Stimmen zum ersten Testtag in Sepang: Lustiges und unlustiges Kennen lernen
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(adrivo.com) Alle schimpften über den Regen, der eine oder andere hatte aber auch noch andere Probleme.

Bei weitem nicht in voller Stärke ist die MotoGP in Sepang, um die Maschinen für nächstes Jahr weiter in Schuss zu bringen. Die Anwesenden störte der großzügigere Platz auf der Strecke am ersten Testtag aber nur wenig – das schlechte Wetter dafür umso mehr. Dennoch überhaupt nicht unzufrieden war Randy de Puniet, der die schnellste Zeit des Tages erzielte und dabei auch noch an den Aufhängungen vorne und hinten arbeitete, um das Motorrad besser auf seinen Fahrstil abzustimmen. „Wir haben innerhalb von 40 Runden eine gute Balance gefunden und dann ein wenig am Motormanagement gearbeitet“, erzählte er.

Der einzig kleine Wehrmutstropfen für de Puniet kam kurz bevor der Regen loslegte. In einer Rechtskurve wollte die Front in eine andere Richtung als er, was ihn auf den Boden schickte. Doch der sturzerprobte Franzose ließ sich davon nicht aus der Fassung bringen. „Ich bin mit dem ersten Tag zufrieden. Wegen des Regens ist es etwas schade, da wir so viele Runden wie möglich brauchen, damit ich die Maschine besser verstehe. Aber ich denke, wir arbeiten in die richtige Richtung, nehmen die Dinge Schritt für Schritt“, sagte de Puniet.

Bereits einen großen Schritt machte Colin Edwards an seinem ersten Tag bei Tech 3 – immerhin fuhr er die drittschnellste Zeit; auch wenn es nur eine Testzeit war. „Es fühlt sich ganz gut an“, sagte er gegenüber . Da es auf der Yamaha beim Werksteam überhaupt nicht gelaufen war, kam er zu Tech 3 und sagte, dass man ganz von vorne beginnen sollte und wollte seine Abstimmung vom Grand Prix gar nicht erst noch einmal sehen. „Also haben wir herumgespielt. Es ist recht anders und es fühlt sich gut an“, meinte der Texaner, der noch immer in den Farben der Werksmannschaft unterwegs war. Neue Teile hatte sein neues Team nach seiner Auskunft nicht dabei und auch das Motorrad sei ähnlich. Lediglich der Motor habe unten etwas mehr Kraft, dafür oben etwas weniger. „Die Rundenzeit ist aber die gleiche.“

Dass er nach Valentino Rossis Wechsel auf Bridgestone nun der einzige Yamaha-Fahrer mit Michelin-Erfahrung ist, störte Edwards relativ wenig. „Ich war jahrelang bei Michelin und habe einige Jahre die Entwicklung in der Superbike und dann bei Aprilia angeführt, also habe ich kein Problem damit.“ An den Reifen müsse aber noch gearbeitet werden, das musste er zugeben und freute sich schon darauf, wenn sein Teamkollege James Toseland auf Strecken kommt, die er kennt und wo er einen Vergleich ziehen kann. „Das kann auch Lorenzo, wenn er den Speed gefunden hat.“ Besonders wichtig sei der Vorderreifen, da dadurch die meisten Stürze passieren, bei Bridgestone hingegen kaum welche. Wie die neue Maschine aussehen wird, konnte er aber noch nicht sagen.

Nur knapp hinter Edwards legte Andrea Dovizioso eine weitere Talentprobe ab und zeigte, dass er sich auf der Maschine bereits ganz gut zurecht findet. Nach seinen Aussagen traf das aber auch auf die Strecke zu, auf der er sich viel besser fühlt als in Valencia. „Ich bin sehr zufrieden mit der Maschine – sie ist groß, schnell und es macht viel Spaß, sie zu fahren. Meine Rundenzeiten sind gut und das hat mich überrascht, denn ich habe noch nicht wirklich das gute Gefühl auf der Maschine, das ich will – es gibt so viele Dinge zu verstehen, bevor ich schnell fahren kann“, sagte der Italiener. Womit er sich vor allem schwer tut, ist die Motorbremse, da das Heck damit viel rutscht. Auch die Vorderbremse kann er noch nicht voll nutzen. „Wenn ich weniger Motorbremse hätte, könnte ich mich mehr auf die Vorderbremse konzentrieren. Wir haben noch zwei Tage und ich bin zuversichtlich, dass wir uns verbessern“, meinte Dovizioso.

