IAA Nutzfahrzeuge

Omnibusse auf der IAA Nutzfahrzeuge 2016: Mehr Neuheiten als erwartet (2/2)
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Für alternative Antriebe steht auch Iveco Bus. 2015 hat der Italo-französische Hersteller in seinem Stammwerk Annonay mehr Busse mit Hybid- und CNG-Antrieben gebaut als konventionelle Diesel-Busse. Zur IAA zeigt die Marke den Urbanway Electric Hybrid ZEV, der 12-Meter-Stadtbus soll elektrisch vier Kilometer fahren können, bis der Diesel wieder zuschaltet. Der Daily Electric, ein elektrisch angetriebener Kleinbus auf Transporterbasis, soll mit einer Batterie-Ladung bis zu 160 Kilometer weit kommen. Die Nickel-Natrium-Batterien werden durch Supercaps unterstützt, die Hochleistungskondensatoren verlängern die Reichweite. Ein spezieller Lademodus kann die Batterien mit Haushaltsstrom binnen 24 Stunden oder im Schnelllademodus innerhalb von nur zwei Stunden aufladen.Auch die Premiere eines neuen Reisebusses ist angekündigt, Details dazu wird es erst in Hannover geben. Wir vermuten einen Magelys in längerem Zweiachser-Format, mit dem die Iveco-Ingenieure das auf 19,5 Tonnen angewachsene Gesamtgewicht nutzen. Das Fahrzeug zielt, wie man hört, auf die Fernlinie und die Touristik. Auf zahlreiche Premieren darf man sich am VDL-Stand freuen. Schon kurz nach ihrem neuen Futura-Doppeldecker zaubern VDL-Strategen ihren kurzen Futura-Midibus aus dem Hut. Der kompakte Reisehochdecker misst nur 10,6 Meter Länge, Platz genug für maximal 43 Fahrgäste, meistens sind es eher weniger. Er zielt auf ein exklusives Segment, auf 2 + 1-Sitzanordnung oder Vis-a-Vis-Sitze - vieles mehr ist möglich. Mit Mitteltür und Toilette fällt der Kofferraum mit 4,7 Kubikmeter überschaubar aus. Als Motorisierung kommen ausschließlich MX11-Sechszylinder von DAF in Betracht, die Niederländer bleiben ihrem bevorzugten Motorenlieferanten treu. Doch sie bauen vor allem ihr ÖPNV-Portfolio beständig aus, ihr Credo ist der gezielte Leichtbau der Fahrzeuge. Der Bestseller im Programm ist das Modell Citea LLE, hier hat sich ein Erfolgstyp zur Baureihe entwickelt. Neu ist jetzt die Variante im Zehnmeter-Format, ein Spezialist für Verkehrszonen mit geringerem Fahrgastaufkommen. Man bekommt den kurzen Low-Entry auch mit elektrischem Antrieb, der dann mit 150 Kilowatt Traktionsleistung und 180 kWh-Batteriekapazität verkehrt. Und noch ein VDL-Fahrzeug feiert Premiere: Besucher können sich von der Serienreife des Linienkleinbusses VDL MidBasic Electric überzeugen, der Hersteller bietet Probefahrten an. Der Elektro-Kleinbus basiert auf einem 3,5-Tonner-Sprinter, Elektromotoren mit 120 oder 150 kW ersetzen Diesel und Getriebe. Der Antriebsstrang wurde übrigens gemeinsam mit dem österreichischen Unternehmen Kreisel entwickelt. Bei der schwedischen VW-Nutzfahrzeugtochter Scania hat es die Omnibusfraktion nicht leicht. Am Messestand dreht sich fast alles um die neue Lkw-Generation, Schwärme von Interessenten werden hier erwartet. Denn wenn der selbsternannte "King of the Road" Neuheiten zeigt, ist die Lkw-Branche in Aufruhr. Mit dieser Resonanz dürfen die Scania-Omnibusse seit jeher nicht rechnen. Sie galten bisher als eher nüchterne Produkte mit geringerem Imagefaktor. Ob sich hier eine Änderung anbahnt? Der neue Reisehochdecker trägt jedenfalls ein eleganteres Kleid als sein Vorgänger OmniExpress, für das jetzt die Scania-Designer