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Vorstellung BMW 320Cd Cabrio: Die weißblaue offene Diesel-Faszination

Er ist einer, der anmacht, ein eigenwilliger Typ mit harmonischen Proportionen. Die Anhänger der reinen Lehre, die nur die gnadenlose Offenheit gelten lassen, sehen sich bestätigt: "Du sollst über Dir den Himmel haben – und sonst gar nichts."
BMW 320Cd. Foto: Auto-Reporter
Das BMW Cabrio erfüllt solche Wünsche auf Knopfdruck: In nur 21 Sekunden verschwindet das Stoffdach mit der heizbaren Heckscheibe aus Sicherheitsglas in seinem Verdeckkasten, und dann steht dem offenen Vergnügen nichts mehr im Weg.
Diese bekannten Kernkompetenzen verbindet der 320Cd, der jüngste unter den offenen Dreiern, mit Unerwartetem: Ein Dieselmotor unter der Haube eines Cabrios gehört auch in der Ära der unverschämtesten Kraftstoffpreise aller Zeiten (also heute) zu den echten Raritäten. Warum? Es stellt sich die Gewissenfrage: Diesel und Cabrio – passt das zusammen? Das tut es, so ungefähr wie Himbeereis zum Frühstück: reine Geschmackssache, warum nicht?
Dabei ist der 320Cd nicht mal einer ausschließlich für die scharfen Rechner. Selbst Leistungsfans (ich bekenne, dass ich einer bin) kommen mit dem Diesel-Cabrio zurecht. Ich schätze es, wenn der Tritt aufs Gaspedal spontanen und vehementen Vortrieb erzeugt – auch im Cabrio. 110 kW/150 PS bei 4000/min erzeugen eine höchst akzeptable Vehemenz, und man gleitet entspannt dahin, genießt die grenzenlose Kopffreiheit. 150 PS können eine Menge Fahrtwind erzeugen, besonders, wenn man Cabrio pur genießt – ganz ohne Windschott. In 9,7 Sekunden beschleunigt der offene 320Cd von 0-100 km/h, seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei 211 km/h.
Aber natürlich gibt es ein Aber: Vernunft ist eine Sache, Emotion eine andere. Die Verbindung des Dieselmotors mit dem Dreier-Cabriolet mag zwar eine sehr vernünftige sein, sie könnte aber auch der Faszination des offenen Bayern schaden. Man stelle sich vor: Da steht das Cabrio in all seinem Glanz und seiner verlockenden Schönheit vor dem Haus, und die Nachbarschaft steht bewundernd an den Fenstern, und der stolze Eigentümer besteigt seinen Liebling, dreht den Schlüssel und – nagelt die Straße voll. Die Nachbarschaft wendet sich ernüchtert ab. Um es zu verdeutlichen: Sie stehen vor Ihrer Traumfrau (Ihrem Traummann), schmelzen gerade lustvoll dahin, und dann öffnet sie (er) den Mund und traktiert Sie mit einem Idiom, das ganz hinten im Hals das Zäpfchen kitzelt. Das törnt gewaltig ab, und damit muss man leben können. Aber in Zeiten solcher Spritpreise wie heute – da relativiert sich so manches. Bei BMW setzt man auf die Faszination der sparsamen Technik: 6,3 Liter pro 100 Kilometer, 63 Liter eingefüllt, das reicht für 1000 Kilometer am Stück. Wo war doch gleich der Tank?
Fast familienfreundlich: Bei geschlossenem Verdeck fasst der Kofferraum beachtliche 300 Liter. Das Fahrwerk ist straff, verfügt aber über genügend Komfort und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Ergo offeriert das Cabrio jede Menge Fahrspaß auch jenseits der Grenzen des entspannten Dahinrollens, denn selbst auf Holperstrecken verwindet sich die Karosserie keinen Deut. Selbst bei hohen Tempi bleibt es im offenem 3er erstaunlich geräusch- und verwirbelungsarm. Der Überrollbügel, im Volksmund auch "Henkelmann" genannt, der die Passagiere bei Überschlägen schützt, tarnt sich beim 3er Cabrio als nur im Notfall herausschnellendes Überroll-Schutzsystem, das zusammen mit Front- und Seitenairbags für die passive Sicherheit optimiert. Bequeme Vordersitze mit integriertem Gurtsystem sowie automatisch ausfahrenden Überrollbügel, die in die hinteren Kopfstützen integriert sind sorgen zusammen mit Front- und Seitenairbags für die passive Sicherheit. Die Power des Triebwerks kommt dank Traktionssystem ASC und Fahrstabilitätssystem DSC souverän auf die Straße.
Im Frühjahr 2005 wollen die Münchner den BMW 320Cd auf den Markt bringen – zum Preis von 36 450 Euro. Ich prophezeie dem weißblauen Diesel-Cabrio Erfolg, denn: 1. spielt sich die Igitt-Dimension von selbstzündendem Offenfahren ausschließlich im Kopf ab. 2. zählt der BMW-Diesel zu den kultivierten Vertretern seiner Art. 3. erfreut das BMW 320Cd Cabrio mit sehr guten Fahrleistungen und 4. macht Cabriofahren bei schönem Wetter und 100 km/h eh am meisten Spaß: Dann schnurrt es dahin, und allen Insassen ist es völlig wurscht, welche Art Motor da vorne werkelt.
Von Rolf-Peter Bleeker
22. Oktober 2004. Quelle: Auto-Reporter

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