Flüssigstreuung soll Unfallrisiko vorbeugen
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Der erste Schneeregen, Eis- oder Reifglätte erschweren das Autofahren auf Deutschlands Straßen. Hier heißt es für die Winterdienste Vorbeugen statt Schleudern.

Eine neue potentielle Einsatzstrategie bildet die sogenannte „Flüssigstreuung“. Dafür waren in den vergangenen Jahren umfangreiche Praxistests unter anderen in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen sowie in Rheinland-Pfalz durchgeführt worden. Durch das dosierte Aufbringen reiner Salzlösungen wird der Glätte und damit den Unfallrisiken vorgebeugt. Der Salzverbrauch ist zudem deutlich geringer als bei schon vorhandenem Glatteis, und die Sole haftet auch länger auf der Fahrbahn als beispielsweise Feuchtsalz, sagen die Experten. Sie verschweigen aber auch nicht die Nachteile. So ist die Anwendung auf Temperaturen bis etwa minus sechs Grad Celsius begrenzt und die Sole verdünnt sofort, wenn die Fahrbahn sehr feucht ist oder Niederschlag hinzukommt.

Dennoch empfehle sich diese vorbeugende Technik als Ergänzung zur bewährten Feuchtsalzstreuung (FS 30), weil es durch die Temperaturen um den Gefrierpunkt, wie sie in großen Teilen Deutschlands vorherrschen, häufig zu Frost-Tau-Wechsel mit überfrierender Nässe kommt. „Gerade diese häufigen Formen der Winterglätte sind aber besonders gefährlich, da sie meist unerwartet und nur punktuell und für den Autofahrer zudem nicht leicht erkennbar auftreten“, betont Dr. Ing. Gero Morlock, Leitender Baudirektor im Regierungspräsidium Freiburg. Auf der A 81, einer der höchstgelegenen Autobahnstrecken Deutschlands, wurde seit 2009 die vorbeugende Solestreuung eingesetzt. Dabei fährt der Winterdienst mit einem kombinierten Streugerät, das während der Fahrt zwischen Feuchtsalz und Flüssigstreuung wechseln kann. Und das habe sich bewährt, so Morlock. Nun sollen alle Autobahnmeistereien in Südbaden diese neue Technik bekommen. Erforderlich sei aber, dass erst in Löseanlagen, Befüllstationen und Flüssig- beziehungsweise Kombistreuer investiert werden muss, um danach bei den Winterdienstkosten wesentliche Einsparungen zu erzielen.

Die vorbeugende Flüssigstreuung ist in Deutschland umstritten. Die Vorbehalte wie „umweltfeindliche“ Salzverschwendung überwiegen. Erstmals in Europa kamen flüssige Auftaumittel 1957 in Paris zum Einsatz. 1965/66 gab es umfangreiche Versuche in Italien. 1972 operierten private Autobahngesellschaften in Frankreich mit dieser Streustrategie und 1974 bis 1977 unternahm die Schweiz entsprechende Versuche im Kanton Jura und der Stadt Luzern. Bereits in den 1970er-Jahren wurde übrigens in der DDR rund die Hälfte der Fernverkehrsstraßen flüssig abgestreut. Anfang der 1990er-Jahre folgten auch die USA sowie Dänemark und Schweden, wo die Technik bis heute weit verbreitet Anwendung findet.

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