Beleuchtung

Laser-Licht beim Auto stellt alles in den Schatten
Laser-Licht beim Auto stellt alles in den Schatten Bilder

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Laser-Licht beim Auto stellt alles in den Schatten Bilder

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Halogen, Xenon, LED-Licht und jetzt der noch hellere Laser: Auf der Suche nach der perfekten Scheinwerfer-Beleuchtung macht die Autoindustrie im wahrsten Sinne die Nacht zum Tag: Hersteller wie Mercedes-Benz, BMW und Audi zeigen Weitblick und kooperieren längst mit namhaften Zulieferern.

Neueste Entwicklungen

Derzeit arbeitet etwa die Fahrzeugbeleuchtungs-Sparte des Philips-Konzerns, die gerade ihr 100-jähriges Bestehen feiert, an LED für den Massenmarkt. Mit der LED-Lampe Luxeon LR4 will Philips jetzt eine standardisierte Lösung anbieten, die die Einführung der LED-Beleuchtung auch für Minis sowie Klein- und Kompaktwagen (Segmente A, B und C) ermöglicht, zu denen die Mehrzahl aller Fahrzeuge gehört. Mit diesem Scheinwerfer bricht auch für Volumen-Fahrzeuge sozusagen das digitale Zeitalter an. Unter anderem soll mit der neuen Technik das Styling eines Volumen-Fahrzeugs kosteneffizient aufgewertet werden. Dafür bieten sich zahllose Gestaltungsmöglichkeiten an: neue Reflektorformen, Lichtwellenleiter oder auch ganze neue optische Highlights können auf einfache Weise realisiert werden. Darüber hinaus bieten die Luxeon LR4 Lampen eine lange Lebensdauer, womöglich eine längere als die des Fahrzeugs selbst. „In naher Zukunft werden wir die ersten Fahrzeuge mit Luxeon LR4 auf der Straße sehen“, meint Peter Stolk, Technischer Leiter bei Philips Automotive. Zu den Pionieren auf dem Gebiet der Scheinwerfertechnik gehört auch das Traditionsunternehmen Hella, das auch um die Jahrhundertwende herum bereits Lampen für Kutschen herstellte. Und seit 2013 baut Hella für den Audi A8 den LED-Matrix-Scheinwerfer mit blendfreiem Fernlicht. Im Oberklassen-Segment sind auch nach wie vor die stärksten Innovationen zu sehen. Da wird das Wort Luxus, das sich vom lateinischen Wort „Lux“ für Licht ableitet, geradezu sprichwörtlich. Die Marken-Konzerne arbeiten zwar mit den einschlägigen Zulieferern zusammen, feilen aber auch selbst an der Lichttechnik weiter. Beispielsweise unternimmt Mercedes-Benz hierbei viele Innovationen in Eigenregie: Die Lichtquellen Xenon oder LED kommen bei Mercedes von den Zulieferern. „Die Lichtverteilung mit Hilfe der Kamera und spezieller Software entwickeln wir absolut selber“, betont Uwe Kostanzer, Entwicklungsleiter im Bereich Lichtsysteme bei Mercedes-Benz. Die Technik, dass entgegenkommende Fahrzeuge vom Fernlicht nicht geblendet werden, gibt es zwar auch bei den meisten anderen bekannten Zulieferfirmen, doch wollen die Schwaben ihren Stern besonders hell leuchten lassen. Und besonders ambitioniert tun sie das beim viertürigen Sportcoupé CLS: Die dort eingebauten Multibeam-LED-Scheinwerfer sind mit 24 einzelnen Hochleistungs-LED bestückt. Jeder einzelne dieser LED kann elektronisch und individuell angesteuert werden. Dabei werden nicht nur entgegenkommende Fahrzeuge vom Licht ausgespart, sondern auch Schilder gedimmt, damit sie zwar noch gut lesbar sind, den Fahrer aber nicht blenden.

Kritik

Manche Kritiker allzu starker Fahrzeugbeleuchtung reden bereits von „Licht-Müll“. Dieses Problem habe Mercedes erkannt, sagt Kostanzer: „Die Multi-Pegel-Heckleuchte reduziert sich bei Dunkelheit auf 60 bis 80 Prozent der Lichtleistung, damit sich der Hintermann nicht geblendet fühlt.“ Nur bei Fahrten im Hellen würden die Rückleuchten ihre volle Lichtleistung abgeben.

Laser

Da LED-Licht ja noch nicht das Ende der Fahnenstange ist in der Welt der Fahrzeug-Scheinwerfer, bastelt die Industrie weiter am Laser für Automobile. Beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans im Jahr 2014 hat Audi beim Herstellen der Scheinwerfer für den LMP1-Rennwagen R18 e-tron quattro erstmals Laserlichtquellen eingebaut. Und BMW versah unlängst seinen i8 durch Installation eines Laser-Fernlichts ein leuchtendes i-Tüpfelchen. Aber Laser ist weit mehr als nur chic, es dient auch der Verkehrssicherheit: „Die Lasertechnologie ermöglicht die Realisierung von Weißlichtquellen mit einer in seiner räumlichen Ausdehnung sehr begrenzten Lichtaustrittsfläche“, erklärt Stolk. Dies habe einen entscheidenden Vorteil für die Kontrolle und Formung des Lichtbündels im Scheinwerfer, vor allem, wenn eine starke Punkt-Richtung und Reichweite des Lichts verlangt wird. Daher werde diese Technik für Zusatz-Fernlicht eingebaut. Der Laser kann immerhin bis zu 600 Meter weit reichen. Darin könne die Zukunft für adaptives Fernlicht liegen. Doch vorläufig bleibe der Laser wohl nur etwas für den Luxusmarkt, meint der Philips-Chefingenieur: „Kurzfristig bis mittelfristig wird die Lasertechnologie aufgrund ihrer technologischen Reife und Kosten eher auf das Oberklasse-Segment beschränkt bleiben.“ Eine langfristige Prognose der zukünftigen Verbreitung der Lasertechnologie im Automobil sei zur Zeit schwierig, da diese Entwicklung auch stark von kommerziellen Aspekten und Anwendungen dieser Technologie in anderen Märkten abhänge.

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