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Interview: Ford im Umbruch
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Ford, da tut sich was, möchte man in Abwandlung des früheren Mottos der Marke angesichts unternehmerischer Weichenstellungen sagen. Das Unternehmen ist zusammengerückt und legt Wert darauf, seine Strategie „One Ford“ mit Leben zu erfüllen. Will heißen: ein Team, ein Plan, ein Ziel. „Wir verstehen uns als Mannschaft, die unter dem Markenzeichen Ford globale Produkte entwickelt“, erklärt Bernhard Mattes, Vorsitzender der Geschäftsführung der Ford Werke, im Gespräch und nennt beispielhaft den neuen Focus.

Auf dessen Architektur sollen weitere Fahrzeuge aufbauen. – Nach einem durch die Abwrackprämie guten Jahr 2009 setzt der Autobauer 2010 auf Angebote, die speziell auch Gewerbe- und Gebrauchtwagenkunden ansprechen sollen. Ein Beispiel ist die Full-Service-Gewerbe-Flatrate. Sie richte sich bewusst an Betreiber kleiner Fuhrparks, so Jürgen Stackmann, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung und verantwortlich für Vertrieb und Marketing.

Herr Mattes, Ihr langjähriges Motto lautete: „Ford, die tun was.“ Gilt das noch immer?

Mattes: Das ist richtig, denn unsere Produktpalette wird nochmals erweitert um das erste wirklich globale Fahrzeug, den Ford Focus. Wir zeigten von ihm in Genf den Fünftürer als Europapremiere, der Turnier hatte seine Weltpremiere. Das Fahrzeug ist eine globale Entwicklung unter der Federführung unserer Ingenieure in Köln Merkenich. Auf dieser Basis werden wir in Zukunft zehn verschiedene Fahrzeuge aufbauen, die wir weltweit bis zu einer Stückzahl von zwei Millionen verkaufen werden. Mit diesen Fahrzeugen wollen wir nicht nur in Sachen Qualität, Verarbeitung und Verbrauch einen Maßstab setzen, sondern auch was die Effizienz der Fertigung und letztlich auch die Kosten angeht.

Sie haben sich, was Ihre E-Pläne anbelangt, konkret festgelegt …

Mattes: Nachdem wir in den USA mit dem elektrisch betriebenen Transit Connect in diesem Jahr und dem entsprechenden Ford Focus neuer Generationen im nächsten Jahr starten, haben wir unsere Strategie auch für Europa in puncto Elektrifizierung konkretisiert. So sollen die beiden Fahrzeuge 2011 und 2012 auch in Europa auf den Markt kommen. Hinzu kommen bis 2013 zwei weitere Hybridfahrzeuge und ein Plug-in-Hybrid. Das heißt, wir werden bis 2013 fünf verschiedene E-Fahrzeuge auf dem Markt haben.

Die Ford-Familie ist weltweit zusammengerückt. Ist der Slogan dafür neu?

Mattes: Es ist kein neuer Slogan. Während wir in Europa mit „Feel the Difference“ unterwegs sind, verkörpert „One Ford“ – unsere Dachstrategie – die Strategie des Unternehmens insgesamt. Soll heißen: Wir sind ein Team, wir arbeiten an einem produktorientierten Plan, und wir haben ein klares Ziel, nämlich die Produkte zu entwickeln und zu fertigen, die unsere Kunden auf den Weltmärkten wünschen, und das Ganze profitabel zu machen. Da sind wir auf einem guten Weg.

Steht für diese Strategie Ihr neuer Focus?

Mattes: Ja, wir verstehen uns als Mannschaft, die unter dem Markenzeichen Ford globale Produkte entwickelt. Dafür steht auch die Architektur des neuen Focus und weiterer Fahrzeuge, die darauf aufbauen. Wir sind nicht drei oder vier verschiedene Marken, wir sind eine Firma, ein Team, das eng zusammenarbeitet.

Produktseitig lässt sich das nachvollziehen. Inwieweit ist diese globale Kooperation wirtschaftlich?

Mattes: Dass der Plan auch wirtschaftlich aufgeht, zeigt das Jahr 2009. Im vergangenen Jahr hat das Unternehmen einen operativen Gewinn von 454 Millionen US-Dollar erwirtschaftet. In Europa haben wir nach einem Verlust im ersten Quartal 2009 von 550 Millionen US-Dollar mit 86 Millionen US-Dollar am Ende ein positives Ergebnis erwirtschaftet. Das zeigt, dass unser Plan auch wirtschaftlich aufgeht.

Herr Stackmann, Sie sind bei Ford dafür zuständig, dass die Fahrzeuge in Deutschland nicht nur zu den Händlern kommen, sondern dort auch wieder abfließen. Als Vertriebschef haben Sie derzeit harte Zeiten zu meistern …

Stackmann: In der Tat ist es, wie erwartet, ein schwieriger Start in das Frühjahrsgeschäft 2010. Da ist einfach wenig Schwung drin, und leider hat uns der strenge Winter auch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Gegensatz dazu hatten wir 2009 ein wunderbares Jahr in Deutschland. Wesentlichen Anteil daran hatte natürlich die Umweltprämie.

