Hybrid mit Wums

Opel Grandland X Hybrid4 im Test
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Mit dem Opel Grandland X Hybrid4 baut die Rüsselsheimer Marke seine Elektrifizierungsstrategie weiter aus. In den kommenden vier Jahren wird dafür die gesamte Modellpalette um elektrifizierte Antriebe ergänzt werden. Der Grandland mit dem langen Namenszusatz ist zugleich das erste Plug-in-Hybrid-Modell des Unternehmens und bietet den Vorteil von lokal emissionsfreiem vollelektrischem Fahren und dem Hybridantrieb. 

Drei Antriebe

Als Antrieb wählten die Opel-Entwickler die Kombination aus einem 1,6-Liter-Turbobenziner und zwei elektrischen Motoren, was sich in eine Systemleistung von 300 PS (221 kW) übersetzt. Als WLTP-Verbrauch verspricht die Marke 1,3 bis 1,4 Liter auf 100 Kilometer. Diese Werte, ermittelt auf einem Prüfstand, sind im Alltag allerdings nicht erreichbar. Auf einer Messstrecke (Stadt, Landstraße, Autobahn) am Rhein entlang und durch die Eifel stand am Ende aber ein angenehm niedriger Verbrauch von 3,1 Litern. Damit liegt der Grandland X deutlich näher an den offiziellen Werten als andere Vertreter seiner Art.

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Mehr als 50 km vollelektrisch

Dank der unter realen Verkehrsbedingungen gemessenen vollelektrischen Reichweite von 53 Kilometern (Opel verspricht 59 Kilometer) kann der Grandland X im täglichen Pendler-Verkehr ausschließlich emissionsfrei unterwegs sein. 80 Prozent der Fahrtstrecken in Deutschland liegen bei weniger als 50 Kilometer, sodass der Grandland die meisten seiner Strecken in vollelektrischen Modus zurücklegt und die Umwelt schont.

Der Grandland-Pilot kann per Tastendruck zwischen vier Fahrprogrammen wählen. Electric steht dabei für den vollelektrischen Betrieb, Hybrid für die Kombination aus Verbrenner- und Elektroantrieb. In dieser Einstellung sucht sich die Antriebseinheit automatisch die jeweils optimale Kombination. In der Stadt ist der Grandland dabei meistens mit dem emissionsfreien und leisen Elektroantrieb unterwegs und der Verbrennungsmotor tritt in den Hintergrund. Über ein Display kann der Fahrer den jeweils gewählten Antrieb erkennen.

Um zusätzliche elektrische Reichweite zu erzielen, reicht ein leichter Zug am Schalthebel in den „B-Modus“ der famos arbeitenden Acht-Gang-Automatik, um die Verzögerungsenergie in die 13,2 kWh starke Lithiumionen-Batterie zu maximieren. Konsequentes Rekuperieren bringt nicht nur zusätzliche Energie, sondern schont gleichzeitig auch die Bremsen, wenn sich der Grandland zum Beispiel einer roten Ampel oder einem Stauende nähert und der verstärkte Rekuperationsmodus gewählt wird. Vor allem auf langen Gefällstrecken lässt sich so viel Energie zurückgewinnen. Aber auch bei jedem Bremsvorgang wird die Verzögerungsenergie in die Batterie gespeist. Bei konventionell angetriebenen Modellen verpufft diese Energiequelle als Hitze und Bremsstaub in die Umwelt.

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AWD mit zweitem Elektromotor

Bei der Einstellung AWD schaltet sich der zweite, an der Hinterachse zusammen mit dem Inverter und Differenzial montierte Elektromotor 112 PS (83 kW) zu. Damit mutiert der Grandland X zwar nicht unbedingt zum hemmungslosen Geländegänger, bietet aber bei entsprechend kritischen Straßenzuständen zusätzliche Allrad-Sicherheit. Wenn es einmal dynamischer sein soll, kommt Sport ins Spiel.

Dabei werden die durchaus sportlichen Eigenschaften des Verbrennungsmotors mit dem Elektroantrieb kombiniert. Auch ohne die Sport-Einstellung erreicht der Grandland bereits dynamische Werte und beschleunigt dank kräftiger elektrischer Unterstützung in 6,1 Sekunden von Null auf 100 km/h. Keine Frage, dieser Hybrid hat Wums. Die maximale Geschwindigkeit ist bei 235 km/h erreicht. Im vollelektrischen Betrieb endet der Vortrieb bei 135 km/h. Neben diesen Fahreinstellungen spart der Modus „e-Save“ die in der Batterie gespeicherte elektrische Energie, die dann später zum Beispiel in Umweltzonen für das emissionsfreie, rein elektrische Fahren eingesetzt werden kann.

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Akustisch dezent

Der Grandland X gehört zu den gutmütigen Vertretern seiner Art und stellt seinen Fahrer auch dank der präzise arbeitenden Lenkung nicht vor Probleme. Die zahlreichen Defizite der Infrastruktur werden dank der harmonischen Fahrwerkabstimmung souverän gemeistert. Die serienmäßigen Ledersitze sind mit dem Siegel der „Aktion gesunder Rücken“ ausgezeichnet, was sich vor allem nach längeren Touren angenehm bemerkbar macht. Einmal in Fahrt zeigt sich der Grandland X von einer akustisch dezenten Seite und verschluckt lästige Geräusche.