Für Nicky Hayden konnte es nach den ersten Runden in Sepang ohnehin nur besser werden, da er auf seinem fünften Umlauf gleich zu Sturz kam. „Ein Sturz in der fünften Runde eines dreitägigen Tests ist nicht so klug“, erzählte er. Da der Sturz bei langsamer Fahrt passierte, blieb der Amerikaner aber unverletzt und meinte, er habe einfach ein paar nasse Stellen übersehen. „Es ist die älteste Ausrede, zu sagen: ‚Da muss etwas auf der Strecke gewesen sein.‘ Aber drei Fahrer, die am gleichen Ort hinfallen?“, fragte er. Dadurch war der Start in den Tag natürlich nicht der beste für ihn, doch die Maschine war schnell wieder hergestellt und er konnte auf der Strecke noch ein paar Runden drehen – aber nicht so viele, wie er wollte. „Wir wollten die neue Maschine nach dem Mittagessen raus bringen, aber der Regen hat das verhindert. Das neue Motorrad ist dasselbe wie in Valencia, aber wir wollten ein paar andere Leistungskurven am Motor ausprobieren.“

Ebenfalls über den Regen verärgert war Jorge Lorenzo, der gerne mehr Zeit gehabt hätte, um sein neues Motorrad kennen zu lernen. Nun hofft er, dass er am Freitag mehr Zeit bekommt. „Jedes Mal fühle ich mich auf der Maschine natürlicher und ich kann den Unterschied zu Valencia spüren. Ich muss aber noch ein paar Änderungen an meinem Fahrstil machen, damit ich mich voll anpasse – wir arbeiten daran“, berichtete der Spanier. Im Moment könne er die Motorkraft einfach noch nicht voll einsetzen und er müsse lernen, in den Kurven langsamer und geschmeidiger zu sein, damit er das Gas früher aufmachen kann, erklärte er weiter. „Mir fällt es etwas schwer, die schnellen Rundenzeiten zu finden, aber das ist normal, denn es gibt noch so viel an der Maschine, das ich nicht verstehe. Morgen haben wir ein paar neue Dinge zum Ausprobieren, inklusive einer neuen Gabel und ich werde einfach weiterarbeiten.“ Laut Team Manager Daniele Romagnoli muss Lorenzo vor allem noch lernen, tiefer in die Kurven zu bremsen.

Trotz Sturz und langsamster Rundenzeit klang James Toseland viel gelassener als sein spanischer Markenkollege. „Es ist alles neu – die Maschine, die Reifen, die Aufhängung und die Strecke. Es ist aber nett, da raus zu gehen und einen ordentlichen Test auf einer GP-Maschine zu haben“, sagte er gegenüber . Seine ersten Runden nutzte Toseland dazu, hinter Colin Edwards her zu fahren, um sich die Linien genauer anzusehen. Außerdem erklärte Edwards ihm einige der Bremspunkte an der Strecke. „Hoffentlich bringt er mir alles bei, was er weiß, denn er hat viel Erfahrung.“

Edwards selbst meinte, es sei eben so wie bei einem Golfschwung: wenn man einfach nur alleine herumfahre, dann könne man ein paar schlechte Angewohnheiten lernen und diese später nicht loswerden. Deswegen habe er auf seinen Teamkollegen gewartet und ihm die richtigen Wege gezeigt. „Diese Strecke ist so groß, ich brauchte drei Jahre, um sie zu lernen. Hoffentlich kann ich ihm einen Schnellstart ermöglichen… Es macht viel Spaß mit James zu arbeiten“, erklärte der Texaner.

Da aber auch Toseland wegen des Regens weniger fahren konnte als geplant, will er am Freitag die Mittagspause auslassen und einfach durchfahren. „Denn es regnet wahrscheinlich jeden Tag um etwa 15:00 Uhr“, nannte er seine Gründe. Er wolle nun einfach Runden drehen und freute sich bereits darauf, viel zu fahren und herauszufinden, was die Maschine so macht und warum sie das macht. „Ein GP-Motorrad ist so anders was den Fahrstil und die Technik betrifft. Ich muss auch mit dem Team arbeiten, damit sie verstehen, was ich von der Maschine und der Aufhängung brauche. Für den ersten Morgen bin ich aber recht zufrieden“, meinte der Brite.

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