Elektronischer Ballast

Premiumautos mit zentnerschweren Steuergeräten

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Kaum zu glauben, dass ein Achtzylinder-Motor ein Leichtfuß im Vergleich zu den Gewichten der Steuergeräte und Elektronik nebst Verkabelung im Premium-Auto ist. Denn diese haben über die Jahre „elektronischen Ballast“ angesammelt, um die Sicherheit und den Komfort deutlich zu erhöhen. Für fortschrittliche Premium-Autos beziffert Robert Leibinger, Manager des finnischen IT-Unternehmens Elektrobit, allein die Zahl der Steuergeräte auf heute 100 und mehr. Zusammen mit der Verkabelung kommen so insgesamt 250 Kilogramm auf die Waage.

Daher ist das Abspecken bei den Steuergeräten angesagt. Auf der Hardware laufen künftig mehrere Funktionen gleichzeitig, etwa für unterschiedliche Assistenz-Systeme. Folge: weniger Bauteile, weniger Verkabelung, weniger Gewicht. Und auch die Bordnetzarchitektur des Autos wird vereinfacht.Steuergeräte mit mehreren Prozessor-Kernen (Multi-Core-Prozessoren) können mehrere Funktionen gleichzeitig ausführen. Im Laptop ist dies längst Standard. Die „Multi-Kerne“ erhöhen den Datendurchsatz der Steuergeräte und damit auch die Leistungsfähigkeit, so Leibinger im „Fachmagazin Automobil Industrie“. Mehrere Prozessor-Kerne seien für den Ausbau der Sicherheits-Funktionen im Auto unabdingbar, denn elektronische Systeme mit sogenannten „Single-Core-Prozessoren“ stoßen schnell an ihre Grenzen.

Selbst schlanke Kabel werden leichter. Kupfer mit der guten Leitfähigkeit und Verformbarkeit ist für Stromleitungen ideal. Aber es ist schwer und wird immer teurer. Alu-Kabelkerne leiten den Strom zwar nicht so gut wie solche aus Kupfer. Und es fließt durch Alu nur halb so viel Strom, aber mit nur einem Drittel an Gewicht gegenüber Kupfer. Das Abspecken der Autos erfolgt proportional zu den steigenden CO2-Limits, was ein Entree für Alu-Leitungen sein dürfte.Wolfgang Pester/mid

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