Ener-G-Force könnte auf neue Offroad- Formensprache bei Mercedes hindeuten
Der geflügelte Elektro-Smart Forjeremey bei der Schau in Los Angeles. Bilder

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Los Angeles – Die Gene sind offensichtlich: „Sie stammen“, sagt Mercedes-Designer Steffen Köhl, „von unserer G-Klasse.“ Ihre coole Ener-G-Force genannte Studie haben die Stuttgarter auch für die diesjährige Design Challenge in Los Angeles auf die mächtigen 20-Zoll-Räder gestellt, die das Polizei-„Highway Patrol Vehicle 2025“ sucht.

Daneben noch Smart und SLS AMG

Mercedes hat bei der jüngsten Autoschau in Los Angeles neben dem Ener-G-Force und dem hier schon vorgestellten Elektro-Smart Forjeremy mit Flügeln noch das neue SLS AMG Coupé Black Series präsentiert. Der 1550 Kilo leichte Supersportwagen geht bei uns im Juni ab 249 000 Euro an den Start. Er wird angetrieben von einem 464/631 kW/PS und [foto id=“446903″ size=“small“ position=“left“]636 Newtonmetern starken 6,3-Liter-Achtzylinder, der den bis 8000 Touren hochdrehenden Flügeltürer in 3,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt und ihn in der Spitze 315 Stundenkilometer schnell macht. Das Leistungsgewicht beträgt lediglich 2,45 Kilo pro PS.

„So hoch über dem Geschehen“

Beverwil Drive, am Vorabend der Autoschau. Es ist kühl geworden. Die Sonne verschwindet hinterm Horizont. Manche der Gäste unten neben dem Haupteingang des Vier-Sterne-Hotels „Mr. C“, das als Markenzeichen eine Art Butler mit Fliege hat, frösteln sogar. „Beim Gedanken, solche Autos zu fahren, könnte einem schon warm werden“, findet jedenfalls ein Kollege: „Du sitzt drin, hoch über dem Geschehen und sagst, dir kann nichts passieren, so wuchtig wie der ist.“

Mit vollelektrischem Antrieb

Wuchtig? Moment, da war doch was: Nicht mehr so groß, alles kleiner, kompakter, leichter und nicht mehr mit so viel Spritverbrauch. Das hier, betont Köhl, sei eine Vision, ein Offroader für übermorgen, vollelektrisch angetrieben. Mit ihm will Mercedes die Frage beantworten, „ob sich die Gene der G-Klasse aus dem Jahr 1979 auch in ferner Zukunft durchsetzen [foto id=“446904″ size=“small“ position=“right“]können“. Antwort der Stuttgarter natürlich: Sie können.

Radikale Neuinterpretation

So modern und cool, deutet Mercedes-Pkw-Designchef Gorden Wagener („Der Ener-G-Force spiegelt das Abenteuer der Zukunft, beruft sich dabei gleichzeitig auf die Gene der G-Klasse als Offroad-Ikone“) an, könne er aber auch schon ein „Hinweis auf einen Neuanfang für unsere Offroad-Formensprache“ sein. Wagener und sein Team haben den G-Klassiker radikal neu interpretiert, blicken mit der Studie weit voraus. Die weist einen markanten Kühlergrill auf, daneben Scheinwerfer, in denen LED G-förmig leuchten. Wie Positionslichter wirken die Blinker auf den Kotflügel. Zusatzleuchten sind neben einem Gepäckträger ins Dach integriert. Mit ihrem Antrieb soll die Studie „extrem umweltschonend sein und ausgeprägte Green-Car-Eigenschaften zeigen“.

Batteriepacks in Seitenschwellern

Vier elektrische Radnabenmotoren sorgen für den Vortrieb. Die Elektronik passt die Leistung für jedes Rad einzeln, Federung, Dämpfer und andere wichtige Fahrwerkskomponenten [foto id=“446905″ size=“small“ position=“left“]dem jeweiligen Terrain an. Dass die Seitenschweller kräftiger ausgeformt sind, hat auch damit zu tun, dass in ihnen schnell austauschbare Batteriepacks sitzen. Die Beleuchtung der Schweller zeigt darüber hinaus durch farbliche Veränderungen den jeweiligen Betriebs- und Ladezustand der Akkus an.

Mit eigenem Kraftwerk an Bord

Hinten im Dach, erläutert Mercedes-Mann Köhl, befinde sich ein Tank für recyceltes (Regen-)Wasser. Das fließe in eine Art Konverter, werde dort zu Wasserstoff, der wiederum die Brennstoffzellen antreibe, die den Wasserstoff in einer Art bordeigenem Kraftwerk in Strom umwandelten, ehe die Energie schließlich in den Packs in den Schwellern gespeichert werde. Die Reichweite gibt Mercedes mit rund 800 Kilometern an.

Nicht leicht, Ikone zu ändern

Alles in allem: Bis zur Neuauflage der G-Klasse ist es noch eine Weile hin; erst im vergangenen Sommer ist sie umfangreicher überarbeitet worden. An Ikonen was zu ändern, das ist zudem freilich nicht ganz so leicht. Der Gewinner des Polizeiauto-Designwettbewerbs 2013 dürfte da kaum Probleme haben. Einen Vorgänger für den Subaru Sharc gibt es nämlich nicht. Auch wenn er für praktische Polizeiarbeit weniger nützlich scheint, sieht es so aus, als könne der Einsitzer dank rotierender Propeller-Schaufeln in den Rädern zumindest fliegen.

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