Schutzbrief: Super preiswert über Kfz-Versicherung
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Ein Vergleich zwischen dem ADAC und Kfz-Versicherungen zeigt, dass Autofahrer beim größten deutschen Auto-Club für Schutzbriefleistungen tief in die Tasche greifen müssen. Der Pannenschutz der Kfz-Versicherer hat sich längst zum hochwertigen Reiseschutz gemausert.

Die einfache ADAC-Clubmitgliedschaft kostet derzeit 49 Euro jährlich. Wer seinen Partner mit schützt, zahlt 69 Euro. Dafür gibt es typische Clubleistungen wie Fahrzeugcheck, Rechtsberatung oder eine Zeitschrift sowie Pannen- und Abschlepphilfe. Zudem wird das Fahrzeug notfalls kostenfrei geborgen. Der Service gilt aber nur in Deutschland und ist jeweils auf 300 Euro gedeckelt. Diese Art der Mitgliedschaft besitzen beim ADAC immer noch rund 47 Prozent aller Kunden und sind damit im Ausland schutzlos. Demgegenüber gelten die Schutzbriefe der Autoversicherer in der Regel europaweit und umfassen Fahrer und Insassen.

Wer beim ADAC Auslandschutz sowie weiteren Reiseschutz haben möchte und so mit den Kfz-Versicherern gleichziehen will, der muss eine Plus-Mitgliedschaft abschließen. Die kostet jährlich 84 Euro bis 134 Euro – je nachdem wie viele Personen mitversichert werden sollen. Ob die Kombination von Club- und Schutzbriefleistungen solche Preise rechtfertigt, darf angesichts der vielfach gleichwertigen Leistungen der Schutzbriefe der Kfz- Versicherer bezweifelt werden. Immerhin verlangen die Assekuranzen im Höchstfall pro Jahr lediglich 16 Euro für ihren Reise-Notfallschutz, wie eine Auswertung eines Vergleichsrechners (www.nafi-auto.de) zeigt. Untersucht wurden 20 Angebote von Autoversicherern. Einige Anbieter wie Axa, Basler oder Janitos haben den Schutzbrief sogar kostenfrei in den Tarif eingebaut.

Trotzdem können sich die Leistungen durchaus sehen lassen. So zahlt beispielsweise die „Reisenotfall-Versicherung“ der Janitos, eine Tochter der Gothaer, für Panne und Abschleppen jeweils bis zu 154 Euro. Notwendiges Fahrzeugbergen ist wie beim ADAC kostenfrei. Pechvögel, die nach einer Panne, einem Unfall oder dem Diebstahl des Wagens anderweitig reisen müssen, dürfen bei Janitos sogar schon ab einer Entfernung 1 000 Kilometern fliegen. Beim ADAC liegt die Grenze bei 1 200 Kilometern.

Einen Mietwagen gibt es beim Heidelberger Versicherer sogar schon dann, wenn die Panne vor der Haustüre passiert. Beim gelben Autoclub gilt diese Leistung bei Panne erst, wenn das Auto mindestens 50 Kilometer vom Wohnort entfernt liegen bleibt. Dafür zahlt der Club im Ausland bis zu 500 Euro für einen Mietwagen, während Janitos hier die Grenze auf 260 Euro deckelt. Bei zusätzlichen Übernachtungen hat der Schutzbrief des Kfz-Versicherers die Nase insgesamt leicht vorne. Während der ADAC drei Übernachtungen á 85 Euro zahlt, sind es beim Kfz-Schutzbrief immerhin vier Nächte á 77 Euro.

Alle Schutzbriefe der Versicherer leisten zudem in der Regel für einen Ersatzteilversand, den Transport oder die Abholung nach einem Fahrzeugausfall oder für eine notwendige Unterstellung oder Verschrottung. Für Notfälle auf Reisen gibt es Kostenersatz bei der Beschaffung von Dokumenten, ein Darlehn bei Verlust des Bargeldes sowie die Vermittlung von ärztlicher Betreuung und Arzneimittelversand. Zudem wird ein medizinisch notwendiger Krankenrücktransport bezahlt und es gibt Hilfe in Not- und Todesfällen.

Jüngere Kinder, die zurückgeholt werden müssen, weil ihre Eltern etwas zugestoßen ist, dürfen bei Janitos ab 1 000 Kilometer Entfernung fliegen oder mit der Bahn fahren. Beim ADAC muss in der Regel das Auto genommen werden. Zudem bietet der Kfz-Versicherer die Übernahme eine Strafkaution und Anwaltshilfe für bis zu 11 000 Euro. Viele weitere Leistungen sind beim Autoclub und den Schutzbriefen der Kfz-Versicherer vergleichbar.

„Der Autoschutzbrief ist ein eigenständiger Bestandteil des Kfz-Versicherungsvertrages. Deshalb haben seine Leistungen keinen Einfluss auf den Schadenfreiheitsrabatt“, erläutert die Nürnberger Versicherung. Da wäre ein Umstieg zum Schutzbrief der Versicherer aus Gründen der Ersparnis eigentlich eine logische Konsequenz. Vor allem, weil viele Autofahrer, die automatisch einen Schutzbrief von ihrer Assekuranz bekommen, nun doppelt versichert sind. Der ADAC-Kritiker Alfons Kifmann glaubt, dass das deutsche Bedürfnis „überversichert zu sein“, eine große Rolle dabei spielt, warum Autofahrer ihrem Club weiterhin treu bleiben. Das galt bisher zudem aus Imagegründen.

Doch die Skandalreihe um manipulierte Daten, dürfte bei vielen Kunden ein Umdenken auslösen. Schnelle Hilfe gibt es nämlich auch über den Schutzbrief der rund 100 Kfz-Versicherer. Einige haben die „silberne Flotte“ über die Pannenhilfs-Organisation Assistance Partner aufgebaut. Rund 1 750 Pannenhilfsfahrzeuge mit einheitlichem Logo gibt es schon. Doch die meisten Kfz-Versicherer arbeiten mit lokalen Autowerkstätten und Abschlepp-Unternehmern zusammen. Pech nur, dass ADAC-Kunden schwer aus ihrem Vertrag herauskommen. Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate vor Ende der Beitragsperiode.

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