Die Instrumente sind ergonomisch angeordnet, lassen sich intuitiv bedienen und verlangen nicht – wie bei anderen Modellen – nach einer längeren Lektüre der Gebrauchsanleitung. Der zentral platzierte acht Zoll messende berührungsempfindliche Bildschirm informiert unter anderem über Energiefluss und -verbrauch sowie die nächstgelegenen Ladestationen. Die gewählten Materialien machen einen wertigen Eindruck und sind sauber verarbeitet. Dank der Platzierung der Energiespeicher unter der Rücksitzbank bleibt der Kofferraum unangetastet und bietet Raum für das Familien-Urlaubsgepäck.

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Mit der Wallbox in zwei Stunden geladen

An einer 7,4 kW-Wallbox vergehen rund zwei Stunden bis der Akku wieder vollständig geladen ist. An der Haushaltssteckdose dauert das Laden länger. Allerdings bietet Opel seinen Kunden viel Rat und vor allem Tat bei der Aufrüstung der heimischen Infrastruktur für die elektrische Zukunft. Die in die „my Opel“ App integrierten Dienstleistungen von „Free 2Move“ des PSA-Konzerns ermöglichen das Laden unterwegs mit einem Pass, der bei mehr als 125 000 Ladestationen in Europa gültig ist, zudem außerdem schlägt ein Routenplaner die optimale Route vor und zeigt zugleich die Ladestationen entlang der Route.

Der Grandland X Hybrid4 ist das Topmodell der Baureihe und kommt entsprechend ausgestattet zu den Kunden. Zur Sicherheitsausrüstung gehört unter anderem ein Frontkollisionswarner mit automatischer Notbremsung und Fußgänger-Erkennung. Der Spurhalteassistent warnt vor einem unbeabsichtigten Spurwechsel und bringt das Fahrzeug zurück auf Kurs und die Müdigkeitserkennung schlägt eine Pause vor. Totwinkelwarner, Parkassistent, Verkehrszeichenerkennung und ein adaptiver Tempomat gehören ebenfalls zur Serie. Die Rückfahrkamera ist mit einer Panorama-Ansicht kombiniert, die die Umgebung des Fahrzeugs zeigt.

Die adaptiven Frontscheinwerfer passen sich der Umgebung an und bringen stets die passende Beleuchtung ins Dunkle. In der Abteilung Komfort kommen noch die AGR-Ledersitze, eine Zweizonen-Klimaanlage, eine sensorgesteuerte Heckklappe und das schlüssellose Schließ- und Startsystem „Keyless Open & Start“ hinzu.

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Förderung und Wegfall der Mehrwersteuer

Die Preisliste für den Grandland X Hybrid4 in der Ausstattungslinie Innovation beginnt bei 51.165 Euro, die frontgetriebene Variante des Hybriden startet bei 43.440 Euro in der Ausstattungslinie Business Edition. Dank der BAFA-Förderung für Elektromobilität lässt sich dieser Betrag noch um 3750 bis 4500 Euro reduzieren. Von Juli an wird die Gesamtförderung für Hybride voraussichtlich auf bis zu 6750 Euro erhöht. Allerdings schenken die Rüsselsheimer im Rahmen ihres „Opel Green Deals“ den Kunden die 19 Prozent Mehrwertsteuer auf die sofort verfügbaren Fahrzeuge. So erhält der Kunde umweltfreundlichen Fahrspaß zum Netto Aktionspreis.

Daten Opel Grandland X Hybrid4

Länge x Breite x Höhe (m) 4,47 x 2,09 x 1,61
Radstand (m) 2,67
Motor R4-Benziner, 1598 ccm, Turbo, Direkteinspritzung
Leistung 147 kW / 200 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment 300 Nm bei 3000 U/min
Systemdrehmoment 520 Nm
Elektromotor 81 kW / 200 PS (vorne); 83 kW / 113 PS (hinten)
Drehmoment E-Motor 320/500 Nm (vorne); 166 Nm (hinten)
Batterie Hochvolt-Lithiumionenbatterie, 13,2 kWh
Systemleistung 221 kW / 300 PS
Höchstgeschwindigkeit 235 km/h / 135 km/h (elektrisch)
Beschleunigung 0 auf 100 km/h 6,1 Sek.
Elektr. Reichweite 59-57 km
WLTP-Durchschnittsverbrauch 1,4 – 1,3 Liter
Effizienzklasse A+
CO2-Emissionen 32 – 29 g/km (Euro 5)
Testverbrauch 3,1 Liter
Leergewicht / Zuladung min. 1875 kg / max. 475 kg
Kofferraumvolumen 390–1528 Liter
Max. Anhängelast 1250 kg
Wendekreis 11,05 m
Basispreis 51 165 Euro
Testwagenpreis 51 165 Euro

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