Yamaha Vmax – Totgesagte leben länger
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Die neue Vmax tritt ein schweres Erbe an. Aber als stärkstes Serienbike der Welt ist sie dafür gut gerüstet. Bilder

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Die Vmax ist eine Waffe - nichts für unerfahrene oder zartbeseidete Biker. Bilder

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Mehr als das Rücklicht der Vmax wird man an der Ampel wohl wieder nicht sehen. Bilder

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Der brachiale Motor bringt satte 200 PS aus 1,7 Liter Hubraum. Bilder

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Die Vmax Koncept-Studie ist der Vorreiter des 2009er Modells. Bilder

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Die erste Yamaha Vmax taugte mit ihrem brachialen Motor nur für Bilder

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Die neue Vmax tritt ein schweres Erbe an. Aber als stäkstes Serienbike der Welt ist sie dafür gut gerüstet. Bilder

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Adrenalin-Junkies
aufgepasst – das ist wohl das Comeback des Jahres! Als die Vmax 1984
das Licht der Welt erblickte, schuf Yamaha damit mehr als nur ein
Motorrad. Ein ganz neuer Motorrad-Typ war geboren: Das Muscle Bike.
Bis 1996 war die Maschine einfach zu stark, um auch in Deutschland
den Markt zu erobern. Als Yamaha die Produktion zur Jahrtausendwende
komplett einstellte, schien das Kraftpaket vollkommen aus zu sterben.
Aber jetzt meldet sich die Yamaha Vmax eindrucksvoll zurück – als
stärkste Serienmaschine der Welt.

Die physikalische
Formel für Beschleunigung ist Kraft durch Masse – das ist nichts
neues. Genauso alt ist der Fakt, dass jede Vmax beim Sprint-Duell an
der Ampel nichts und niemandem eine Chance lässt. Auch von der
brandneuen Version der Mutter aller Muscle Bikes werden beim
Beschleunigen nur die Rücklichter zu sehen sein. Soweit so gut, aber
die neue Vmax wiegt grandiose 310kg! Das gleicht das Kraftpaket aber
durch brachiale 167 NM Drehmoment wieder aus. Zum Vergleich: Der
Vorzeigesportler Yamaha R1 kommt bei 10000 U/min auf maximal 115,5
NM. Die enorme Beschleunigung und Power ist seit jeher die große
Stärke des barbarisch motorisierten Naked Bikes und hat die Vmax zu
einem der erfolgreichsten Motorräder der 80er und 90er Jahre gemacht.
Grund genug dem Mythos mal nach zu spüren.

Der Gedanke hinter
der ersten Vmax ist eigentlich ganz einfach: brutale Beschleunigung!
Anfang der 80er Jahre hatte Akira Araki, damals Projektleiter bei
Yamaha, die Idee ein Motorrad zu bauen, das auf der
Viertelmeilendistanz (402,34 m) keine Konkurrenz duldet. Nach
intensivem Tüffteln gestaltete sich vor allem die Suche nach einem
geeigneten Motor zum heiklen Problem. Zu Arakis Glück hatte Yamaha
gerade den V4-Motor für die XVZ 12/13 Venture mit 90 PS entworfen,
der genügend Potenzial zur Leistungssteigerung für die angestrebten
140 bis 150 PS bot. Zunächst sollte ein Turbolader die gewünschten
zusätzlichen Pferde aufbringen – die Idee wurde wegen Platzmangels
aber schnell wieder verworfen. Die Lösung bildete letztendlich das
V-Boost-System. Dabei werden die vier Zylinder durch die
Fallstrom-Vergaser über separate Ansaugkanäle mit dem
Kraftstoff/Luftgemisch versorgt. Diese Kanäle haben zusätzliche
Drosselklappen, die bei 6500 U/min von einem Servomotor geöffnet
werden. So wird im unteren Drehzahlbereich ein größeres Drehmoment
durch den geringeren Ansaugquerschnitt in den Vergasern erreicht; ab
6500 U/min wird jeder Zylinder durch die geöffneten Drosselklappen
während des Ansaugtrakts gleich von zwei Vergasern befüllt, was
eine Leistungssteigerung zur Folge hat. [foto id=“63589″ size=“small“ position=“right“] Der Motor der ersten Yamaha
Vmax, die 1984 in Las Vegas vorgestellt wurde, brachte nun für die
damalige Zeit unglaubliche 145 PS auf die Straße – und war mit
elf Sekunden auf der Viertelmeile das am schnellsten beschleunigende
Serienmotorrad der Welt. Mit diesen Werten gelang es Yamaha ein
Straßen zugelassenes Motorrad zu konstruieren, das an die
Motorleistung der damaligen Grad-Prix-Maschinen herankam. Trotz des
Kardanantriebs und dem berüchtigten Tank unter dem Sitz, war das
Fahrwerk dem Vmax-Monster aber nicht gewachsen. Und genau daraus
bezog das Bike seinen Reiz: wer sich traute die ungestümen 145
Pferde mit dem überforderten Fahrwerk um enge Kurven zu zirkeln,
erhielt schnell das Prädikat „ganzer Kerl“ – und die Vmax
das des „Macho-Bikes“. Nicht alle konnten mit dem Biest von Motorrad
umgehen. Deshalb wurde in den USA bald der Ruf nach einer
abgespeckten 750er Vmax laut. Da sich die Realisierung allerdings als
äußerst schwierig gestaltete, wurde bereits 1985 die Yamaha FZX 750
auf den amerikanischen Markt gebracht, die hierzulande als Fazer bekannt ist und selbst
Erfolgsgeschichte schrieb. In ihrer Klasse jedoch ist die Vmax die
unangefochtene Königin. Zwar versuchten Kawasaki mit der ZL 1000
Eliminator (1986) und Honda mit der 1997 vorgestellten X4 ihr Glück
– doch sie konnten Yamaha aber nicht ansatzweise vom
Muscle-Bike-Thron stoßen.

