Automatisierte Feldarbeit

Bauer sucht Bosch: Agrar-Roboter fährt die Ernte ein

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Als Autozulieferer hat sich Bosch weltweit einen Namen gemacht. Jetzt will der Konzern neue Märkte erschließen und schickt einen Agrar-Roboter ins Feld.

Bosch „Bonirob“

Einen Namen hat der elektrische Ernte-Helfer auch schon: „Bonirob“. Der Roboter ist so groß wie ein Kleinwagen und manövriert Dank video- und lidarbasierter Positionsbestimmung sowie Satelliten-Navigation auf den Zentimeter genau über das Feld. Er kann auch zur umweltschonenden Kultivierung von Ackerflächen eingesetzt werden, sagen die Experten.

Ein einziger „Bonirob“ ist allerdings viel zu wenig, um bei der Lebensmittel-Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung entscheidend mit zu helfen. Ein Beispiel belegt das anschaulich: 1950 konnte ein Bauer rund 2.500 Kilogramm Weizen von einem Hektar Anbaufläche erwirtschaften. Heute ist es mehr als das Dreifache. Und deshalb kommt jetzt der Agrar-Roboter ins Spiel.

Bosch vertraut

dabei auf die langjährige Erfahrung in den Bereichen Sensorik, Algorithmik und Bilderkennung. "Soll wollen wir in für uns neuen Arbeitsgebieten zu mehr Lebensqualität beizutragen", betont Professor Dr. Amos Albert, Leiter des Bosch-Start-ups Deepfield Robotics.Pflanzenzüchter untersuchen und analysieren oft in akribischer Handarbeit viele Tausend Gewächse. Auf Basis dieser Ergebnisse entscheiden sie, mit welchen Pflanzen sie weiterarbeiten. Diese sogenannte "Bonitur" ist Namensgeber für den "Bonirob". Ohne ihn kann es bis zu zehn Jahre dauern, bis Nutzpflanzen mit verbesserten Eigenschaften auf den Markt kommen, sagen die Spezialisten von Bosch. Der Agrar-Roboter hilft hier mit automatischer Bilderkennung. "Algorithmen werten die von Scannern erfassten und Kameras aufgenommenen Fotos aus. Die automatisierte Analyse spart Zeit und Mühe", sagt Albert. Der "Bonirob" soll aber auch die alltägliche Arbeit auf dem Feld erleichtern. Wie das? Anhand der Blattformen unterscheidet er beispielsweise Nutzpflanzen von Unkraut. Mit Hilfe eines sogenannten "Rammstabs" beseitigt er Unkraut mechanisch statt mit Gift. Unerwünschte Pflanzen werden mit hoher Geschwindigkeit in den Boden gerammt, versprechen die Experten. Doch in frühen Stadien ähneln sich zum Beispiel die Blätter von Möhren und Kamille sehr. Wie "erklärt" man einem Robotersystem aber die Formen eines Möhrenblattes? Die Experten nutzen dafür das sogenannte "maschinelle" Lernen. Dabei erfasst die Technik viele Bilddaten, in denen die Bosch-Forscher die Unkräuter markieren. "Der Bonirob lernt so mit der Zeit, immer besser anhand Parameter wie Blattfarbe, -form und -größe zwischen gewünschten und unerwünschten Pflanzen zu unterscheiden", beschreibt Albert. Ins Leben gerufen wurde der "Bonirob" übrigens durch ein vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördertes, öffentliches Verbundprojekt. Dafür haben Experten von Bosch, der Hochschule Osnabrück und dem Landmaschinen-Hersteller Amazone zusammengearbeitet. Inzwischen hat Bosch die Weiterentwicklung des Hightech-Werkzeugs unter dem Dach der Robert Bosch Start-Up GmbH übernommen. Erst kürzlich hat der Agrar-Roboter von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt den Deutschen Innovationspreis Gartenbau in der Kategorie Technik erhalten.
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