Mercedes-Benz

Vorstellung Mercedes-Benz R-Klasse: Sanfter Riese?

Zwei Fahrzeuglängen und drei Motoren stehen zur Wahl: 4,92 Meter und 5,16 Meter sowie der neue Drei-Liter-Diesel und die beiden Benziner mit rund 3,5 Liter und 5,0 Liter Hubraum. Die Preise für die Basisausstattungen bewegen sich zwischen 52 200 Euro und 66 700 Euro für den langen Radstand mit dem großen Benziner.
Mercedes-Benz R-Klasse. Foto: UnitedPictures/Manfred Zimmermann
Was beschert uns nun das für Europa, was Mercedes-Benz ein "einzigartiges Fahrzeugkonzept" nennt, dass die Eigenschaften von sportlicher Limousine, Kombi, Van und Sport Utility Vehicle (SUV) in sich vereinigt? Ist das ein überdimensioniertes, vielleicht sogar unbeherrschbares Raumschiff aus einer anderen Galaxie oder ein sanfter Riese, der sich in Europa und in dem sich Europäer wohlfühlen?
Das Wohlgefühl stellt sich bei der ersten Bekanntschaft sogar im Münchner Morgenverkehr rasch ein. Denn der bessere Überblick vom gegenüber einer Limousine höheren Fahrersitz aus gleicht die das Gefühl, in einem besonders großen Auto zu sitzen, aus. Wer sich außerdem vor Augen hält, dass die scheinbar so große R-Klasse ein Fahrzeug der E-Klasse bei den Maßen in der Höhe wesentlich übertrifft, dann schwindet die Sorge, irgendwo mit einem unangepassten und unpassenden Raumschiff zu stranden.
Bei der R-Klasse geht es um innere Werte. Dabei kommen die äußeren allerdings auch nicht zu kurz. Wer nach den ersten Fotos an der Sinnfälligkeit der Entscheidung noch zweifeln konnte, die neue M-Klasse anzubieten und dennoch auch eine R-Klasse auf die Räder zu stellen, die sieht sich rasch korrigiert, wenn beide Fahrzeuge nebeneinander stehen.
Schon die neue M-Klasse hat beim Aussehen erheblich an Reiz gewonnen. Noch mehr Reize zeigt aber die R-Klasse, die flacher, limousinenähnlicher, dynamischer und eleganter daherkommt. Diese Unterschiede werden auch im Innenraum deutlich. Nicht, dass etwa die M-Klasse rustikal wäre, aber die R-Klasse hat mehr Klasse.
Die Mercedes-Gene schlagen auch bei der R-Klasse im Hinblick auf Fahrzeug-Sicherheit, Komfort und Verarbeitung voll durch. Auch die drei Motoren lassen kaum Wünsche offen. Der Diesel arbeitet leise und mit 510 Newtonmeter Drehmoment im Bereich zwischen 1600 und 2800 Umdrehungen durchzugsstark, und der Fünf-Liter-Achtzylinder vermittelt schon über seinen sonoren Klang stets das Gefühl der Souveränität. Der Benziner bringt die leer rund 2,2 Tonnen schwere R-Klasse von 0 auf 100 km/h in rund 7 Sekunden und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h. Aber auch der Diesel muss sich nicht verstecken bei 8,8 Sekunden und 222 km/h. Dabei sollen durchschnittlich weniger als 10 Liter Diesel oder knapp 14 Liter Super aus den Tanks fließen.
Doch trotz der guten Werte für die Fahrleistung ist es am wenigsten die Dynamik, die dieses Fahrzeug auszeichnet. Es beschleunigt beeindruckend, fährt schnell, mag sogar bergige Strecken und ist nie überfordert. Und doch ist seine eigentliche Stärke die scheinbar mühelose Reise. Mit ihr zähmt die R-Klasse sogar ganz ungestüme Fahrer; denn Gleiten bringt das Vergnügen. Allein den Passagieren auf den Klappsitzen in der dritten Reihe werden das nicht genießen können, es sei denn, sie sind noch Kinder oder kleinwüchsig.
Vorn reist man distanziert vom übrigen Verkehr – souverän und erhaben. Um das genießen zu können, muss man eben nicht das Gemüt eines amerikanischen 55-Meilen-pro-Stunde-Langstreckenfahrers mitbringen. Das Wohlgefühl stellt sich automatisch ein, manchmal sogar bei der Komforteinstellung des luftgefederten Fahrgestells. Die erinnert mit ihrem sanften Auf und Ab noch am ehesten an die Tatsache, dass dieses Auto ursprünglich für den US-Markt konzipiert wurde. Dafür entschädigen der europäisch kleine Wendekreis, der wesentlich zur Handlichkeit der R-Klasse beiträgt und die fast übergangslos schaltende serienmäßig eingebaute Sieben-Gang-Automatik.
Die R-Klasse ist also eher der sanfte Riese, der in Europa seine Freunde finden und überzeugen wird. (ar/Sm)
Von Peter Schwerdtmann
26. Oktober 2005. Quelle: Auto-Reporter

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