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Ford im auto.de-Gespräch: Der James-Bond-Automacher erinnert sich
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Und so sah das Ka-Serienmodell 2008 aus. Bilder

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007-Girl Olga Kurylenko im Ford-Bond-Ka. Bilder

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Entwickler Matthias Tonn an einem der drei Prototypen. Bilder

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Fords Wasserstoff-Bond-Ka-Car. Fotos: Koch/Archiv Bilder

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Der kleine Ka ist das Einstiegsmodell bei Ford. Bilder

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Saint-Paul – Sein Name: Tonn, Matthias Tonn. Inzwischen leitender Projekt- und Entwicklungsingenieur für Performance-Fahrzeuge bei Ford in Europa hat Tonn 2008 mit seinem Team für den James-Bond-Streifen „Ein Quantum Trost“ einen speziellen Wasserstoff-Ka damals für 007-Girl Olga Kurylenko aus der Ukraine auf die Räder gestellt. Bei der Vorstellung des neuen Focus ST in Saint-Paul bei Nizza erinnert sich der 43-jährige James-Bond-Automacher daran.

Wie war das eigentlich damals?

Matthias Tonn: Der Anruf kam etwa ein Jahr vorher. Es war im Oktober 2007, der Film sollte Anfang November 2008 anlaufen. Eine Frau aus der Marketing-Abteilung war am anderen Ende der Leitung. Sie wollte wissen, ob wir in relativ kurzer Zeit bis Januar drei identische Autos bauen könnten für den nächsten Bond-Film.

Und? Konnten Sie?

Matthias Tonn: Wir konnten. Es waren handgefertigte Prototypen, goldmetallic und mit besonderen Exterieur- und Interieur-Trims. Aber es war gar nicht so einfach.

Warum?

Matthias Tonn: Wir waren noch mitten in der Testphase für das damals neue Ka-Serienmodell. Hinzu kam: Das Auto sollte noch nicht auf dem Markt, aber in die Zukunft gerichtet sein.

Wer wusste alles von dem Vorhaben?

Matthias Tonn: Aus Gründen der Geheimhaltung nur wenige. Es gab nicht einmal Mails darüber. Auch im Werk selbst konnte nicht gearbeitet werden. [foto id=“423735″ size=“small“ position=“left“]Also entschieden wir uns für eine Halle außerhalb von Köln.

Was war die Herausforderung?

Matthias Tonn: Vor allem die, die Fahrzeuge rechtzeitig zu den Filmaufnahmen, die kurz darauf schon in Panama stattfanden, fertig zu haben. Das Design stand, aber den Lack zum Beispiel mussten wir extra entwickeln, wir konnten doch nicht einfach in den nächsten Baumarkt gehen und ihn dort kaufen.

Haben Sie sich Sorgen darüber gemacht, dass in Bond-Filmen immer so rasant gefahren wird?

Matthias Tonn: Weniger. Ein dynamisches Fahrwerk gehörte zudem schon zum Lastenheft für den normalen Ka. Dafür steht Ford.

War denn alles echt am Wasserstoff-Bond-Ka?

Matthias Tonn: Etwa zwei Drittel waren es, der Rest Show, wofür eine Spezialfirma zuständig war, an die wir unsere Prototypen übergeben haben. In Wirklichkeit ist der Wasserstoff-Ka von einem 69 PS starken [foto id=“423736″ size=“small“ position=“right“]1,2-Liter-Benziner aus dem normalen Motorenprogramm in Verbindung mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe angetrieben worden.

Und als der Film dann anlief …

Matthias Tonn: … war es schon ein tolles Gefühl, verantwortlich einbezogen gewesen zu sein. Eine Art Ritterschlag. Schon als Junge haben mich Bond-Filme natürlich gefesselt. Anfangs Autos wie Lotus, Jaguar E-Type, Aston Martin, später, als ich die Filme nachträglich gesehen habe, eher Figuren wie Dr. No, der in „007 jagt Dr. No“ das US-Raketensystem zerstören will und vom Agenten Ihrer Majestät, gespielt damals noch von Sean Connery, im Wasser eines Kernreaktors getötet wird, ehe die Insel, auf der das Geschehen spielt, in die Luft fliegt.

Was haben Sie damals gehofft?

Matthias Tonn: Dass der Ka in diesem Film ein Imagegewinn fürs Auto, fürs ganze Unternehmen wird. Mehr noch haben wir uns damals aber darüber gefreut, ein für uns wichtiges Projekt wie die Ka-Neuauflage erfolgreich abzuschließen. Denn die Krönung ist wie gerade beim neuen Focus ST doch immer wieder, ein Serienmodell präsentieren zu dürfen und zu erleben, wie Medien und vor allem Kunden darauf reagieren.

Wissen Sie eigentlich was aus den drei Prototypen geworden ist?

Matthias Tonn: Das wären begehrte Sammlerstücke. Einer steht eingemottet in unserem Entwicklungszentrum in London. Einen haben wir an [foto id=“423737″ size=“small“ position=“left“]die Bond-Produktionsfirma gegeben. Ein dritter wurde nur als Rigg bei den Dreharbeiten benutzt und dann nach den Filmaufnahmen verschrottet.

Die Marketingabteilung könnte also noch einmal bei Ihnen anrufen?

Matthias Tonn (schmunzelt): Das haben sie schon. Letzten Herbst haben wir fünf Focus ST für eine wiederaufgelegte englische Kriminalfilm-Kultserie aus den 1970er-Jahren aufgebaut. Sie heißt „Sweeny“ und läuft im September in Großbritannien an. Es war ein ähnlicher Aufwand wie zuvor bei den James-Bond-Autos, hat aber auch ähnlich viel Spaß gemacht.

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