Interview

Jaguar-Vorstand Bräutigam: I-Pace eTrophy eine Erweiterung unseres Serien-Testlabors.
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Im internationalen Motorsport ist Jaguar in der Elektrorennserie Formel E unterwegs und hat mit der Jaguar „I-Pace eTrophy“ den weltweit ersten Markenpokal für rein elektrische Serienfahrzeuge ins Leben gerufen. Wir sprachen mit Felix Bräutigam, Vorstand Vertrieb und Marketing bei Jaguar und Land Rover, über das außergewöhnliche Engagement der Briten sowie über zukünftige Serienprojekte im Bereich der E-Mobilität.

Herr Bräutigam, warum hat sich Jaguar bei der Rückkehr in den internationalen Motorsport überhaupt für die Formel E entschieden?

Felix Bräutigam: Jaguar hat bei seinen Serienfahrzeugen eine Elektrifizierungs-Strategie. Die Technologie steht aber eher noch am Anfang. Wir sind vor allem deshalb in der Formel E, um diese Technologie unter Extrembedingungen näher kennenzulernen und um von ihr zu lernen. Dort wo Veränderungen möglich sind, auch zu experimentieren und auszuprobieren. Ganz klassisch von der Rennstrecke auf die Straße, um E-Mobilität sehr, sehr schnell zu optimieren und bessere sowie Jaguar-typischere Serienfahrzeuge entwickeln zu können als die Konkurrenz.

Was verspricht sich Jaguar vom Engagement in der Formel E?

Felix Bräutigam: Motorsport ist das beste Labor um Dinge im absoluten Härteeinsatz und unter Extrembedingungen im Zeitraffer auszuprobieren und dann weiterzuentwickeln. Jaguar ist seit drei Jahren in der Formel E. Was wir dort über Batteriemanagement, Rekuperation, Ladeverhalten sowie Elektromotoren mitsamt der Abstimmung gelernt haben, ist dabei live in die Entwicklung unseres vollelektrischen Serienfahrzeugs des I-Pace eingeflossen. Ich bin überzeugt, der I-Pace wäre nicht so ein dynamischer, sportlicher Jaguar geworden, wenn wir diese Erfahrungen nicht gesammelt hätten.

Lassen sich mit der Jaguar I-Pace eTrophy die Technologien von der Rennserie auch in die Serienfertigung transferieren?

Felix Bräutigam: Auf jeden Fall. Bis auf die vorgeschriebenen Sicherheitseinrichtungen und ein härteres Fahrwerk haben wir für unsere Rennserie nichts am Serienfahrzeug verändert. So können wir richtig schnell dazulernen, um die Abstimmung der Gesamtsysteme hinsichtlich Effizienz und Sportlichkeit zu optimieren und dadurch immer besser werden. Die Belastungen sind im Motorsport wesentlich härter, beispielsweise beim Wärmemanagement. Die Batterie wird beim extremen Schnellentladen bei Vollgas und beim maximalen Rekuperieren beim Bremsen wesentlich stärker belastet. Diese Härtetests sind eine viel größere Herausforderung als im Straßenverkehr. Die I-Pace eTrophy ist sozusagen eine Erweiterung unseres Testlabors. Wir können auf alle Faktoren reagieren, was sowohl als Update für den I-Pace sowie in zukünftige Serienfahrzeuge einfließt. Dadurch haben wir einen wesentlich kürzeren Entwicklungszyklus.

Wie kommt denn der elektrifizierte Markenpokal beim Publikum an, denn der ist ja etwas ganz Außergewöhnliches im Motorsport?

Felix Bräutigam: Sehr gut, obwohl manche anfangs der Rennserie skeptisch gegenüberstanden. Rennsport müsste doch eigentlich Krach machen, was auch ein Kritikpunkt an der Formel E war. Doch wenn die Menschen die harten Fights an der Rennstrecke verfolgen, vergessen sie sehr schnell ihre Skepsis. Und dadurch, dass die Fahrzeuge in der I-Pace eTrophy absolut identisch sind und im Rennen um jeden Millimeter kämpfen, ist das ein richtig spannender Motorsport. Auch hören wir vom Publikum vor Ort, dass sie sprachlos sind, wie dynamisch dieser Familien-Crossover um die Ecken geht und dass es einfach Spaß macht an der Strecke zuzuschauen.

Wie sieht es denn überhaupt in Zukunft mit alternativen Antrieben bei den Serienfahrzeugen von Range Rover und Jaguar aus?

Felix Bräutigam: Aktuell bieten wir den Range Rover und den Range Rover Sport mit einem Plugin-Hybriden an und der neue Evoque verfügt über eine 48-Volt-Mildhybrid-Technologie. Bis zum Jahr 2020 werden wir zudem in jedem unserer Kernmodelle eine Elektrifizierung in jeglicher Form anbieten. Bei Jaguar haben wir mit dem vollelektrischen I-Pace den ersten Schritt gemacht, er ist Teil unserer Strategie und der Auftakt einer Elektrifizierungs-Offensive.

Könnten Sie sich zukünftig auch ein Brennstoffzellenfahrzeug vorstellen?

Im Moment sind wir ziemlich überzeugt, dass Elektrifizierung der richtige Weg ist und sich als Technologie mit den geringsten Wirkungsgradverlusten auch durchsetzen wird. Wir investieren sehr stark und sind bereits in der Serienfertigung und glauben, dass dies die alternative Antriebsform ist, die sich durchsetzen wird. Trotzdem schauen wir im Experimentalstadium uns natürlich alles an. Aber im Moment sieht alles danach aus, dass dies die richtige Technologie ist, die die Umwelt braucht und letztendlich dem Kunden am nächsten ist, weil sie mit Abstand den höchsten Wirkungsgrad hat.

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Biografie Felix Bräutigam

Nachdem Felix Bräutigam im Januar 2018 als Chief Marketing Officer und Mitglied des Vorstands zu Jaguar Land Rover wechselte, wurde er im April 2018 zum neuen Chief Commercial Officer und Mitglied des Vorstands ernannt. Für den größten britischen Autohersteller leitet Felix Bräutigam die weltweiten Aktivitäten in den Bereichen Marketing, Produktplanung, Kundenbeziehungs-Management, Vertrieb, Kundendienst und Netzentwicklung sowie die einzelnen Vertriebsregionen der Welt. Der studierte Diplom-Kaufmann und MBA Felix Bräutigam wechselt von Porsche, wo er seit 1996 beschäftigt war, zum britischen Premium-Hersteller. In Stuttgart war er zuletzt als Vice President Europe für 51 Märkte verantwortlich. Zuvor war er für die Stuttgarter Sportwagenmarke auch als Geschäftsführer von Porsche Frankreich und Leiter der Marketingkommunikation tätig. Seine Karriere hat Bräutigam bei General Motors, mit Stationen bei Saab, Vauxhall und Opel begonnen.

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