Der Motorradbewerb der Dakar: Klare Favoriten – überzeugte Außenseiter
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(adrivo.com) Despres, Coma, Viladoms, Casteu… Die Favoriten für den Motorradbewerb der Katar 2008 sind bekannt – und wie üblich in den vergangenen Jahren sitzen sie auf KTM. Auch in diesem Jahr wird der Sieg bei der bekanntesten Langstrecken-Rallye wohl wieder nur über einen Fahrer auf österreichischem Material führen. Auf zwei der stärksten Fahrer der vergangenen Jahre muss KTM und auch die Dakar aber verzichten.

Isidre Esteve Pujol und Chris Blais erlitten nach Unfällen im vergangenen Jahr schwere Verletzungen. Esteve Pujol wird wohl immer an den Rollstuhl gefesselt bleiben, Blais ist gerade im Begriff, das Gehen wieder zu lernen, da bei ihm das Gefühl in den Beinen langsam zurückkehrt. Die Schicksale dieser beiden Piloten zeigen auch, dass der Motorradbewerb der Dakar zu den gefährlichsten Abenteuern zählt, die der Rennsport zu bieten hat. Die Fahrer sind alleine unterwegs, sie haben keine Knautschzonen um sich und dadurch kann jeder Stein und jede Düne zu einem gefährlichen Hindernis werden.

Dennoch, das Abenteuer lockt und 2008 folgen ihm 242 Fahrer auf zwei Rädern. 124 davon werden auf KTM sitzen. Wer kann also der Armada aus österreichischen Maschinen gefährlich werden? Wahrscheinlich niemand, doch die Dakar hat ihre eigenen Gesetze. In der Klasse über 450cc sind die österreichischen Motorräder allerdings fast alleine, lediglich ein paar BMW-Maschinen haben sich noch darunter gemischt. Mit einigen Überraschungen darf trotzdem gerechnet werden. So haben im Vorjahr Helder Rodrigues und Ruben Faria auf Yamahas mit 450cc gezeigt, dass man die Favoriten durchaus ärgern kann.

Während der Prüfungen in Europa führten sie das Feld an und mussten erst in Afrika der stärker motorisierten Konkurrenz die Spitze überlassen. In diesem Jahr sind beide aber ebenfalls auf KTM unterwegs. Damit hat Yamaha zwar zwei starke Fahrer verloren, die Favoritengruppe aber zwei schnelle Konkurrenten gewonnen. Bleiben noch Michel Marchini und David Frétigné, die in diesem Jahr auf Yamahas unterwegs sind und versuchen werden, trotz weniger Hubraum einen Platz im Spitzenfeld zu ergattern. Marchini hat sich die Top-Fünf der Gesamtwertung als Ziel gesetzt. Frétigné hat das 2005 bereits geschafft – ebenfalls mit einer 450cc-Maschine.

"Ich war der Erste, der bewiesen hat, dass man die Dakar auf einer 450er mit einem guten Ergebnis und auch sicher abschließen kann. Als ich das erste Mal mit einer 450er aufgetaucht bin, hat jeder gedacht, ich sei verrückt, aber jetzt besteht beinahe das halbe Feld aus dieser Klasse", wird der Franzose auf dakar.com zitiert. Er ist sogar der Meinung, dass die Rallye insgesamt interessanter würde, wäre der Motorradbewerb auf 450cc begrenzt. So muss er aber gegen eine Übermacht aus KTM-Motorrädern antreten, die mehr Kraft und wohl auch mehr Budget haben – zumindest in den Werksmannschaften.

Unter den Top-Favoriten wird Marc Coma besonders darauf bedacht sein, das Vorjahr vergessen zu machen. 2007 lag er sicher in Führung, bis er auf der 13. Etappe stürzte – nur einen Tag, bevor die Rallye in Dakar ankam. Aufgrund solcher Erfahrungen weiß Coma allerdings auch, dass die Favoritenrolle bei der Dakar gar nichts zu bedeuten hat. "Wir haben ein hartes Rennen vor uns. Die Navigation wird schwierig. Mit den acht Tagen in Mauretanien können wir ein paar schwierige Abschnitte erwarten. Wenn du einen Fehler machst, ist es vorbei", meinte er. Informationen über die Prüfungen in Mauretanien hat Coma bislang nur durch Berichte von anderen gesammelt, die Vorfreude auf das Land, die Leute und die Wüste ist aber schon da.

Als härtester Konkurrent von Coma wird Vorjahressieger Cyril Despres gehandelt. Der Franzose war 2007 der Profiteur vom Ausfall seines Markenkollegen, hat aber das Potential, die Rallye auch aus eigener Kraft zu gewinnen. Das hat er 2005 bewiesen, als er dem Feld auf und davon fuhr. Er weiß, wie man die Maschine schnell und sicher ans Ziel bringt. Er selbst bezeichnet sich nicht als den schnellsten Fahrer der Welt, weiß aber, dass das auch nicht notwendig ist, um die Dakar zu gewinnen. "Bei der Dakar geht es um den Kampf gegen die Wüste und sich selbst. Natürlich werde ich versuchen, ans Limit zu gehen", betonte er im Vorfeld. Nicht nur für ihn, sondern für alle, wird dabei wichtig sein, nicht über das Limit zu kommen.

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