Reisen und Rallye in Südtirol: Das Tagebuch einer Schenna-Erfahrung

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Das Schloss von Schenna. Bilder

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Der Mercedes-Benz 280 SE/9 3.5, Erstzulassung Januar 1971, unseres Autors. Bilder

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Auf dem Schenner Waalweg im romantischen Bergwald. Bilder

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Ein Jaguar SS 100 geht auf die Strecke. Bilder

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Blick von Obertall auf Meran und Vinschgau. Bilder

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Mit Autos wie diesen macht das Straßenkreuzen Spaß. Bilder

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Schenner Marende-Brotzeit mit Speck und Bier. Bilder

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Rolls Royce auf dem roten Teppich. Bilder

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Schenna im (Spät-)Sommer, wenn die Äpfel reif sind. Bilder

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Delahaye 135 MS bei der Bilder

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Schenna – Jedes Jahr finden in und um Schenna die „Südtirol Classics“ statt. Auch wir haben diesmal bei der 27. Auflage Mitte Juli hinter dem Volant Platz genommen. Unser Mitarbeiter Björn Blase hat festgehalten, was er alles am Steuer seines alten Youngtimers zusammen mit Tochter Jessica als Co-Pilotin auf dem Beifahrersitz bei der „Rallye der Sympathie“ inmitten einer alpin-mediterranen Landschaft erlebt hat. Lesen Sie das Tagebuch seiner buchstäblichen Schenna-Erfahrung.

Erster Tag: Prolog durchs Meraner Land

Das war ganz schön lang! 700 Kilometer Anreise, zehn Stunden im Auto. Aber unser Roter – ein Mercedes-Benz 280 SE/9 3.5, Erstzulassung 27. Januar 1971, Leistung 147/200 kW/PS – hat sich wirklich tapfer geschlagen, uns sicher, wenn auch etwas durstig, ins Meraner Land gebracht. Ankunft am Nachmittag in Schenna. Im Hotel checken wir erst später ein. Die Fahrerbesprechung nach der Fahrzeugabnahme ist obligatorisch. Wir haben Startnummer 120. Los geht’s! Der gut 40 [foto id=“428091″ size=“small“ position=“left“]Kilometer lange Prolog führt über Sinich, Burgstall, Lana, Marling, Algund, Meran, Zenoberg und das Dorf Tirol wieder zurück nach Schenna. Was für eine Gegend! Und dann erst die Durchfahrt durch Meran und der tolle Empfang in der Altstadt.

Mamma mia! Mit italienischem Abba-Flair

In Schenna im Drei-Sterne-Superior-„Hillburger“ (www.hillburger.it), wo die Pföstls Gastgeber sind, warten sie schon. Hier wird Esskultur zelebriert. Die Tische liebevoll gedeckt, dazu kulinarische Spezialitäten aus der Region, bei denen der mediterrane Einfluss unverkennbar ist. Wer will, kann im Pool oder in der Sauna entspannen. Größtenteils modern und behaglich sind die Zimmer renoviert. Auf dem Programm stehen noch Sommerabend beim Schlosswirt und Familie Prunner. Danach Classic-Party auf dem Raiffeisenplatz mit der italienischen Abba Tribute Band. Mamma mia! Schade, der erste Tag schon vorbei. Aber über 14 Stunden auf den Beinen oder den Rädern machen doch müde.

Zweiter Tag: Gleich sechs Dolomiten-Pässe

Gleich sechs Dolomiten-Pässe stehen heute an. Die Route führt rund 260 Kilometer über Bozen, Tiers, Nigerpass (1688 Meter), Karerpass (1745 Meter), Canzei, Pordoijoch (2239 Meter), Arabba Falzaregopass (2105 Meter), Valparolapass (2192 [foto id=“428092″ size=“small“ position=“right“]Meter), St. Kassian, Corvara, Grödner Joch (2121 Meter) und Kastelruth, wo die Spatzen unsere Durchfahrt möglicherweise sogar vom Dach pfeifen, wieder zurück nach Bozen und Schenna. Der Mittagsstopp ist bei Badia in 2000 Metern Höhe im Restaurant Piz Sorega (www.pizsorega.it) vorgesehen.

Alles zusammen über 12 000 Höhenmeter

Danach noch Abendessen im Hotel, wo wir alles zusammenrechnen und feststellen, dass wir tatsächlich über 12 000 Höhenmeter zurückgelegt haben. Was uns aufgefallen ist: Wir werden überall freudig begrüßt. Die Leute sind aufgeschlossen, nett, winken. Nur das Wetter hat heute nicht so mitgespielt. Bis auf vielleicht zwei Stunden nur Regen, Regen, Regen.

Dritter Tag: Auf großer Panoramafahrt

Die Panoramafahrt ist angesagt. Diesmal verläuft die Strecke rund 170 Kilometer über Hafling, Vöran, Jenesien, Bozen, Eggental, Petersberg, Aldein, Auer, Eppan und den Montigglersee. Die kleinen malerischen Bergdörfer, durch die wir fahren, [foto id=“428093″ size=“small“ position=“left“]sind typisch für die Region. Wie überhaupt das Meraner Land für sich einzunehmen weiß, vor allem dann, wenn die Obstbäume auf den zahlreichen Plantagen blühen.

