Schluss mit der Reisekrankheit in Neigezügen
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Bahnfahrten in Neigezügen sind nicht jedermanns Sache. Vielen Menschen wird darin regelrecht „seekrank“. Züge, die sich in die Kurve legen können, sind schneller unterwegs als herkömmlich konstruierte Züge. Durch ihre seitliche Neigung wird ein Teil der Kräfte kompensiert, die in den Kurven auf die Wagen wirken: Dadurch gleichen die Züge die geschwindigkeitsabhängige Seitwärtsbeschleunigung der Wagen teilweise aus.

Dank dieses technischen Kniffs bleibt in den Kurven beispielsweise der Kaffee im Becher, und Personen, die sich im Gang bewegen, werden nicht auf die Seite geworfen. Der Grund für die auftretende Reisekrankheit: Ihr autonomes Nervensystem reagiert mit Übelkeit, Erbrechen, Schwitzen, Herzklopfen und anderen Symptomen. Warum das so ist, war bisher unbekannt.

Den Zusammenhang zwischen Neigungswinkel und Wohlbefinden der Passagiere hat jetzt ein Team um einen Schweizer Neurologen erforscht. Anlass dafür war die geplante Neuanschaffung von Doppelstock-Zügen durch die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Das Ergebnis: „Ursache und Ausmaß der Reisekrankheiten in Neigezügen ist damit nicht primär in der Größe des Neigewinkels zu suchen, sondern in der zeitlichen Verzögerung der Neigung“, erläutert der Neurologe Dominik Straumann von der er Universität Zürich. Mit anderen Worten: Nicht auf die Größe des Neigungswinkels, sondern auf das richtige Timing kommt es an. Ausschlaggebend für das Auftreten von Reisekrankheiten ist demnach, ob die Neigung der Wagen synchron mit der kurvenbedingten Seitwärtsbeschleunigung erfolgt oder nicht: Wird die Beschleunigung exakt zeitgleich durch die Neigung kompensiert, ist mit dem Wohlbefinden der Passagieren alles „im Lot“. Erfolgt die Kompensation hingegen mit einer kurzen, computerbedingten Zeitverzögerung, können sie reisekrank werden.

Diese Verzögerung rührt daher, dass bisher in der Regel in Echtzeit Messdaten auf Höhe der Lokomotive gesammelt worden sind, um die Neigungswinkel der folgenden Waggons zu berechnen. Das führt zu einer etwas verspäteten Neigung vor allem der vorderen Wagen. Die Lösung, die ohne viel Aufwand umzusetzen ist: Füttert man den Bordcomputer vorab mit dem Streckenprofil, kann sich die Bahn exakt zeitgleich mit der kurvenbedingten Seitwärtsbeschleunigung neigen. Sehr zum Wohle der Passagiere im Zug: Dieser kann jetzt sogar noch schneller fahren, ohne dass den Insassen unwohl wird.

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