Auf Seite 2 lesen Sie, was die neue Vmax von all ihren Vorgängerinnen unterscheidet. {PAGE}

Vor
vier Jahren wurde zum 20-jährigen Jubiläum der Vmax ein limitiertes
Sondermodell auf den Markt gebracht – ebenso wurde auf der 39.
Tokyo Motor Show eine Konzept-Studie des Vmax Nachfolgers
präsentiert. [foto id=“63590″ size=“small“ position=“left“] Hoffnung machte sich bei den zahlreichen
Muscle-Bike-Anhängern breit, nachdem Yamaha 2001 die Produktion nur
noch in die Hände seiner Tochtergesellschaft Star Motorcycles legte,
die 2006 die Produktion der Vmax komplett einstellte. Seit 2008 baut
Yamaha wieder das auf der Konzept-Studie basierende Powerbike. Auch
in Deutschland führt das zu Jubelschreien: Obwohl die Yamaha Vmax
erst seit 1996 nach Deutschland importiert wird (in einer kastrierten
100 PS-Variante, wo bleibt da noch der Reiz?!), hat sie auch
hierzulande eine große Fangemeinde gefunden.

Nach
einem knappen Vierteljahrhundert belebt Yamaha den Mythos Vmax
endlich wieder neu. Optisch erinnert das 2009er Modell vor allem an
die erste Vmax von 1984. Grob gesagt verbindet das Design heute wie
damals folgende Attribute: brachial, kraftvoll, gefährlich,
männlich. Der bullige Vierzylinder-V-Motor steht klar im
Mittelpunkt. Zurecht, denn der mit 200 PS stärkste Motor der
Zweiradwelt ist wahrlich ein Hingucker. [foto id=“63591″ size=“small“ position=“left“] Nur 65° beträgt der Winkel
zwischen den Zylinderbänken (erst ermöglicht durch spezielle
Zahnräder), 1679 Kubikzentimeter Hubraum – mehr als jemals zuvor.
Genauso wie die unübersehbaren Lufthutzen, orientiert sich auch die
Form der hochgereckten Schalldämpfer ganz klar an der Original-Vmax.
Außerdem wurde der unter dem Sitz angebrachte Tank nicht nur aus
Platzgründen wieder an gleicher Stelle verbaut. Technisch hingegen
ist die stärkste Serienmaschine der Welt aber kaum wieder zu
erkennen! Innen regiert High-Tech: variable Ansauglängen (YCC-I),
elektronische Drosselklappensteuerung (YCC-T, bekannt aus der Yamaha
R1 und R6) sowie ein zentraler Nockenwellenantrieb über Kette – um
nur einige Features zu nennen. Trotz – oder aufgrund – der
technischen Neuerungen, geht es auch bei der 2009er Vmax vor allem um
das ungeheure Drehmoment. [foto id=“63592″ size=“small“ position=“right“] Gleichmäßig treiben die 167 NM das 310 kg
schwere Monster nach vorn. Rollt die Vmax einmal, ist Schalten fast
sinnlos. In jedem Gang kann problemlos aber brutal beschleunigt
werden, egal bei welcher Geschwindigkeit und Drehzahl. Überholen
wird dadurch zu einem kurzen Ruck am Gas und an der Ampel versägt
man eigentlich alles, was es mit der Yamaha aufzunehmen versucht. Bis zu 220 km/h Spitze (elektronisch abgeriegelt) kann der Kolos beschleunigt werden, genug für die Autobahn und für die Landstraße
sowieso. Die Königin unter den PS-Boliden wird angenehm straff von
zwei 6-Kolben-Radialzangen mit Wave-Bremsscheiben gebremst. Wider
Erwarten ist die 2009er auch auf längeren Touren gut verträglich –
nur in engen Kurven und auf Bergab-Passagen spürt man das enorme
Gewicht.

[foto id=“63593″ size=“full“] Sportler
oder agile Streetfighter können von der Vmax also kaum durch die
Kurven gejagt werden. Dafür ist sie aber wie für die Gerade
gemacht, wo alle Stärken der Yamaha zum Vorschein kommen. Für die
einen ist das bullige Naked Bike eine Waffe, für die anderen ein
überdimensionales Spielzeug. Der Mythos lebt weiter, die Nachfrage
ist riesig. Allerdings wird die Yamaha Vmax bei einer europaweit
limitierten Stückzahl von 15000 und einem Preis von stattlichen 19
750 Euro auf deutschen Straßen wohl eine Rarität bleiben. Aber
irgendwann schießt sie mal auf einer Geraden mit einem Donnern
vorbei – irgendwann…

 

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