Umgeben von Weinbergen am Montiggler See

Im Gartenhotel Moser (www.gartenhotelmoser.com) an der Südtiroler Weinstraße bei Eppan kehren wir ein. Das Vier-Sterne-Haus, zugleich Life-&-Wellness-Resort, liegt umgeben von Weinbergen am Montiggler See. Die Mosers, Wolfgang und Christine, verstehen sich auf kulinarische Besonderheiten wie Tartar vom marinierten Lachs mit Wachtelspiegelei, Kartoffelpuffer und Senfsoße, Spargelrisotto mit leichtem Trüffelaroma und Schaum vom Montiggler Riesling oder Lammcarrée auf Kartoffel-Gemüse-Geröstel und Rosmarinjus. Bei Tramin am Südufer des Kalterer Sees, Heimat übrigens des bekannten des Gewürztraminers, sollte man sich die Besichtigung einer Weinkellerei nicht entgegen lassen. Auch das gehört zur italienischen Nordregion Südtirol.

Geschichte aus mehreren Jahrhunderten

Abends Galadinner mit Livemusik im Schloss Schenna, das aus der Mitte des 14. Jahrhunderts stammt, immer im Besitz namhafter Tiroler Adelsgeschlechter war. Schlossherr Franz Spiegelfeld und Frau Johanna verweisen mit Stolz auf architektonische und künstlerische Kleinodien, auf Lebensart und Wohnkultur aus vier Jahrhunderten, auf Geschichte, Kunst [foto id=“428094″ size=“small“ position=“right“]und Kultur, Waffen aus sechs Jahrhunderten, die größte private Andreas-Hofer-Sammlung, auf Gemälde bedeutender europäischer Künstler, Porträts namhafter Persönlichkeiten aus der Geschichte Tirols und Österreichs, auf Möbel und Gegenstände von anno dazumal.

Vierter Tag: Und die Spitzbuam spielen dazu

Beim Frühschoppen werden die Sieger geehrt. Die „Original Südtiroler Spitzbuam“ spielen die Musik dazu. Es bleibt Zeit zum Fachsimpeln darüber, wie die Rallye war. Einmal sah es so aus, als würde unser Roter Betriebsstoff verlieren. Aber ein Fachmann, der sich mit Oldtimern ausgekennt, hat Entwarnung gegeben, Motto „Keine Sorge, das sieht nur so aus, alles dicht – und der schafft das schon“.

Auf zu König Laurins Rosengarten in den Dolomiten

Muss er auch. Denn wir wollen noch weiter, uns in Tiers unter einem der bekannten Bergmassive der Südtiroler Dolomiten noch eine Geschichte erzählen lassen, die von König Laurins Rosengarten. Und wir müssen nach 700 Kilometern bis nach Schenna und nach 470 Rallye-Kilometern schließlich noch einmal lange 700 Kilometer wieder zurück.

Info Schenna I: Lage, Anreise, Klima

Schenna ist ein rund 3000 Einwohner zählender Ort mit verschiedenen Orteilen oberhalb von Meran in der norditalienischen Region Trentino-Südtirol. Mit dem Auto reist man von Deutschland aus am besten über das 300 Kilometer entfernte München, über Innsbruck, 160 Kilometer entfernt, Brenner und die Schnellstraße Bozen-Meran an, aber auch Jaufenpass und Passeiertal oder Füssen-Reutte, Ötztal, Timmelsjoch sind möglich. Die nächsten Flughäfen sind Bozen, Verona, Bergamo und Innsbruck. Ab Münchens zentralem Omnisbusbahnhof verkehren Busse direkt nach Schenna. Das Klima im Meraner Becken ist mild, oft sonnig und warm. Geworben wirbt mit rund 2200 Sonnenstunden im Jahr.

Info Schenna II: Almen oder Palmen?

Zu den Höhepunkten im Veranstaltungskalender zählen gleich zweimal jährlich die „Südtirol Classics“. Im Vorprogramm führen sie die rund 120 Oldtimer durch den Obervinschgau, das Hochplateau Ritten und die Sarntaler Alpen, das Rallye-Programm selbst führt danach über sechs Dolomiten-Pässe. Die Vielfalt Schennas reicht laut Internetseite von Almen bis Palmen, von Apfelblüte bis goldener Herbst, Bergtour bis Waalweg, Geschichte bis moderne Kunst, Bike- bis Skitour, Familien- bis Zu-Zweit-Urlaub, Bauernhof bis Luxushotel oder vom (Un-)Kräutermarkt eben bis zur Oldtimer-Rallye. Information: Tourismusverein Schenna, Erzherzog-Johann-Platz 1/D, I-39017 Schenna/Südtirol, Telefon 0039-(0)-473-945669, www.schenna.com. (bb)

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