Verantwortung tragen. Den markentypischen schwarzen Bug ziert horizontal eine metallische Spange, so blickt der in Finnland gefertigte Reisebus freundlicher drein. Die wichtigsten Informationen: Man bekommt den Interlink in verschiedenen Höhen, als HD misst er 3,66 Meter in der Höhe. Und geht es um die Längen, so bleibt es bei den bisherigen Formaten. Zwischen 11 und 14,90 Meter ist vieles möglich, frei wählbar in 10-Zentimeter-Stücken. Das kann kein anderer Hersteller, auch eine Hecktür und Heck-Toilette gehören zum Interlink-Baukasten. Geht es um elektrische Bus-Antriebe, ist ein Besuch am Volvo-Stand Pflicht. Die Schweden zeigen ihr komplettes E-Bus-Programm, das sie parallel fertigen und anbieten. Der erfolgreiche Diesel-Hybridbus Volvo 7900 H soll größere Aktionsradien auch außerhalb der Zentren bedienen. Mit dem Elektro-Hybridbus, man nannte ihn früher Plug-in-Hybrid, sollen größere Distanzen elektrisch zurückgelegt werden - mit Nachlademöglichkeiten unterwegs, aber mit einem Diesel in Reserve. Für den Downtown-Betrieb ist der Volvo 7900 Electric positioniert, der rein elektrisch fährt. Um Städten und Betreibern den Wechsel zu erleichtern, bietet Volvo Komplettlösungen an. Das All-Inclusive-Angebot für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) umfasst die Linienbusse, den Service und die Ladeinfrastruktur. Dabei bezahlt der Betreiber eine Kilometerpauschale für die Nutzung und reduziert dabei die Risiken. Weil es im städtischen Umfeld auch um Sicherheit geht, darf die neueste Innovation von Volvo hier nicht fehlen. Ein neues System erkennt Fußgänger und Radfahrer. Sind sie in unmittelbarer Nähe zum Fahrzeug, meldet ein Signalton die drohende Gefahr. Besteht die Gefahr eines Unfalls, ertönt das Signalhorn des Fahrzeugs. Der Fahrer wird akustisch und visuell gewarnt. Die Fußgänger- und Radfahrererkennung wird ab 2017 eingeführt, zuerst mit den Stadt- und Überlandbussen. Die Getriebehersteller Voith und ZF haben neue Start-Stopp-Systeme für ihre Getriebeautomaten entwickelt, die sollen nach intensiven Testläufen jetzt serienreif sein. Bis zu 40 Prozent Leerlaufzeiten verursachen Schadstoffemissionen und Lärm, das muss man heute nicht mehr hinnehmen. Voith billigt dem Motor jeweils bis zu 60 Sekunden Abschaltdauer zu, ohne die Funktionalität zu beeinträchtigen. Voith spricht bei seinem DIWA6-Getriebe mit Start-Stopp von einer Treibstoffersparnis von fünf bis zehn Prozent. Zum gleichen Ergebnis kommt ZF, das Ecolife-Getriebe wird mit Start-Stopp-Funktion ausgestattet. Verstärkt wurden Wandler und Wandlerkupplung, um die neuen Herausforderungen an die Ansprechzeitverhalten umzusetzen, wurde die Hydraulik angepasst. Erste eigene Erfahrungen liegen auch schon vor. Mit einem kräftigen Tritt aufs Bremspedal schaltet der Motor an der Haltestelle ab. Tür auf, Tür zu funktioniert auch ohne Motor. Mit einem Gasbefehl meldet sich der Motor zurück, den fürs Gang-Einlegen nötigen Hydraulikdruck hält der Primärretarder bereit. Die zahlreichen Premieren und die vielen interessanten Exponate warten nicht nur in den Hallen, sondern auch weitverzweigt auf den Freigeländen. Man braucht Zeit und gutes Schuhwerk für die weiten Wege. Nicht jeder IAA-Aussteller wollte schon vorab sein Pulver verschießen, mit Überraschungen zur IAA Nutzfahrzeuge ist zu rechnen.

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