Ein bisschen Schweiz, ein bisschen Italien: Im Tessin, wo die Sonne inniger scheint
Ein bisschen Schweiz, ein bisschen Italien: Im Tessin, wo die Sonne inniger scheint Bilder

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Diese Häuserzeile am See strahlt noch den Glanz vergangener Tage aus. Bilder

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Im Zentrum von Lugano. Bilder

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Hesse-Kirche St. Abbondi. Bilder

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Hesse-Wohnhaus in Montagnola. Bilder

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Hesse-Museum in Montagnola. Bilder

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Südliche Stimmung am Ufer des Luganer Sees. Bilder

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Lugano – Ein schmaler, zu beiden Seiten mit Zypressen eingefasster Weg führt zur hellgelben Kirche mit Zwiebelturm des kleinen Örtchens Gentilino. Im Hintergrund die Gipfel der zum Zeitpunkt unserer Reise grünen Berge und Täler – typisch für den Schweizer Kanton Tessin.

Hinter schmiedeeisernem Tor[foto id=“504280″ size=“small“ position=“right“]

Gegenüber der Kirche Sant‘ Abbondio hinter einen schmiedeeisernen Tor ist der Friedhof der kleinen Tessiner Gemeinde Collina d´Oro, zu der neben Gentilino noch drei weitere Ortschaften gehören. Eingefriedet von einer hohen Steinmauer mit roten Dachziegeln am oberen Ende, reihen sich im Inneren verschiedenste Grabsteine aneinander. Unterbrochen wird das regelmäßige Bild hier und da von perfekt in Form gebrachten Zierbüschen. Auch die Gräber sind gepflegt, liebevoll und ausladend bepflanzt; manche gleichen gar einem kleinen, botanischen Garten.

Hesse-Grab lockt die Besucher

Nur zwei Gräber dicht an der Mauer scheinen in Vergessenheit geraten zu sein; die einst edlen Pflanzen sind überwuchert oder vertrocknet, eine leere Vogeltränke zerbröckelt. Ein einfacher, grauer Granitblock, darauf eine nach den Jahren kaum leserliche Inschrift. Moos hat sich in der Gravur abgelagert. Doch gerade dieses Grab lockt im Jahr Tausende von Besuchern an. Es ist das Grab des deutschen Schriftstellers Hermann Hesse, der auch ein Maler war. Daneben ein kleinerer Grabstein in derselben Ausführung, wo Hesses dritte Ehefrau Ninon ruht, mit der er seine letzten Jahre verbrachte.

[foto id=“504281″ size=“small“ position=“left“]“Gut, gesittet und freundlich“

1919 erklärt der damals 42-Jährige Schriftsteller das Tessin zu seiner Wahlheimat. „Hier scheint die Sonne inniger, und die Berge sind röter, hier wächst Kastanie und Wein, Mandel und Feige, und die Menschen sind gut, gesittet und freundlich“, schreibt der spätere Nobelpreisträger über seinen unweit von Lugano gelegenen Wohnort Montagnola, der Teil derselben Gemeinde ist wie Gentilino. Hier begann Hesse nach einer persönlichen Krise wieder zu schreiben, fand nach dem Bruch mit seiner zweiten Frau und dem persönlichen Einschnitt, den der Erste Weltkrieg für ihn bedeutete, wieder zu sich selbst.

Wo auch „Der Steppenwolf“ entstand

Knubbelige alte Bäume stehen im Innenhof der sandfarbenen, auf eine charmante Weise etwas in die Jahre gekommenen Casa Camuzzi mit den hellblauen Fensterläden – das Anwesen, in dem Hesse seine erste, bescheidene Wohnung bezog. Hier entstanden unter anderem die Werke „Der Steppenwolf“ oder „Narziss und Goldmund“. Heute widmet sich das zum historischen Anwesen gehörenden Museum im Torre Camuzzi dem Leben des Künstlers. Die Hälfte seines hat Hesse im Tessin verbracht.[foto id=“504282″ size=“small“ position=“right“]

Casa Camuzzi als Museum

Nackt soll er sich auf dem Balkon der Casa Camuzzi gesonnt haben, erzählt die Direktorin des einzigen Hesse-Museums der Schweiz, Regina Bucher, schmunzelnd. Solche und weitere Anekdoten aus dem Alltag Hesses erfährt man beim Besuch des Museums, das einen persönlichen Eindruck des Autors vermittel. Sogar ein Buch hat Bucher dem Literaten gewidmet: Es heißt „Mit Hermann Hesse durchs Tessin“, lädt in neun Spaziergängen dazu ein, die Region auf Hessens Spuren zu erkunden, seine Lieblingsorte zu entdecken, etwa die Grotten, wo er auf seinen Wegen durch die bezaubernde Landschaft zum Weintrinken einkehrte. All die Eindrücke dort dienten nicht nur als Inspiration für seine literarischen Werke, sondern auch als Motive für seine Aquarelle.

