Ärger ums digitale Autoradio – Ab August droht Funkstille
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Das Digitalradio DAB sollte das Modell für die Zukunft sein. Wer den Versprechungen von Rundfunkanstalten und Elektronikindustrie geglaubt und beim Autokauf teures Geld in ein entsprechendes Radiogerät investiert hat, lauscht nun sozusagen in die Röhre. Weil der neuer Radio-Standard DAB+ kommt, werden die alten DAB-Autoradios langsam wertlos.

Ab dem 1. August starten die Sendeanstalten der ARD sowie einige private Radiosender mit dem neuen „DAB+“-Standard. Der bietet wesentlich mehr Programme und soll eine bessere Übertragungsqualität gewährleisten als die alte DAB-Technik. Zudem sind neue Funktionen wie der sogenannte journaline-service möglich, eine Art Videotext für das Radio. Autofahrer können sich damit Nachrichten vorlesen lassen und sind somit von den News-Sendeplänen der Programmmacher unabhängig.

Selbstverständlich braucht man für den neuen Standard auch neue Geräte. Das wäre auch nicht weiter schlimm. Allerdings werden Programme nach dem alten Übertragungsstandard sukzessive abgeschaltet. Wer also vor einigen Jahren ein teures DAB-Autoradio gekauft hat, kann das nun immer weniger nutzen. Immerhin rund 300 Euro bis 600 Euro kosteten derartige Geräte. „Wie viele DAB-Sender der einzelne Autofahrer nach dem 1. August noch empfangen kann, hängt auch von der Region ab“, so Michael Richter von „Digital Radio“, dem Verein in dem sich öffentlich-rechtliche und private Radioanstalten sowie Endgerätehersteller zusammengeschlossen haben, um das Digitalradio in Deutschland populär zu machen. In Bayern etwa, wo DAB vergleichsweise beliebt war, senden die meisten Anstalten weiterhin auch noch Programme im alten Standard. In anderen Bundesländern ist das nicht so. Genaue Zahlen sind allerdings zurzeit noch nicht bekannt, da die föderale Organisation des Rundfunks für Unübersichtlichkeit sorgt.

DAB ist erst seit 2004 in Deutschland großflächig verfügbar. Damals wurde der neue Radiostandard massiv beworben – als Investition in die Zukunft. Denn der alte UKW-Rundfunk galt als Auslaufmodell. Mehrfach waren sogar schon Termine für die endgültige Abschaltung des analogen Radios genannt worden. Eingehalten wurden sie nie. Denn DAB konnte sich einfach nicht durchsetzen. Die hohe Empfangsqualität stellte in Ballungsräumen keine wirkliche Verbesserung zum UKW-Radio dar, und auch auf die größere Programmvielfalt haben die Verbraucher offenbar nicht händeringend gewartet.

Trotzdem empfehlen auch unabhängige Organisationen wie ADAC und Verbraucherzentralen seit Jahren, beim Autokauf ein DAB-Gerät zu wählen, da nur dieses den Radioempfang auch für die Zukunft garantiere. Offenbar eine Wunschvorstellung. Während UKW immer noch funkt, stirbt DAB jetzt einen langsamen Tod.

Autofahrer trifft das besonders hart

Während Küchenradios mit DAB-Technik bereits für geringe Beträge erhältlich waren, kostete die meist nur optional erhältliche Digitalausführung eines Autoradios richtig Geld. Aufatmen können zumindest Neuwagenkäufer, deren Auto ab 2010 gebaut wurde. In der Regel haben sie ein Gerät an Bord, das auch DAB+ empfangen kann. Einige ältere Radios sollen zumindest nachrüstbar sein. Alle anderen Digitalradio-Fans müssen nun ein Radio aus dem Zubehörhandel nachrüsten, wollen sie ihre Programme sicher weiter hören. Die gibt es ab rund 150 Euro. Wie hässlich das im DIN-Schacht eines durchgestylten Pkw-Cockpits aussieht, kann man sich vorstellen.

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