulären Boxenbesuchs – geahndet wurde. Mit lädiertem Auto fuhr Kristensen später chancenlos am Ende des Feldes.

Weiteren Teileverlust erlitten Prémat und Tomczyk in markeninternen Kämpfen mit Markus Winkelhock und Katherine Legge. Zwar hatte sich Tomczyk mittlerweile auf Rang zehn vorgearbeitet – dennoch wurde sein Vortrieb gebremst: Ebenso wie Oliver Jarvis wegen eines Frühstarts erhielt auch der Bayer wegen einer falschen Positionierung in der Startbox eine Durchfahrtsstrafe. Am Ende stellte Tomczyk seinen Audi-Neuwagen mit einem Kühlerschaden in den Boxen ab.

"Es waren harte erste Runden, auch mit meinem Teamkollegen war es nicht einfach zu fahren. Da wird es noch das eine oder andere Wörtchen zu reden geben. Es fährt anscheinend nicht nur Audi gegen Mercedes, sondern auch Audi gegen Audi", klagte Tomczyk gegenüber der ARD. "Auch die Durchfahrtsstrafe war unnötig. Hätte ich korrekt in meiner Startbox bestanden, hätte ich die Startampel nicht gesehen. Dafür bestraft zu werden, auf die Sicherheit zu achten, ist unverständlich und eine absolute Frechheit." Passend zu Tomczyks Analyse manövrierten sich auch die Markenkollegen Markus Winkelhock und Katherine Legge auf aussichtsreichen Positionen gegenseitig ins Kiesbett – und schieden aus.

Paffett allein auf weiter Flur

Zumindest an der Spitze schien es für die Ingolstädter weiterhin nach Plan zu laufen: So behielten Ekström und Rockenfeller bei ihren frühen ersten Boxenstopps ihre Spitzenposition vor di Resta, Scheider und Spengler. Doch das Unheil für Audi deutete sich bereits an: Während der schwedische Spitzenreiter langsam, aber sicher Boden auf Rockenfeller und di Resta verlor, dachte Paffett noch nicht daran, ein erstes Mal die Boxen aufzusuchen. Champion Timo Scheider wurde zwischenzeitlich durch einen missglückten Boxenstopp zurückgeworfen. Und auch als Ekström, di Resta und Rockenfeller zum zweiten Stopp erschienen, den Ekström für eine Reifendruck-Änderung und di Resta zum Positionsgewinn gegen Rockenfeller nutzte, drehte Paffett weiter einsam seine Runden.

Erst in Runde 23 suchte der britische HWA-Pilot ein erstes Mal die Box auf. Anschließend machte er im Fernduell mit dem schwächelnden Mattias Ekström weiteren Boden gut. Auch Spengler schob seinen zweiten Boxenstopp weit nach hinten auf. In Runde 34 mussten die Ingolstädter ihre Sieghoffnungen endgültig begraben: Mit großem Vorsprung auf Ekström kam Gary Paffett nach seinem zweiten Boxenbesuch zurück auf die Strecke – und auch sein kanadischer Teamkollege sortierte sich drei Runden später deutlich vor Ekström ein. Der Schwede hatte derweil Mühe, seinen Podestplatz gegen Paul di Resta zu verteidigen.

Mit großem Vorsprung fuhren Paffett und Spengler schließlich ihrem Doppelsieg entgegen. Trotz zunehmender Handlingprobleme und eines größer werdenden Spengler-Boliden im Rückspiegel setzte der Brite seine fehlerlose taktische Glanzleistung am Ende in seinen elften DTM-Sieg vor Spengler und Ekström um. Champion Timo Scheider musste sich hinter di Resta mit Platz fünf begnügen, übernimmt aber die Führung in der Meisterschaft. Die Punkteränge komplettierten Jamie Green, Mike Rockenfeller und Maro Engel.

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