Setra Geschäftsmodell

Ein neues Geschäftsmodell für Setra

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Das Produktportfolio der Omnibusmarke Setra wächst weiter. Ein neues Modell vereint den Komfort niederfluriger Stadtfahrzeuge mit dem effizienten Antrieb von Langstreckenomnibussen. Die typische Setra-Typenbezeichnung trägt den Zusatz „Business“ – vielleicht ein Hinweis auf gute Geschäfte, aber für wen?

„Crossover“-Busse

Auf der diesjährigen IAA 2014 stand dieser Regionalbus noch im Schatten der chromblitzenden Setra-Reisebusse. Dennoch hat der zwölf Meter lange Omnibus mit dem sperrigen Namen S 415 LE business etwas mehr Aufmerksamkeit verdient. So brandneu, wie er sich gibt, ist er aber nicht. In der Pkw-Branche würde man von Crossover-Produkt sprechen, oder „von beiden Welten das Beste“, wie der Setra-Projektleiter Thomas Fricke betont. Wer an normalen Haltestellen einsteigt, muss seine Beine kaum heben, auch im Innenraum finden Fahrgäste hinreichend Sitz- und Standplätze ohne Stufen. Erst der Bereich hinter der zweiten Tür wird über gut begehbare Stufen betreten. Ein Fahrzeugkonzept, wie man es auch von Wettbewerbern kennt – das mag auch der Beweggrund für dieses neue Setra-Modell sein. Einer dieser Konkurrenten – er heißt „Iveco Bus“ und baut seinen Low-Entry-Omnibus Crossway in Tschechien – hat sich mit seinem Produkt europaweit die Marktführerschaft bei den Regionalbussen erobert.

Kein Appetithappen

Rein optisch ist der neue Low-Entry aus Neu-Ulm kein Appetithappen. Er trägt noch den Look der in die Jahre gekommenen Multiclass 400-Fahrzeuge. Der Begriff Patchwork drängt sich auf: Vorn ist er ein Niederflurbus, hinten sieht er konventionellen Setra-Überlandbussen gleich. Eine harmonische Linienführung, ein Design aus einem Guss sieht anders aus. Ob es die Kunden anspricht? Der Betreiber wird sich in erster Linie an anderen Qualitäten orientieren. Denn Fahrzeuge dieser Machart werden künftig den deutschen Regionalverkehr dominieren – die beauftragenden Gebietskörperschaften verlangen nach öffentlichen Verkehrsmitteln, die barrierefrei zu nutzen sind. Schon deshalb führt an diesem Geschäftsmodell kein Weg vorbei.

Nützlichkeit und Funktionalität

Nützlichkeit und Funktionalität standen bei der Entwicklung im Lastenheft, hier kann der neue Setra hinreichend punkten. Die Einstiegshöhe beträgt 345 Millimeter und kann dem Fahrgast per Luftfederung um weitere 70 Millimeter entgegenkommen. Über zwei breite Türen steigt man ein, selbst an eine Klapprampe für Rollstuhlfahrer wurde gedacht. Der Innenraum ist bequem und robust gestaltet, der Fahrgast hat auf allen Plätzen einen feinen Ausblick – das hat nicht jedes Fahrzeug in dieser Klasse. Bis zu 49 Passagiere nehmen auf vernünftigen Sitzen Platz, hier entscheidet der Kunde, wie bequem der Fahrgast sitzt. Über den Sitzen eine gut erreichbare Gepäckablage, optional natürlich. Heizung, Lüftung und Klimatisierung bieten den markentypisch hohen Standard, der Fahrgast genießt hier beste Behandlung. Das gilt auch für den Fahrkomfort. Der neue Setra LE besitzt ein vollwertiges Reisebusfahrwerk, hier gibt es nichts zu meckern. Grobe Straßenbausünden werden sauber gefiltert, auch bustypische Nickschwingungen bleiben weitgehend aus. Fahrharmonie ist großgeschrieben, der neue Regionallinien-Setra macht es seinem Fahrer nicht schwer, einen guten Job zu verrichten.

Bis zu 100 km/h

Obwohl: Im Heck sitzt jetzt ein deutlich kleinerer Motor, der sicher nicht mit der Souveränität der früher großen Hubräume aufwarten kann. Seine sechs Brennräume sind nur 7,7 Liter groß, daraus werden mit Doppelturbo maximal 354 PS generiert. Eine sonst typische Anfahrschwäche kennt der Setra nicht, eine intelligente Drucklufteinblasung verschafft dem Motor beim Anfahren die nötige Puste. Ein größerer Motor wird nicht vermisst, zumal das sechsstufige Automatikgetriebe (ZF) für fast unmerkliche Gangwechsel sorgt. Der Motor hält sich selbst im Heck dezent zurück, auch wenn er zu Höchstleistungen gefordert wird. Der Setra darf auch 100 km/h schnell fahren, wenn es der Kunde so will und die gesetzlich vorgeschriebene Zusatzausstattung mitbestellt. An der Bremsanlage wird es nicht scheitern, hier verzögern druckluftbetätigte Scheibenbremsen fein elektronisch geregelt. Nur das Bremspedal ist noch altertümlich, hier sollte der Hersteller zügig nachbessern. Dass ESP nur auf Kundenwunsch die Fahrwege sichert, passt auch nicht mehr in die Zeit – jeder Kleinwagen hat die elektronische Stabilitätsregelung, wieso wird beim Omnibus noch gespart?

Mit knapper Kalkulation die Rotstifte der Controller locken

Der neue Low-Entry von Setra soll mit knapper Kalkulation die gespitzten Rotstifte der Controller locken. Und dennoch wird er im deutschen Produktionsverbund der Daimler-Busse gefertigt. Der Rohbau inklusive KTL-Grundierung wird im Werk Mannheim erledigt, zum fertigen Bus wird der Setra dann im Werk Neu-Ulm. Er soll sich rasch in den europäischen Märkten etablieren, die Konzernstrategen hegen hohe Erwartungen. Bereits heute denken sie über das nächste Modell nach, das nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen soll.

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