Hamburg-Berlin-Klassik 2017: Prolog mit Fischbrötchen
180 automobile Klassiker im sportlichen Rallye-Einsatz

Hamburg-Berlin-Klassik 2017: Prolog mit Fischbrötchen

Traditionen müssen gepflegt werden. Da war es auch in diesem Jahr keine Überraschung, als in der vergangenen Woche – wenige Tage vor dem Start der zehnten Auflage der Hamburg-Berlin-Klassik – die Anfrage kam: „Können Sie am Mittwochvormittag am Wolfsburger Depot sein?“ Sehr gerne! Denn traditionell fahren einige Klassiker aus der Sammlung des Zeithauses der Autostadt auf eigener Achse zum Start der größten Oldtimer-Rallye Norddeutschlands, der HBK (Hamburg-Berlin-Klassik). Zwei Fahrzeuge waren bereits unterwegs, so dass es im Duett aus einem 1985er-Jubikäfer und einer Volkswagen T3 Doppelkabine aus dem Jahr 1988 gen Hamburg ging, um sich in das Startfeld der 180 teilnehmenden Teams einzureihen.

Hamburg-Berlin-Klassik: Etappe die Erste

Hamburg-Berlin-Klassik 2017: Vor dem Start.

Hamburg-Berlin-Klassik 2017: Vor dem Start.
Copyright: Auto-Medienportal.Net/Leitzke

Angeführt von Andreas Hornig, dem technischen Leiter des Zeithauses, kam schnell Wittingen in Sicht. Eine Baustelle bei Uelzen verlängerte dankenswerterweise die Fahrt durch wundervolle Alleen bevor wieder die Bundesstraße vier zur Verfügung stand. Gerade noch rechtzeitig, um sich bei der im Team der Autostadt bereits legendären Fischräucherei kurz vor Lüneburg auf das Tor zur Welt einzustimmen. Bestens mit Matjes-, Brathering- und Lachsbrötchen gestärkt rollen die beiden Fahrer und ihr Navigator der Alten Fischauktionshalle westlich der Hamburger Landungsbrücken entgegen.

Dort erfolgte am Mittag der Start der ersten Etappe. Auch die Klassik-Abteilungen anderer Hersteller schickten diverse Schmuckstücke ihrer Sammlungen an die „Waterkant“. BMW war unter anderen mit einem Trio von 328ern aus dem Jahr 1937 vertreten, die unter der Führung von Leopold Prinz von Bayern und Katharina Witt das Feld häufig sportlich gefahren anführten. Aber nur für das Team Autostadt ging es mit zehn Klassikern über Buxtehude und einen kleinen Oldtimer-Wedler im Schnee des Snow Domes Bispingen zurück an den eigenen Ausgangspunkt. Nach einem Get Together rund um das Zeithaus ließ mindestens die Hälfte der Teilnehmer ihre Glanzstücke auf den Freiflächen der Autostadt übernachten, so dass sich die Park- und Lagunenlandschaft für einen halben Tag in ein riesiges Open-Air-Museum verwandelte.

Von der Altmark nach Lübeck: Die zweite Etappe

Hamburg-Berlin-Klassik 2017: Lübecker Hafen.

Hamburg-Berlin-Klassik 2017: Lübecker Hafen.
Copyright: Auto-Medienportal.Net/Autostadt

Am frühen Morgen des nächsten Tages startete die Altmark- und Mecklenburg-Etappe der diesjährigen Hamburg-Berlin-Klassik. In Sichtweite der historischen Eisenbahnbrücke von Dömitz querte das Feld die Elbe und erreichte am frühen Freitagabend Lübeck. Am Sonnabend war Berlin das erste Ziel des Tages auf dem Weg zurück nach Hamburg. Zum Glück hatte sich bereits herumgesprochen, dass es in diesem Jahr nicht in die deutsche Hauptstadt, sondern dafür in das älteste Berlin der Welt gehen sollte. Das kleine Dorf in Holstein wurde bereits 1215 und damit weit vor der großen Schwester das erste Mal urkundlich erwähnt. Zumindest einen Blick auf die Ostsee erlangten die Rallye-Teilnehmer in Grömitz, bevor sich am Nachmittag für jeden Oldtimer die Zielflagge in der Hamburger Ballinstadt senkte.

Otto F. Wachs fasste seinen letzten Rallye-Einsatz als Geschäftsführer der Autostadt wie folgt zusammen: „Drei Tage bei bestem Wetter und 180 automobile Klassiker im sportlichen Rallye-Einsatz. Mehr kann man sich bei einem Event wie der diesjährigen Hamburg-Berlin-Klassik kaum wünschen. Die unzähligen Zuschauer entlang der Strecke bewiesen, dass die Faszination und Liebe zum Automobil ungebrochen ist. Unsere zehn eingesetzten Oldtimer aus der Zeithaus-Sammlung weckten an der Strecke Emotionen – wie die Erinnerung an den eigenen, ersten Käfer und haben auch auf dieser Rallye die Sympathien zur Marke Volkswagen verstärkt.“

Die durchwachsenen Gesamtergebnisse des Teams Autostadt ab Platz 20 nach rund 800 Kilometern Rallye waren daher kurz nach der Ankunft im Ziel fast vergessen: Ein Hamburger Shanty-Chor sorgte für eine ordentliche Stimmung bei der feierlichen Ehrung der Sieger in der Alten Hamburger Fischauktionshalle. Deutlich mehr zu feiern hatten Dirk Hattenhauer und Tim Lücke, die mit ihrem Volkswagen Transporter T1 aus dem Jahr 1964 ihren Erfolg des Gesamtsieges 2016 wiederholen konnten. Auf den Plätzen folgten Axel Ernst und Johannes Bitter-Suermann (Toyota Celica GT, 1979) sowie Ralf Klaus und Hans Georg Ahrens auf ihrem laubgrünen Talbot London 90 AV von 1933.

Am frühen Sonntagmorgen drehten sich bereits wieder die Schlüssel im Zündschloss von nun vier Klassikern des Zeithauses. Auf eigener Achse zurück durch die Heide nach Wolfsburg – pures Fahrvergnügen nach 22 Mensch und Material fordernden Wertungsprüfungen während der vergangenen Tage. Leider traditionell ohne Fischbrötchen.

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