An Modellneuheiten ist aber kein Mangel …

Stackmann: Wir freuen uns auf ein Jahr 2010, in dem der Produktkalender von Ford sehr gefüllt ist. Wir haben jetzt die jüngste Generation von S-MAX und Galaxy, fantastische neue Motorenkonzepte, die jetzt in die neue Eco-Boost-Motorenreihe einfließen. Das Powershift-Getriebe für die großen Modelle wird eingeführt, und im Spätsommer gibt es mit der neuen C-MAX-Generation zum ersten Mal auch einen Siebensitzer mit Schiebetüren. Das nächste große Ereignis ist die Neueinführung der nächsten Generation vom Ford Focus im Frühjahr 2011.

Wie kommen die Ford-Finanzierungsmodelle bei den Kunden an?

Stackmann: Dieser Geschäftsbereich ist eine große Säule der Ford-Organisation. Nach wie vor gibt es eine hohe Penetration im Privatkundenbereich; für das Gewerbe bauen wir das Konzept jetzt aus. In diesem Monat bieten wir zum ersten Mal eine Full-Service-Gewerbe-Flatrate, die sich eben halt nicht an die großen, sondern an die kleinen Fuhrparks richtet und an Handwerker, die auch mit zwei, drei Autos ein Full-Service-Angebot bekommen können. Mit Hochdruck arbeiten wir gerade für das Frühjahrgeschäft an einer Flatrate für Gebrauchtwagen.

Wie interessant ist dieses Angebot für Privatkunden?

Stackmann: Ja ich denke, der Erfolg hat gezeigt, dass es sehr interessant ist. Auch im letzten Jahr während der Abwrackprämie wählten rund 65 Prozent der Privatkunden eine Flatrate. Jetzt im Frühjahrsgeschäft beobachten wir jedoch eine Zweiteilung des Marktes; zum einen die sehr preissensiblen Kunden und zum anderen einen eher wertorientierten Markt, der dann zur Flatrate greift. Also dieses Jahr wird die extrem hohe Penetration so nicht ganz durchzuhalten sein.

Im Februar brach der Absatz in den Segmenten der Kleinwagen und Minis um fast 50 Prozent ein. Wie stark trifft Ford der drastische Nachfrageschwund?

Stackmann: Hier werden die Vorzieheffekte aus dem Jahr 2009 besonders deutlich; gerade die ganz kleinen Fahrzeuge haben zurzeit keine üblich hohe Nachfrage. Zurzeit bündelt sich die Nachfrage eher im mittleren Segment, also bei der Focus-Linie, C-MAX und größer.

Herr Mattes, wir sprachen über die Marke, über Produkte und den Vertrieb. Wie sieht es vor diesem Hintergrund mit den Arbeitsplätzen in Europa, in Deutschland und speziell in Köln aus?

In Köln sind wir, was Fiesta und Fusion anbelangt, sehr gut ausgelastet. Wir planen auch für dieses Jahr keine Kurzarbeit. Im Gegenteil, die Nachfrage nach dem Fiesta ist nach wie vor sehr stabil und sehr gut. Uns beschäftigt die Umstrukturierung im Motorenwerk, der Auslauf der großen V6-Motoren und die künftige Nutzung des Werkes für die Fertigung eines kleinen, sparsamen Benzinmotors. In Saarlouis gibt es in diesem Jahr riesengroße Anstrengungen, um uns auf den neuen Focus einzustellen. Auch das läuft planmäßig, wir sind gut beschäftigt, werden allerdings, da wir in Saarlouis etwas weniger produzieren, auch den einen oder anderen flexiblen Tag einplanen müssen, um die Kapazitäten der Nachfrage anzupassen. Viel Arbeit gibt es in der Entwicklung. Das lässt sich vor dem Hintergrund all der Projekte, die wir noch laufen haben, ja gut vorstellen. Von daher ist die Mannschaft gut ausgelastet und hat eine Menge zu tun.

