E-Klasse

Große Sprünge zum autonomen Auto
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Autos, die sich selbst ihre Spur suchen, die nach einem Druck auf den Blinkerhebel von sich aus die nächste Gelegenheit zum Überholen nutzen: Das klingt noch immer ein bisschen wie Zukunftsmusik, ist aber dank des sogenannten „Fahrerassistenzpakets 4“ in der neuen Mercedes E-Klasse schon in wenigen Monaten Realität.

Wie geht es dann weiter, wie bereitet sich ein Premium-Hersteller wie Mercedes-Benz auf die Anforderungen künftiger Mobilität vor?

Im Gespräch auf der Detroit Motor Show skizzierte Dr. Uwe Ernstberger, Leiter Produktgruppe Large Cars der Daimler AG, den Weg in die Zukunft. Die Fähigkeit zum selbsttätigen Überholen ist einer der großen Sprünge, die Mercedes bei der Entwicklung des autonom fahrenden Fahrzeugs gemacht hat. Ernstberger: „Das Fahrzeug schaut nach hinten, ob Verkehr von hinten kommt und entscheidet dann selbständig, zu überholen. Das sind Features, wie sie heute noch bei keinem anderen Hersteller zur Verfügung stehen, das ist im Moment wirklich die vorderste Spitze der Entwicklung beim autonomen Fahren.“

Doch dabei wird es nicht bleiben. Längst ist bei Mercedes das nächste Fahrerassistenz-Paket in Arbeit, das in vier bis fünf Jahren in der nächsten Generation der S-Klasse debütieren soll. „Dann wird es mit Sicherheit einen weiteren Schritt geben“, so Ernstberger.

Welche Sprünge dabei möglich sind, zeigt der Fortschritt von vor zwei Jahren eingeführten S-Klasse zur neuen E-Klasse. Bisher waren nur relativ sanfte Kurven und rund zehn bis 15 Sekunden ohne Hände am Lenkrad möglich, jetzt sind es schon deutlich engere Radien und je nach Fahrsituation zirka eine Minute „freihändiges“ Fahren.

Ein Grundproblem beschäftigt die Entwickler beim Thema Verbrauch und Abgase. Natürlich helfen alle möglichen Methoden der elektrischen Unterstützung vom Mildhybrid bis zum Plug-in-Hybriden dabei, Treibstoff zu sparen. Doch angesichts niedriger Spritpreise sind die Autofahrer nicht unbedingt wild darauf, dafür auch Geld auszugeben. Deshalb bleibt es auch in Zukunft oberstes Gebot, den ganz normalen Antriebsstrang aus Verbrenner und Getriebe so effizient wie möglich auszulegen.

Welches Potenzial darin steckt, zeigt der neue Zweiliter-Diesel in der künftigen E-Klasse, der es bei einer Leistung von 143 kW/195 PS auf einen Normverbrauch von 3,9 Liter und CO2-Emissionen von 102 g/km bringt. „Das sind im E-Klasse-Segment phänomenale Werte, wie sie vor zwei bis drei Jahren nur mit Hybriden erreicht werden konnten“, so der Entwickler. „Aber natürlich kann man auch bei dem Motor wieder einen Hybrid dahinter hängen.“ Doch das ist eine Frage des Preises und des Marktes, der sich nach den Beobachtungen von Mercedes vor allem durch staatliche Förderprämien beeinflussen lässt – die C-Klasse-Hybride etwa sind aus diesem Grund in den Niederlanden echte Renner.

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