Kfz-Versicherung: Black-Box als Sparschwein
Kfz-Versicherung: Black-Box als Sparschwein Bilder

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Gute Autofahrer können sich künftig einen Rabatt bei ihrer Autoversicherung erfahren. Als erster Versicherer bietet das Provinzial Rheinland-Tochter-Unternehmen Sparkassenversicherung S-Direkt für private Autofahrer einen Tarif an, bei dem die Prämie vom Fahrstil abhängig ist. Per Datenbox wird jede Fahrbewegung registriert. 1 000 Black-Boxen stehen ab Januar 2014 für Kunden der S-Direkt bereit.

Die GPS-Box kann in alle Automodelle eingebaut werden. Sie erkennt jede Bewegung des Fahrzeuges und sendet die Daten im Minutentakt an ein Rechenzentrum. Gute Fahrer, die die Geschwindigkeit einhalten, auf Vollbremsung und Kavalierstarts verzichten und nicht spät in der Nacht unterwegs sind, erhalten fünf Prozent Rabatt auf ihre Kfz-Versicherungsprämie. Der Telematik-Service der S-Direkt bietet doppelten Sicherheitsschutz. Sollte der Wagen gestohlen werden, lässt er sich über die Telematik orten und bei schweren Unfällen ruft die Daten-Box automatisch den Rettungsdienst.

Damit ist das Angebot seiner Zeit voraus, denn das europaweite Notrettungssystem E-Call wird erst ab 2015 eingeführt. Zusätzlich wird monatlich der beste Fahrer gekürt. Er erhält die Kfz-Versicherung dann ein Vierteljahr kostenlos. Somit wird die Black-Box zum Sparschwein. „Für junge Fahrer mit hoher Prämie ist das spannend“, meint Jürgen Cramer, Vorstand der S-Direkt. Der elektronische Beifahrer soll mäßigend auf den Fahrer wirken. „Wir rechnen damit, dass die Schäden um bis zu 10 Prozent sinken“, so Cramer. Die Fahrer können zudem ihren eigenen Fahrstil per Internet auswerten „und sich verbessern“, hofft Cramer.

Das neue Angebot bringt Verbraucher- und Datenschützer auf den Plan. Sie fürchten, dass die privaten Bewegungsprofile missbraucht werden könnten. Solche Bedenken teilen Versicherer und das Telematikunternehmen Telefónica nicht. „Wir kennen keine Person und der Versicherer kennt keinerlei Bewegungsdaten“, erläutert Markus Oliver Göbel von Telefónica Deutschland aus München. Das nenne sich „Chinesische Mauer“. So erhält die Telefonica die Bewegungsprofile anonym und ermittelt einen Punktwert für den Fahrstil des Kunden. Allein diesen Punktwert und die dazugehörige Personennummer gibt die Telefónica an den Versicherer weiter. Der kann diese dann wieder einem Kunden zuordnen und ihm für gutes Fahren Rabatt oder als Monatssieger einen Totalnachlass gewähren.

Box und S-Drive-Service kosten pro Jahr zusammen rund 71 Euro. Wer das Angebot über das Internetportal Check24 bucht, kann es sogar kostenlos erhalten, wenn seine Kfz-Versicherungsprämie über 750 Euro pro Jahr liegt. „Eine kostenfreie Box, die den Anbieter einen dreistelligen Eurobetrag pro Jahr kostet, kann sich natürlich nicht für Verträge mit geringen Prämien rechnen“, erläutert Cramer. Die „Pay-as-you-drive“-Tarife, bei denen die Prämie vom Fahrstil abhängig ist, gibt es längst in den USA, Spanien oder Großbritannien. Doch die Skepsis gegenüber Telematikangeboten kommt in Deutschland weniger aus wirtschaftlicher Sicht. „Bedenken gibt es wegen der Sammlung und Auswertung von persönlichen Daten“, sagt Bernd Engelien, Pressesprecher der Zurich Versicherung.

Das Datensicherheitskonzept sei sowohl dem Bundesdatenschutzbeauftragten als auch dem Datenschutzbeauftragten NRW vorgestellt worden, heißt es bei S-Direkt und Telefónica. „Rechtlich ist es in auch in Ordnung“, bestätigt ein Sprecher des Datenschutzbeauftragten NRW. Rechtpolitisch findet der Datenschutzbeauftragte NRW, Ulrich Lepper, den „Pay-as-you-drive“-Tarif problematisch. Es entstehe, wenn auch freiwillig, ein zusätzliches Datenprofil. Während Datenschützer skeptisch sind, scheinen die Kunden für weniger Prämie keine Kontrolle zu scheuen. Laut dem Marktforschungsinstitut YouGov können sich 40 Prozent der Kfz-Versicherten vorstellen, einen günstigen „Pay-as-you-drive“-Tarif zu nutzen.

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