Milde Winter, warme Sommer

Doch nicht nur Hesse hat das Tessin mit seinem südlichen Flair zu schätzen gewusst. Von jeher zog es Künstler, Dichter und Denker in seinen Bann. Mit seiner landschaftlichen Schönheit, der Mischung aus Bergen und Seen, den weiten Kastanienwälder, den warmen Sommern, den milden Winterm, dem Frühling, wenn im Februar schon die Blumen anfangen zu blühen. Noch heute ist es die Natur des Tessins, die Aktive wie Wanderer, Berg- und Wassersportler lockt, gleichzeitig aber auch Erholung und Ruhe verspricht.

[foto id=“504283″ size=“small“ position=“left“]Rundfahrt auf dem See

Größte Stadt des Tessins ist Lugano. Von hier lässt sich bei einer Rundfahrt auf dem Lago di Lugano die Region sogar vom Wasser aus erkundschaften. Lugano verfügt über ein mannigfaltiges kulturelles Angebot von Festivals im Freien den ganzen Sommer lang bis hin zu Konzerten und Ausstellungen im Winter. Der historische Kern der Stadt ist sehenswert, gibt er doch die besondere Atmosphäre der Region wieder. Hier findet dienstags und freitags immer morgens der Wochenmarkt statt, den Bauern in den engen und verwinkelten Gassen des Zentrums mit heimischen Produkten bestücken.

„Geheimnisvolles Vorzimmer“

Das Tessin verkörpert ein bisschen Schweiz, ein bisschen Italien, versprüht dennoch seinen eigenen Charme. Alberto Nessi nennt seine Heimat „Das geheimnisvolle Vorzimmer des Südens“, das einen „genussvollen Vorgeschmack auf den Süden“ gebe. Hesse würde seinem Schriftsteller-Kollegen von heute sicher nicht widersprechen.

Info Tessin/Lugano I[foto id=“504284″ size=“small“ position=“right“]

Das Tessin ist ein an der Grenze zu Italien gelegener Schweizer Kanton. Italienisch ist die Amtssprache in der gut 330 000 Einwohner zählenden Region, viele ältere Tessiner sprechen zudem den Dialekt, der wie eine Mischung aus Italienisch, Französisch und Schweizerdeutsch klingt. Lugano ist mit knapp 55 000 Einwohnern nicht nur die größte Stadt des Kantons, gilt auch als heimliche Hauptstadt, was offiziell aber Bellinzona ist. Mit dem Auto reist man von Deutschland aus am besten über Basel und Zürich Richtung Mailand an, von München aus über Bregenz und an Liechtenstein vorbei. Lugano verfügt über einen Regionalflughafen. Von Frankfurt/Main aus fliegt man weniger als eine Stunde nach Zürich, von Zürich weiter nach Lugano sind es nur 40 Minuten.

Info Tessin/Lugano II

Ausgedehnte und in ihrer Größe äußerst seltene Kastanienwälder prägen das Landschaftsbild genauso wie Palmen und andere südliche Pflanzen. Das Klima im Tessin als wärmster Region der Schweiz ähnelt bereits dem Norditaliens. Wir waren im Grandhotel Castagnola (fünf Sterne, 83 Zimmer/Suiten, einst Villa einer russischen Adelsfamilie, in einem subtropischen Park am Seeufer gelegen, www.villacastagnola.com) untergebracht. Die regionale Küche hat ihren Ursprung im Arme-Leute-Essen der früher in den Tälern hart arbeitenden Bauern. Typisch sind Gerichte mit Polenta, Kastanien oder Kartoffeln, Kaninchen-, Ziegenlammbraten oder marinierter Fisch gelten bereits als Spezialitäten. Als Nachtisch empfiehlt sich Brotkuchen. Getrunken wird vor allem Wein. Die sogenannten Grotti sind ehemalige Felsenkeller, einst als Lagerräume genutzt, heute kleine rustikale Lokale. Informationen: Schweiz Tourismus, Rossmarkt 23, 60311 Frankfurt am Main, Telefon 069-25600130, www.myswitzerland.com/de.

Service Auto

Mit dem Auto gelangt man von Deutschland aus am besten über die Südschwarzwald- und Bodensee-Region in die Schweiz. Von Freiburg sind es über Basel, Luzern und Bellinzona rund 330 Kilometer bis nach Lugano, von München über Friedrichshafen, Bregenz, Liechtenstein und über Chur knapp 420. Auf Schweizer Autobahnen gilt allgemein Tempo 120, auf normalen Autostraßen 100, auf Haupt- und Nebenstraßen ausserhalb geschlossener Ortschaften 80, innerhalb 50. Das Bußgeldniveau ist generell sehr hoch, Verstöße aller Art kommen Autofahrer teuer zu stehen. Bei ausländischen Verkehrssündern wird Bußgeld wegen der Fluchtgefahr in der Regel an Ort und Stelle verlangt. Bei Nichtbezahlung droht schlimmstenfalls sogar Ersatzhaft. /Fotos: Grebe

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