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Gast auto.de

April 13, 2010 um 3:18 pm Uhr

Sehr geehrter Herr Caba,
in den 80ger Jahren bis 2005 habe ich nur Ford gefahren,vom Taunus, Granada 1,7 L, Granada 2,8i Ghia, Sierra 2,8i XR4, Mondeo und Escort. Der Grund war,daß Ford im Motorsport sehr viel vertreten war und tolle Leistung im Motorsport erbrachte. Zum Beispiel:Ford GT 40, Super Carpri, Sierra Cosworth, Escort Cosworth und viele andere Erfolge im Motorsport. Leider ist davon aber auch nichts mehr geblieben. Schade !! sehr Schade. Seit dem ist es mir egal, was ich für ein Auto kaufe und fahre.Umdenken und den Motorsport nahe sein und deren Publikum. Ich fahre jedens Jahr 11 x zum Nürburgring zur VLN ( Vereinigte Langstreckenmeisterschaft Nordschleife ) und war begeistert wenn Ford dort mitmachte und den Teams die Ford fuhren unterstützten.Heute ist dovon nichst mehr zusehen und geblieben. Letztes Jahr 2009 fuhr ein Ford GT in der VLN unter dem Raeder Motorsport mit dem Profirennfahrer Dirk Adorf und die Motorsportfans waren begeistert von der Leistung des Ford im ersten Teil des 4 Std-Rennen .Doch leider war der zweite Rennfahrer kein Provi im Rennsport und war mit dem Ford GT überfordert. Hätte Ford dem Raederteam zur Seite gestanden und einen Fordwerksrennfahrer dem Team zur Seite gestellt, hätte der Ford GT mit seiner Zuverlässigkeit und Leistung, Audi R8, Porsche 997 GTR, BMW M3 GTR und alle anderen Top-Modelle die Blöse gezeigt und sie zu Grund und Boden gefahren und den Gesamtsieg des Jahr 2009 holen können.Ich habe mich so tief über Ford geärgert und war enttäuscht, daß Ford Köln nicht die Schance sah, Porsche, Audi, BMW.Mercedes den Hintern zu zeigen,wär gute Rennwagen und gute Serienautos baut. Schläft bei Euch der Marketing?? oder habt ihr Fußballfieber.Ich werde mir erst wieder einen Ford kaufen,wenn im Motorsport Ford wieder vertreten ist und wieder Leistung zeigt ihrer Produkte.Ihr sollten lieber den Motorsportsfans euch widmen und Fordteams die ihre Fordfahrzeuge auf die Rennstrecke bringen, als den Fußball, den Ihr mit euren Spons

Gast auto.de

April 13, 2010 um 3:14 pm Uhr

Teil 2 Sponsorengelder überschüttet und die Fußballer doch keine Leistung erbringen für ihr Unternehmen. Was hat Ford mit Fußball zu tun, anstatt ihre Produkte auf die Rennstrecke zu zeigen und dessen Publikum,die Morgen ihre Kunden und Käufer sein können. Es ist Schade das der Ford GT, der die Fans so begeistert hat an der Nordschleife in der VLN 2010 nicht mehr verteten ist und der Profirennfahrer Dirk Adorf zu BMW über wechselte auf Grund der zweiten schwachen Fahrerbesetzung.Das Raeder Team löste sich auf. Alle anderen Werksteams und Autohersteller zeigen ihre Produkte auch dieses mal beim 24 Std-Rennen am Nürburgring und wo bleibt Ford ???die bleiben fort. Umdenken und den Käufern kanns Nahe sein,dass ist Werbung zu 100%.
mfG.Hans Wevelsiep

Gast auto.de

April 13, 2010 um 3:07 pm Uhr

Sehr geehrter Herr Caba,
in den 80ger Jahren bis 2005 habe ich nur Ford gefahren,vom Taunus, Granada 1,7 L, Granada 2,8i Ghia, Sierra 2,8i XR4, Mondeo und Escort. Der Grund war,daß Ford im Motorsport sehr viel vertreten war und tolle Leistung im Motorsport erbrachte. Zum Beispiel:Ford GT 40, Super Carpri, Sierra Cosworth, Escort Cosworth und viele andere Erfolge im Motorsport. Leider ist davon aber auch nichts mehr geblieben. Schade !! sehr Schade. Seit dem ist es mir egal, was ich für ein Auto kaufe und fahre.Umdenken und den Motorsport nahe sein und deren Publikum. Ich fahre jedens Jahr 11 x zum Nürburgring zur VLN ( Vereinigte Langstreckenmeisterschaft Nordschleife ) und war begeistert wenn Ford dort mitmachte und den Teams die Ford fuhren unterstützten.Heute ist dovon nichst mehr zusehen und geblieben. Letztes Jahr 2009 fuhr ein Ford GT in der VLN unter dem Raeder Motorsport mit dem Profirennfahrer Dirk Adorf und die Motorsportfans waren begeistert von der Leistung des Ford im ersten Teil des 4 Std-Rennen .Doch leider war der zweite Rennfahrer kein Provi im Rennsport und war mit dem Ford GT überfordert. Hätte Ford dem Raederteam zur Seite gestanden und einen Fordwerksrennfahrer dem Team zur Seite gestellt, hätte der Ford GT mit seiner Zuverlässigkeit und Leistung, Audi R8, Porsche 997 GTR, BMW M3 GTR und alle anderen Top-Modelle die Blöse gezeigt und sie zu Grund und Boden gefahren und den Gesamtsieg des Jahr 2009 holen können.Ich habe mich so tief über Ford geärgert und war enttäuscht, daß Ford Köln nicht die Schance sah, Porsche, Audi, BMW.Mercedes den Hintern zu zeigen,wär gute Rennwagen und gute Serienautos baut. Schläft bei Euch der Marketing?? oder habt ihr Fußballfieber.Ich werde mir erst wieder einen Ford kaufen,wenn im Motorsport Ford wieder vertreten ist und wieder Leistung zeigt ihrer Produkte.Ihr sollten lieber den Motorsportsfans euch widmen und Fordteams die ihre Fordfahrzeuge auf die Rennstrecke bringen, als den Fußball, den Ihr mit euren Spons

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