Putzen ohne Sinn und Zweck
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Liebes Tagebuch,

ich glaube ich habe einen Fehler
gemacht. Autos und Messestände putzen ist wohl doch nicht so mein
Ding. Klar, wenn am Ende das Geld überwiesen wird, denke ich
vielleicht anders darüber, aber im Moment frage ich mich, wie ich
die kommenden Tage überstehen soll. Ich tröste mich mit dem
Gedanken, dass die Messe ja noch nicht begonnen hat und beim Aufbau
anscheinend immer so hektisches Treiben herrscht.

Das haben zumindest
die anderen gesagt. Apropos die anderen: Ich glaube – zumindest im
Großen und Ganzen – sind die anderen Autoputzer ein relativ
erträgliches Völkchen, zumindest reicht es, sich in der Pause über
Fußball oder Autos zu unterhalten – wobei ich bei Autos ab einem
bestimmten Grad passen muss. Leider sind gerade an meinem Stand auch
viele … naja sagen wir … semi-coole Leute am Start. Sei es drum:
ich will ja Geld verdienen und keine Freundschaften schließen.

Mein „Standleiter“ spricht zwar
gebrochenes, aber verständliches deutsch – kein Problem. Dann
erklärt er uns, dass die roten Lappen nur für die Autos, die
blauen auch nur für die Deko und co. benutzt werden dürfen. „Was
für ein Reis“ denke ich mir, bis auf die Farbe sehen die genau
gleich aus – sind sie auch, habe ich auf Nachfrage erfahren. Der
Standleiter erklärt aber, dass das mit den unterschiedlichen
Reinigungsmitteln zu tun hat. Einige, die man für den Stand und die
Deko braucht, könnten den Lack der Autos angreifen. Vielleicht hat
die ganze Sache ja doch einen Sinn… Dann gibt es eine fixe
Einweisung in den Gebrauch der Putzmittel und -geräte und schon
dürfen wir ran.

Nur blöd, dass die Messebauer auch
noch fleißig sind – Sägearbeiten, Abbau, Verlegung etc pp. Kurz:
Überall, wo gerade sauber gemacht wurde, ist es spätestens nach 10
Minuten wieder dreckig… Nur die Autos bleiben sauber, wieso dürfen
wir dann nicht alle die Autos putzen?! Das dürfen nämlich nur
Leute, die schön öfter für die Putzfirma gearbeitet haben – „Die
haben viel mehr Erfahrung im Umgang mit den Autos“ wird diese
Entscheidung begründet, die rein gar nichts mit Sympathien zu tun
haben soll. Bloß gut, dass einer davon noch nicht mal einen
Führerschein hat – der soll wegen einer Woche Autoputzen mehr
Erfahrung im Umgang mit Autos haben als ich?! Ich bleibe ruhig –
auch nachdem ich den Boden kehren und wischen soll, in Anbetracht der
Messebauer mit Sicherheit die undankbarste Aufgabe. Ich glaube der
Standleiter ist nicht mein bester Freund – erst die Frage nach dem
Sinn der roten und blauen Lappen und jetzt auch noch Autos putzen
wollen. Halte ich eben in Zukunft die Klappe und arbeite mich hoch,
kann als Putzboy so schwer ja nicht sein. Aber dazu vergeht mir
schnell die Lust! Ich fege den Boden, wische ihn – ein Messebauer
latscht mit dreckigen Schuhen durch. Ich fege einen anderen Bereich,
wische ihn. Ein Messebauer mit noch dreckigeren Schuhen latscht
durch. Toller Freund denke ich – einen Meter weiter drüber hatte
ich noch nicht gewischt! Er würdigt mich nicht mal eines Blickes,
ein „sorry“ gibt’s erst recht nicht. Ich versuche entspannt zu
bleiben, schließlich wird man ja dafür bezahlt… ich drücke
meinen Kopfhörer wieder ins Ohr und mache weiter. Bis der
Standleiter mich sieht, mir eine Predigt hält, dass Musik hören
während der Arbeit unprofessionell sei und wir als gutes Vorbild
vorangehen müssten. Während er so erzählt, frage ich mich für wen
ich hier noch Vorbild sein soll?! Ich komm mir jetzt ja schon vor,
wie der letzte Spaten. Ich frage mich auch, ob man ungenauer oder
unkonzentrierter putzt, wenn man dabei Musik hört. Noch ist kein
Pressevertreter da, kein einziger Besucher, aber „Ordnung muss
sein“… Das sind die letzten Worte des Standleiters, bevor er
glücklich über seine Demonstration der Macht wieder im hinteren
Bereichs des Standes verschwindet. Ich merke, wie in mir das
Bedürfnis ergreift, ihm meinen nassen Lappen ins Gesicht zu drücken,
aber er ist ja schon weg und ich sonst ein netter, gelassener Junge.
Während ich weiter sinnlos den Boden reinige (siehe Messebauer und
ihre dreckigen Schuhe) frage ich mich ob der gute Herr Standleiter in
seiner „Standleiterschulung“ gerade Kreide holen war, als es um die
wichtige Mitarbeitermotivation ging…

 

 

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