In San Diego im Süden Kaliforniens in „America’s finest City“

San Diego – Es zieht sich: Wer an die Westküste der USA nach Kalifornien will, muss viel Zeit einplanen und Geduld haben. Wir sind zuletzt erst gut acht Stunden bis nach Detroit geflogen und dann noch einmal fünf weitere Stunden quer über den Kontinent, allerdings diesmal nicht nach San Francisco oder Los Angeles, sondern nach – San Diego.

An der Küste des Pazifiks[foto id=“516614″ size=“small“ position=“right“]

Welche Kontraste! In der durch die Krise arg heruntergekommenen Autostadt in Michigan an der Grenze zu Kanada ist das Wetter schlecht, als wir sie mit unserem Charterflieger verlassen. Dann die riesigen Weiten von Wisconsin über South Dakota, Wyoming, Utah und Nevada, die beim Überflug fast alles zu bieten haben, was die USA ausmachen: Noch schneebedeckte Gipfel, die in die Höhe ragen. Mächtige Flüsse, die sich durch Bundesstaaten schlängeln. Grandiose Hochflächen und Ebenen, die sich bis zum Horizont erstrecken. Canyons, deren Tiefe man nur ahnen kann. Wüsten, in denen die Hitze den Boden flirren lässt. Und schließlich, schon nahe Mexiko unmittelbar an der Küste des Pazifischen Ozeans, das genauso sommersonnige wie palmenbestandene San Diego.

Eine Marine-Stadt

Paul Seredynski ist ein US-Kollege. Er kennt diese Stadt, auch wenn er inzwischen doch einige Meilen den Pacific Highway aufwärts in Santa Monica bei Los Angeles arbeitet. „San Diego“, sagt Paul, „ist eine naval city.“ Wir fahren über die Coronado Bridge und sehen, warum das so ist: In der Bucht breitet sich mit der Naval Base Coronado die neben Norfolk in [foto id=“516615″ size=“small“ position=“left“]Virginia auf der atlantischen Seite größte Marinebasis der USA aus. Nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour hat die United States Navy 1941 das Hauptquartier ihrer Pazifikflotte nach San Diego verlegt. Flugzeugträger, Atom-U-Boote, Navy Seals Für die Flugzeugträger „Nimitz“ und „Ronald Reagan“ ist San Diego der Heimathafen. Die von 1945 bis 1992 im Dienst befindliche „Midway“ hat hier festgemacht – als Museumsschiff. Atom-U-Boote sind im strategisch für den gesamten Bereich des Pazifiks überaus günstig gelegenen San Diego stationiert. Das Marine Corps unterhält einen Stützpunkt hier, von wo aus auch die Sepzialeinheit der Navy Seals geführt wird. Strände zum Üben und, weniger militärisch, zum Surfen gibt es in „America´s finest City“, als die Einheimische diese Stadt loben, vom Imperial über Ocean, Mission und Pacific bis zum Pines State Beach mehr als genug.

Benannt nach spanischem Heiligen[foto id=“516616″ size=“small“ position=“right“]

„Als Militär- und Missionsstation“, erinnert sich Paul an seinen Geschichtsunterricht in der Schule, „ist San Diego gegründet worden – wie viele andere Orte hier auch.“ Kumeyaay-Indianer leben in diesem Gebiet, das der portugiesische Seefahrer Juan Rodríguez Cabrillo 1542 zum Besitz der Spanischen Krone erklärt. Ihm folgt der Kartograf Sebastian Vizcaino, der am 13. November 1602, am Namenstag von San Diego de Alcala, die von Cabrillo noch als San Miguel begründete Siedlung erreicht und sie nach dem spanischen Heiligen umbenennt.

Erst Mexiko, dann Vereinigte Staaten

Die Geschichte geht weiter: Siedler kommen. Immer wieder gibt es indianische Revolten. San Diego fällt an Mexiko, das 1882 von Spanien seine Unabhängigkeit erhält. Mexikaner und Amerikaner bekriegen sich. San Diego geht 1850 in die Vereinigten Staaten über. Der Goldrausch setzt ein. Die Bahn erreicht nun auch diesen Teil der Küste Kaliforniens.

Auf den Spuren Charles Lindberghs

„Hast du“, fragt Paul, „unten am Terminalgebäude des Flughafens das überlebensgroße Gemälde eines Mannes gesehen?“ Am Nachmittag, vor dem [foto id=“516617″ size=“small“ position=“left“]gut halbstündigen Flug nach Los Angeles, schaue ich es mir an: Es zeigt Charles Lindbergh, der 1927 vom später nach ihm benannten Flugfeld mit einer einmotorigen Maschine zu seinem legendären Alleinflug über den Atlantik zunächst nach New York startete. „Seine ‚Spirit of St. Louis´ ist nämlich hier gebaut worden.“

Im Kuchen-Städtchen Julian

Wir fahren von Rancho Sante Fe, wo wir einquartiert sind, ins Hinterland an Escondido, Ramona, Lakeside und Alpine vorbei und durch die Laguna Mountains bis nach Julian. Zwei Stunden brauchen wir für die gut 150 Kilometer lange Strecke bis in den für seinen Apfelanbau und vor allem für seinen „Julian Pie“-Kuchen (!) bekannten Ort, der noch immer an ein typisches Western-Städtchen von damals erinnert, in dem lediglich statt der Pferde Autos heute vor den Holzhäuschen stehen. Der Rückweg führt südlich Richtung Tecate an der mexikanischen Grenze und dann an den San Ysidro Mountains entlang wieder nach San Diego. Gaslaternen-Viertel und Shamus Sea World Die Old Town, deutet Paul an, könnte als Geburtsplatz von Kalifornien gelten, „weil hier erstmals Europäer siedelten“. Sehenswert ist das denkmalgeschützte Gaslamp Quarter mit von Gaslaternen gesäumten und mit Ziegelsteinen gepflasterten[foto id=“516618″ size=“small“ position=“right“] Straßen sowie restaurierten Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert. Bei Point Loma, der Halbinsel mit Sandsteinfeste und Cabrillo-Nationalmonument, ragt ein alter Leuchtturm in die Höhe, dessen Licht bei klarem Wetter in bis zu 70 Kilometern Entfernung noch erkennbar gewesen sein soll. San Diego ist für seinen Zoo in der Nähe des Balboa Parks bekannt. Es gibt eine Sea World, wo Orca „Shamu“, der große (Film-)Schwertwal, grüßen lässt.

Über „Titanic“ bis „Top Gun“

„Wenn ihr Zeit habt“, schlägt Paul vor, „schaut euch ‚The Del´ an.“ In dem hölzernen victorianischen Hotel am westlichen Strand von Coronado hat Regisseur Billy Wilder 1959 die Komödie „Manche mögen´s heiß“ mit Marilyn Monroe und Jack Lemmon gedreht. Vor und an der Küste San Diegos liefen die Kameras später unter anderem für James Camerons „Titanic“ mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet. Und Tom Cruise hat sich hier als „Top Gun“-Kampfjet-Pilot versucht. „Uns bleiben nur andere Stars“, sagt die Bedienung vor unserer Abreise im Restaurant „George´s at the cove“ in La Jolla und zeigt nach unten auf die Felsen in der Bucht – mit den gähnenden und brüllenden Seelöwen.

Info San Diego I

San Diego ist mit über 1,5 Millionen Einwohnern nach Los Angeles die zweitgrößte Stadt Kaliforniens. Sie liegt im Südwesten dieses US-Bundesstaates direkt an der Pazifikküste. Bis nach Mexiko ist es nicht mehr weit; die nächste Stadt hinter der Grenze ist Tijuana. Der Flug dauert von Deutschland aus meist über Los Angeles mehr als zehn Stunden, wobei auch San Diego selbst über einen internationalen Flughafen verfügt. Als Tourist reicht zur Einreise der Pass. Das Klima ist in der Regel angenehm warm, die Winter sind mild, auch wenn es abends kühl werden kann.

Info San Diego II

Wir waren eine halbe Autostunde von San Diego entfernt in Rancho Santa Fe im Rancho Valencia Resort & Spa (fünf Sterne, 49 Casitas/Villen, im spanischen Kolonialstil mit Hacienda errichtet, auf einem Plateau in den Rolling Hills gelegen, www.ranchovalencia com) untergebracht. Als Restaurant können wir das George´s at the cove (typisch kalifornisch, toller Blick aufs Meer und Seelöwen unten, www.georgesatthecove.com) in La Jolla nördlich von San Diego empfehlen. Die Küche ist schon mexikanisch beeinflusst, es gibt viel Gegrilltes, an der Küste oft Fisch; dazu schmecken heimische Weine und gutes Bier. Information: Visit USA Commitee Germany, Thalkirchner Straße 14, 80337 München, www.vus.travel.de.

Service Auto

Von Los Angeles nach San Diego im Süden Kaliforniens fast schon an der Grenze zu Mexiko sind es mit dem Auto rund 195 Kilometer; die Strecke führt über Anaheim und danach direkt an der pazifischen Küste entlang weiter über Oceanside, die Zufahrt zum Carmel Valley und La Jolla. Die Verkehrsregeln in den USA sind von Bundesstaat zu Bundesstaat teils unterschiedlich. Die Tempolimits bewegen sich in Ortschaften in der Regel bei 25 bis 30 Meilen pro Stunde, in Schulnähe bei 15, außerorts bei 55, auf mehrspurigen Straßen bei 60 bis 65 Meilen. Die Interstates sind mit Autobahnen vergleichbar, Highways mit Bundesstraßen, Freeways mit Kraftfahrstraßen. Alkohol am Steuer ist verboten.

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